Ludwig der 14 versammlung

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Die Generalstände (États généraux) waren die Gesamtheit der Vertreter der drei Stände Klerus (clergé), Adel (noblesse) und Dritter Stand (tiers état). Sie konnten beraten und Beschlüssen zustimmen. Die Generalstände waren eine allgemeine Ständeversammlung (landesweit, also für ganz Frankreich). Seit 1614 waren sie nicht mehr einberufen worden.

In Frankreich drohte aufgrund gewaltiger Verschuldung ein Staatsbankrott.

Um die Einnahmen zu steigern, wurde vom König und seinen Ministern eine Erhöhung von Steuern geplant. Adel und Klerus widersetzten sich aber diesen Plänen, die sie ein wenig stärker durch Besteuerung zur Finanzierung des Staates heranziehen wollten. Die privilegierten Stände waren kaum bereit, auf Steuerprivilegien zumindest ein Stück weit zu verzichten, wie es Pläne der Regierung vorsahen. Eine zum 22. Februar 1787 nach Versailles einberufene Notabelnversammlung (Aristokraten, Kleriker, geadelte Bürger) verweigerte die Zustimmung. Parlamente (die französischen parlements dieser Zeit waren ständisch ausgerichtete Gerichtshöfe mit einer Vorherrschaft des Adels) forderten die Einberufung von Generalständen, weil sie sich davon mehr Beeinflussungsmöglichkeiten versprachen. Die öffentliche Meinung unterstützte den Vorschlag einer Einberufung von Generalständen.

Am 8. August 1788 wurde vom König und seiner Regierung die Entscheidung bekanntgegeben, die Generalstände einzuberufen. König Ludwig (Louis) XIV. hat die Generalstände einberufen, um Hilfe in der Finanznot zu bekommen. Der König und seine Minister dachten an eine Unterstützung von ihnen geplanter Maßnahmen, um die Finanzschwierigkeiten des Staates zu bewältigen. Sie wollten einerseits nicht Adel und Klerus gegen sich aufbringen und nicht die Ständegesellschaft nicht abschaffen, andererseits beim Volk und der öffentliche Meinung keine scharfe Empörung hervorrufen und ihre Wünsche einbeziehen.

Die Wahlen zu den Generalständen (Abgeordnete für die drei Stände waren zu bestimmen) begannen am 24. Januar 1789. Sie traten am 5. Mai 1789 in Versailles zusammen.

Bücher enthalten Darstellungen mit Erklärungen, z. B.:

Ernst Schulin, Die Französische Revolution. 4., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2004 (Beck's historische Bibliothek), S. 60 – 70

Hans-Ulrich Thamer, Die Französische Revolution. 3. Auflage, Originalausgabe. München : Beck, 2009 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2347), S. 12 – 32

Wolfgang Kruse, Die Französische Revolution. Paderborn , München : Wien ; Zürich : Schöningh, 2005 (UTB : Uni-Taschenbücher : Geschichte ; 2639), S. 16 – 18 und S. 224 – 225 (Glossar: Generalstände)

S. 16 – 17: „Der unmittelbare Anlaß für die Einberufung der Generalstände lag in der Finanzkrise des absolutistischen Staates. Bereits die großen Kriege der Jahrhundertmitte […] hatten die Monarchie an den Rand des Bankrotts gebracht und die Erhebung neuer Steuern zu einer Notwendigkeit gemacht. Davon sollten nun auch die bislang steuerbefreiten, privilegieren Stände des Adels und des Klerus betroffen sein, was ihren heftigen Widerstand hervorrief. […]. Die Durchsetzung erwies sich jedoch als schwieriges Unternehmen, denn die adlig dominieren parléments, die für die Inkraftsetzung zuständigen obersten Gerichtshöfe, verweigerten jede Kooperation und forderten die Einberufung der Generalstände, um unmittelbaren Einfluß auf die Finanzgesetzgebung zu gewinnen und die absolutistische Vormacht des Hofes brechen zu können.“

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