mache eine gfs über die Anfänge des jazz .mir fehlen aber Ideen was ich schreiben könnte . bräuchte bitte ein paar Tipps?

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2 Antworten

Als Antwort ein paar Auszüge aus meinem Buch (in Arbeit...). Denke es
hilft weiter:

Es gibt (ebenso wie „afroamerikanische“ Musik) auch keine lateinamerikanische“ Musik sondern auch hier viele Musikarten in erstaunlicher Fülle. Dennoch stoßen wir auch hier auf Prinzipien, die den Einfluss Lateinamerikas auf die Popularmusik herauskristallisieren:

1. Die Musik ist stark dominiert von hispano-europäischen Einflüssen.

2. Die metrisch-rhythmische Starrheit der vorwiegend spanischen
Volksmusik traf auf eine schwarze Musikauffassung.

3. Die Synthese beider Musikauffassungen macht den Einfluss
Lateinamerikas im wesentlichen aus.

Als Latin Music (auch „Latin Pop“) wird unter heutigen kommerziellen Gesichtspunkten jene Musik verstanden, die von spanischsprachigen Bevölkerungsgruppen stammt, auf spanisch gesungen wird oder auf stilistische Anleihen aus der lateinamerikanischen Musik verweist, z.B. Latin Jazz, Latin Rock, Latin Pop, Latin Hip Hop (Song-Beispiele: Havanna Moon, Livin´ la Vida Loka, The Ketchup Song). Wird das spanischsprachige Marktsegment durchbrochen spricht man auch von „Tropical Music“ oder „World Music“.

Es existieren zwei Rhythmus-Modelle die prägend für den größten Teil der Latin-Stile sind (s. Bildbeispiel):

1. Der Tresillo (span. „Triole“) ist eine aus Überlagerung von 3er- und 4er Metrum entstandene Aufteilung des 4/4-Taktes.

2. Der Cinquillo (span. „Quintole“) ist eine der Quintole angenäherte Aufteilung des 4/4-Taktes.

Die gesamte Faktur der Rhythmus-Sektion lateinamerikanischer Musik zeigt oft polymetrischen Charakter auf Achtelebene: Einige Instrumente teilen den 4/4-Takt regulär (2+2+2+2), andere irregulär („3-3-2-Pattern“). Verschiedene Rhythmus-Modelle werden in denselben Takt sozusagen „hineingepresst“. Es zeigen sich bereits wesentliche Züge lateinamerikanischer Musik:

1. Auftaktige Wirkung.

2. Starke indirekte Betonung der 1. Zählzeit.

3. Schwebendes Metrum in der Taktmitte (Unterdrückung der 2. und 3. Zählzeit).

4. Taktverschleierung durch Polymetrik sowie Übereinanderschichtung ein- und zweitaktiger Pattern.

Dem leichten und schwebenden Effekt von Tresillo und Cinquillo steht der starre Tango gegenüber (Song-Beispiel: Dance with me). Auch er wurde aber von einer schwarzen Musikauffassung assimiliert. Es zeigen sich interessante Parallelen zur Entwicklung in Nordamerika:

1. Die Entwicklung von Worksong und Blues stehen in engem Zusammenhang
mit der Sklaverei. Auch der Tango entstammt einem kreativ sehr fruchtbaren Umfeld der Verbote und Einschränkungen.

2. Wie Ragtime und Jazz war der Tango frühe urbane Popularmusik einer zunehmend industriellen Kultur.

3. Wie Ragtime und Jazz lange ein Schattendasein hinter dem Big-Band-Swing führten, so der Tango hinter europäischen Walzer- und Polka-Moden ab 1850.

Basis des Tango sind rhythmische Figurationen von Akkorden die -ähnlich beim Boggie-Bass- zu typischen Mustern bzw. Pattern wurden. Der sehr starre gerade und meist binär unterteilte Takt zeigt eine Überbetonung der letzten Zählzeit (vgl. Off-Beat-Phrasierung). Durch Verbindung mit der viel lockereren schwarzen Musikauffassung bildete sich das heraus was wir heute als „Latin Music“ identifizieren und deren einflussreichste Vertreter der Bossa Nova und Reggae sind:

1. Die Starrheit der spanischen Rhythmik und Metrik wird durch Tresillio- und Cinquillo-Elemente schwebender: Auftaktigkeit, Vorverlagerung der Taktmitte (3-3-2-Pattern), Hemiolenbildungen, Entmachtung der Schwerzeit-Dominanz.

2. Die Überlagerung von 1- und 2-taktigen Pattern bewirkt ein andauerndes Oszillieren zwischen rhythmischer Ballung und Entspannung.

3. Derselbe Effekt wird in der Horizontalen bewirkt durch die Gegenüberstellung von diffusen und geradlinigen Taktteilen (s. Beguine).

4. Die Überlagerung oder Gegenüberstellung binärer und ternärer Rhythmen basiert auf spanischen Rhythmus-Modellen (Song-Beispiele: A fine Romance, The Girl from Ipanema).

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Geh doch einfach (vermutlich) das erste mal im Leben in eine Buchhandlung oder eine Bilbliothek und kaufe oder leihe dir ein Buch über das Thema. Da wirst du sicher alles nötige erfahren! LG Max

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