Lutheraner und das Abendmahl

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Hallo OneTwoThree321,

Die Verwirrung verstehe ich gut. Es wird jedoch deutlich, dass Allgegenwart (Ubiquität) und Umwandlung (Transsubstantiation) einander unvereinbar gegenüberstehen.

Aber: Nein, die "Lutheraner" glauben nicht, dass beim Abendmahl der Wein in echtes Blut Christi umgewandelt wird, so wie es die "Papisten" glauben.

Die katholische Kirche lehrt, Brot und Wein würden durch ein Wunder in den buchstäblichen Leib Christi beziehungsweise in sein buchstäbliches Blut verwandelt: die Transsubstantiation. Diese Lehre entwickelte sich allmählich; das Wort wurde erstmals im 13. Jahrhundert definiert und offiziell verwandt. Durch die Reformation wurden manche Einzelheiten infrage gestellt. Luther lehnte die Transsubstantiation ab und lehrte stattdessen die Konsubstantiation. Der Unterschied liegt im Detail: Luther lehrte, Brot und Wein würden nicht wesensverwandelt, sondern bildeten eine Einheit mit Leib und Blut Christi.

Allerdings wird weder die Ubiquität noch die Transsubstantiation durch die Bibel gestützt.

Gegen die Allgegenwart Jesu Christi sprechen seine eigenen Worte aus Johannes 16:4-10 (Einheitsübersetzung):

4 (a) Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert. (b) Das habe ich euch nicht gleich zu Anfang gesagt; denn ich war ja bei euch. 5 Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 6 Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. 7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; 9 Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 10 Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;

Der Transsubstantiationsglaube stützt sich ja auf ein buchstäbliches Verständnis der Worte Jesu aus den folgenden Texten (die entsprechenden Stellen habe ich markiert). Alle Zitate sind aus der EÜ.

Lukas 22

14 Als die Stunde gekommen war, begab er sich mit den Aposteln zu Tisch. 15 Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen. 16 Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis das Mahl seine Erfüllung findet im Reich Gottes. 17 Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den Wein und verteilt ihn untereinander!3 18 Denn ich sage euch: Von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt. 19 Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!4 20 Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

Matthäus 26

26 Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. 27 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; 28 das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. 29 Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters.

  1. Korinther 11

23 Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, 24 sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!2 25 Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! 26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 27 Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.3 28 Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. 29 Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.

So, wie der "Kelch" mit der "Frucht des Weinstocks" nicht tatsächlich in den "Neuen Bund" umgewandelt wurde, wurde das Brot und der Wein nicht tatsächlich zu Fleisch und Blut Christi, er saß (lag) ja noch komplett mit seinen Aposteln bei Tisch.

Das Wort Eucharistie bedeutet jedenfalls nicht so etwas wie Unwandlungsformel, sonder es bezieht sich auf Mattthäus 26:27 ("sprach das Dankgebet" - griechisch: eucharistésas) und bedeutet demgemäß Danksagung.

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Eine Hilfe zum Verständnis der Worte Jesu bei dem Passahmahl bzw. anschließendem Abendmahl findet man in Johannes 15:1,5

1Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner 5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Zweige.

Johannes 10:7

7 Daher sprach Jesus wieder: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe.

Matthäus 5:13,14

13Ihr seid das Salz der Erde...14Ihr seid das Licht der Welt....

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@kdd1945

Soviel wenn die Zeugen jehovas über den glauben der R.K.Kirche bescheid wissen wollen .

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Was auf Golgatha vor ungefähr 2000 Jahren geschah, war ein einmaliges, unwiederholbares Opfer, was im alten Testament durch die vielen verschiedenen Opfer symbolisch schon vorgeschattet war. Es geht nicht um Rituale, sondern darum, daß das Böse und seine Macht, und mit ihm die Sünde vernichtet wird, und trotzdem Gerechtigkeit herrscht - auch Gerechtigkeit gegenüber dem Bösen. Der Teufel verklagt uns Menschen Tag und Nacht vor Gott (Offenbarung 12,10).

Dank Jesus hat er dazu nun keine Berechtigung mehr - es ist bezahlt! Christus ist einmal geopfert worden um die Sünden vieler wegzunehmen und sie unumkehrbar aufzuheben und auszulöschen. Das war der Grund seines ersten Kommens. Die biblische Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der Vergebung der Sünden - der vollbrachten Reinigung und der Rechtfertigung durch Glauben an das Lamm Gottes, dessen kostbares Blut die Gläubigen rein gewaschen hat (1. Petrus 1, 18-20).

Diese Reinigung ist einmalig, unwiederholbar und vollständig. Das bedeutet eine sogenannte Trasubstitation (kath. Messopfer) ist eine unselige Wiederholung dessen, was schon geschehen ist. Jesus wird immer wieder auf's Neue geopfert. Das ist ein Unding und findet so auch niemals statt - egal was die Kirche oder wer auch immer (Lutheraner?) lehrt oder man in Brot und Wein hinein interpretiert. Die Bibel ist hier eindeutig. Diese Praxis ist eine Lüge und Verunehrung! Das Abendmahl ist ein Gedächtnismahl - etwas zum Gedenken und um Gott zu ehren und zu danken für das vollbrachte Opfer.

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***> Diese Reinigung ist einmalig, unwiederholbar und vollständig.***

Re 13:8 Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes, das erwürgt ist, von Anfang der Welt.?

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@Joergbauer

Ich habe es dir ja schon oft erklärt ,aber du kommst immer wieder mit der Verleugnung !

  • Die R. Katholische Kirche wiederholt das Opfer auf Golgotha nicht . Sie setzt es Gegenwärtig und kommt damit den Worten des Herrn nach ! Ich erspare mir den Text der Bibel erneut dir vor Augen zu stellen ! Glaube was du willst ,aber ich bitte dich höre auf damit deine Theorien für die Lehren der R.K.Kirche auszugeben .

  • Dass du die Differenz nicht erkennst ist dein Balken im Auge den du aus dem unseren entfernen willst .

Dies ist hier das einzige unredliche, wenn nicht sogar sehr viel schlimmeres .

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Dieser Text ist wirklich ziemlich schwerverständlich.

Wie ich es bisher verstanden hatte, sind es die Katholiken, die einen Mysteriumszauber daraus machen, dass sich der Wein in "echtes" Blut und die Oblate in "echtes" Fleisch um wandeln (Transsubstantation), während es die Lutheraner etwas realistischer sehen.

An sich müsste doch jedem denkenden Menschen klar sein, dass er beim Abendmahl kein Blut trinkt (schon gar nicht solches mit der Blutgruppe, die Jesus hatte, samt aller Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten) und dass er kein Menschenfleisch (bzw. Gottesfleisch) isst. Das wäre ja auch absolut eklig.

Darüber hinaus bekommt die Hostie oder Oblate meiner Auffassung nach durch die Transsubstantation keine reale Zauberkraft, so dass sie durch das materielle Verzehren irgendetwas bewirken würde.

Ich finde, dass das Abendmahl, auch als Sakrament, eine symbolische Handlung ist. Aber es gibt eben unterschiedliche Auffassungen über die Wirkkraft des Heiligen.

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