Luftfeuchtigkeit steigt bei Lüftung

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Das liegt daran, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kältere. Diese Eigenschaft läßt sich aber nur über den Vergleich der absoluten Luftfeuchten (in g/m³) darstellen. Die relativen Luftfeuchten eignen sich hierzu nicht.


  • Innentemperatur : 23°C (gemessen)
  • maximale Aufnahmefähigkeit : 20,62 g/m³ (entspricht 100% rel.Luftfeuchte bei 23°C)
  • relative Luftfeuchte (innen) : 70 % (gemessen)
  • absolute Luftfeuchte : 14,44 g/m³ (resultierend)

  • Aussentemperatur : 35°C (gemessen)
  • maximale Aufnahmefähigkeit : 39,68 g/m³ (entspricht 100% rel.Luftfeuchte bei 35°C)
  • relative Luftfeuchte (innen) : 60 % (gemessen)
  • absolute Luftfeuchte : 23,8 g/m³ (resultierend)

Wie Du siehst, ist der Feuchtegehalt der wärmeren Aussenluft höher, obwohl die relativen Luftfeuchten auf den ersten Blick etwas anderes aussagen.

Wenn Du in einer solchen Situation die Fenster öffnest, holst Du Dir noch zusätzliche Feuchtigkeit in die Räume. Das ist aber nur in Keller und Souterrain problematisch, da die Feuchte an Flächen unterhalb der Taupunkttemperatur auskondensiert. Und das sind meistens Wände und/oder Bodenflächen.

Fazit: Dem Lüften von Räumen oberhalb der Erdgleiche gebührt im Winter besondere Beachtung. Bei Räumen unterhalb ist die wärmere Jahreszeit problematisch.

Hier kannst Du die Zusammenhänge nachvollziehen : http://tinyurl.com/3dcgpmm

Das geläufigste Maß für die Luftfeuchtigkeit ist die relative Luftfeuchtigkeit, angegeben in Prozent. Sie bezeichnet das Verhältnis des momentanen Wasserdampfgehalts zum maximal möglichen Wasserdampfgehalt bei derselben Temperatur und demselben Druck. Die absolute Feuchtigkeit ist etwas ganz anderes. Die Menge Wasser, die in der Luft gebunden sein kann, ist also bei gleichem Luftdruck eine Funktion der Temperatur. Der Eindruck "schwül" entsteht je nach Temperatur bei völlig verschiedenen relativen Luftfeuchten. Als schwül wird ein Wassergehalt von 13,5 g Wasserdampf pro Kubikmeter Luft bezeichnet. Unter 16 Grad kann es somit nicht schwül sein. Bei 20 Grad entsprechen 78% relativer Luftfeuchtigkeit diesem Wert, bei 30 Grad sind es nur noch 45%.

Aber wieso sank die Luftfeuchtigkeit im Zimmer als es letzte Woche kalt war und dauernd regnete? Ich verstehe das noch nicht ganz. Ebenfalls wurde in einem anderen Forum geschrieben, dass im Februar die Luftfeuchtigkeit draußen sehr hoch ist. Aber da ist doch draußen mortzmäßig kalt?! Ich finde es schön, dass du es so erklärt hast, aber ich verstehe von Luftdruckt, relative.... leider nur Bahnhof =(

0
@Barbierella

Kalte Luft kann nur wenig Wasser binden. Also wenige Gramm H20 pro Kubikmeter Luft. Deswegen ist bei kalter Luft das Maximum (100%) schon bei geringen Mengen Wasser erreicht. Läßt man kalte, zu 100% gesättigte Luft ins Zimmer, dann erwärmt sie sich schnell und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt rapide. Die Menge an Wasser, also sein Gewicht pro Kubikmeter, bleibt dabei gleich. Wenn man umgekehrt gesättigte Luft abkühlt (das passiert z.B. beim Spaghettikochen, wenn die Luft die kalte Fensterscheibe berührt, und sich dabei abkühlt) dann wird das Wasser aus der Luft herausgepresst, es entstehen Nebeltröpfchen, Regen oder die Scheibe beschlägt sich. Etwas Ähnliches passiert, wenn Luftmassen gegen ein Gebirge prallen. Wenn Wind feuchte Luft vom Meer oder Flachland an Gebirgszügen oder anderen Erhebungen aufsteigen lässt., kühlt sie sich ab wobei auch ihre Wasserdampfkapazität sinkt Das führt zu Wolken (bzw. Nebel, d.h. zur Bildung von Wassertröpfchen) und Niederschlägen (Steigungsregen).

0
@Isegrimm

Und wenn es draußen regnet und es ist kalt, wie sieht es da aus?

PS: ich bin immer davon ausgegangen: je höher die temperatur, desto weniger luftfeuchte.

0
@Barbierella

Es kann ja regnen, wenn der Regen aus sehr viel höheren Luftschichten kommt, die ganz anderen Temperaturen und Luftfeuchten haben als die Luftschicht am Erdboden. Wenn aber nicht verschiedene (unterschiedliche) Luftmassen übereinender liegen, dann hat ist die Luft bei Regen gesättigt. Die relative Luftfeuchtigkeit ist dann nahe 100%. Das entspräche dann dem Taupunkt (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Feuchte_Luft.png&filetimestamp=20051120170646). Es könnte aber auch über der Wüste mit ganz trockener Luft regnen.

Was die subjektive Luftfeuchte angeht, stimmt das bei gleicher Wassermenge. Es gibt aber drückende Schwüle bei großer Hitze und trockene Wüstenluft. Bei 37° Lufttemperatur empfindet man schon 30% relative Luftfeuchtigkeit als schwül.

0

Ok, der Vorgang ist physilalisch normal. Die warme Aussenluft, nur als Beispiel hat 30% bei 30 Grad C, nun kühlt sich diese auf 22 Grad ab und somit steigt die rel. Luftfeuchte auf 60%, da ja der Luft eigentlich keine Feuchtigkeit entzogen wird.

z.B. 30 Grad Aussentemperatur hat 30% rel. Luftfeuchte, 20 Grad, das Luftvolumen wird geringer, zwangsläufig - da ja keine Luftfeuchtigkeit entzogen wird,muss sich diese dem geringeren Luftvolumen anpassen. Dadurch steigt die rel. LF um X%. die gleiche "Wassermenge" verteilt auf geringeres Lufvolumen.

"Die warme Aussenluft, nur als Beispiel hat 30% bei 30 Grad C, nun kühlt sich diese auf 22 Grad ab und somit steigt die rel. Luftfeuchte auf 60%, da ja der Luft eigentlich keine Feuchtigkeit entzogen wird. "

mit Abkühlen auf 22 Grad meinst du, wenn Sie in den Raum gelangt oder?

0

Lüfte nur früh am Morgen, und am Abend wenn es kühler wird!

Ich lüfte morgens um 6 Uhr und abends auch etwa 18 Uhr...

0
@Barbierella

Ist vielleicht die Luftfeuchtigkeit auch draußen zu hoch, bei mir klappt das normalerweise!

0

Das Problem liegt darin, dass es draußen wärmer ist als drinnen.

http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCftung

Das heisst also, wenn ich im Sommer die Fenster aufmache und es ist beispielsweise 25 Grad warm, steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum dadurch an? Und an kalten Tagen sinkt sie?

0
@Barbierella

Bei sich ändernder Temperatur ist das so. Denn gemessen wird vermutlich ja die relative Luftfeuchtigkeit. Wenn du kalte Luft in die Wohnung hereinläßt und sich ihre absolute Feuchtigkeit dabei nicht ändert, ändert sich die relative Luftfeuchtigkeit in dem Maße, wie sie sich erwärmt. Das Konstanthalten der relativen Luftfeuchtigkeit würde nur bei gleicher (Luft-)Temperatur sinnvoll sein. Das Wohlbefinden ist bei jeder Temperatur bei einer anderen Luftfeuchtigkeit gegeben. Beim Lüften kommt es meist auch zum Sinken der Lufttemperatur im Zimmer.

0
@Isegrimm

Wird eine Luftmenge erwärmt, so sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Aus diesem Grund sind beheizte Innenräume im Winter so trocken: Die kalte Winterluft enthält, obwohl ihre relative Luftfeuchtigkeit u.U. hoch ist, nur sehr wenig Wasser. Gelangt diese Luft in die Innenräume, erwärmt sie sich, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit stark sinkt, typischerweise bis auf 20 - 30 % rF.

Umgekehrt steigt die relative Luftfeuchtigkeit, wenn Luft abgekühlt wird. Ein häufig gemachter Fehler ist, einen feuchten Keller im Sommer durch Lüften trocknen zu wollen. Es leuchtet ein, dass das Gegenteil des gewünschten Effekts eintreten wird: die warme Sommerluft enthält sehr viel Wasser. Dringt die Luft in den Keller, kühlt sie sich ab - die relative Luftfeuchtigkeit steigt auf sehr hohe Werte. Unter Umständen wird sogar die Taupunkttemperatur unterschritten, sodass sich auf den Kellerwänden Kondenswasser bildet.

0

Was möchtest Du wissen?