Lottogewinn = Abzüge für BG?

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7 Antworten

Lotto darf man ja erst ab 18, also sollte das Kind schnellstmoeglich ausziehen (vor der Ueberweisung am besten). Aber selbst in der BG, ist das EInkommen des Kindes hoch genug, um sich selbst zu ernaehren, faellt es aus der BG ja eigentlich raus. Und als Kind ist man nicht unterhaltspflichtig bei Alg2.

Das Kind kann das Geld ja auch gut anlegen (& Haus kaufen) und bekommt dann nur die Zinsen/Mieteinnahmen als Einkommen, bleibt daher wohl unter 100 000 Euro Jahreseinkommen.

Du hast soweit recht.

Gemeinsame Wohnung, gemeinsam wirtschaften mit Familienangehörigen = BG.

Wenn du raus bist - eigene Wohnung, unabhängig lebst - dann hast du keinen Anspruch, musst aber auch nicht für die anderen aufkommen.

Nun könnte ein Schlaumeier ja daherkommen und sgen, diesen Monat ist es Einkommen (Zuflussprinzip), da fliegt man halt aus dem Leistungsbezug, im nächsten Monat ist das Geld (weil dann ja bereits vorhanden) Vermögen und man hat einen ziemlichen Betrag Schonvermögen.

Da sind die JobCenter schon lange drauf gekommen: die teilen deinen Gewinn (rechnerisch auf bis zu 12 Monate auf, so dass dann 1/12 davon jeden Monat als Einkommen "angerechnet" wird.

Wenn du von DEINEM Gewinn was haben willst, dann hast du eigentlich nur die Möglichkeit, dich aus der BG zu schleichen und selbst zu wohnen.

In welchen Fällen darf auf 12 Monate verteilt werden?

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Hey EstherNele,

Danke für deine Antwort! Die Sache mit dem Schlaumeier hatte ich noch gar nicht bedacht. Wenn ich aber zum Zeitpunkt des Gewinns noch in der BG leben würde, hätte ich doch eigentlich gar keine Chance mich aus dieser "herauszuschleichen" und selbst zu wohnen, oder? Das JobCenter würde ja dem Rest der BG einfach die Leistungen streichen, ich wäre über alle Berge und der Rest liegt dann auf der Straße, oder wie?

Aber interessant wie das JobCenter die Dinge drehen kann. Als Mitglied einer BG wäre ich ja nahezu machtlos, selbst bei zweistelligen Millionenbeträgen (die ich dann sogar im Falle eines Streits unter Familienmitgliedern teilen müsste)

Krasses System.

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@athrius
Danke für deine Antwort! Die Sache mit dem Schlaumeier hatte ich noch gar nicht bedacht. Wenn ich aber zum Zeitpunkt des Gewinns noch in der BG leben würde, hätte ich doch eigentlich gar keine Chance mich aus dieser "herauszuschleichen" und selbst zu wohnen, oder?

Du verstehst es nicht. In dem Moment, in dem dir als Kind genug Geld zufließt, um deinen eigenen Bedarf zu decken, ist die BG mit den Eltern AUTOMATISCH aufglöst.
Ergibt sich unmittelbar aus § 7 Abs. 3 Nr. 4 SGB II.

Also: ES EXISTIER KEINE BG.
Außerhalb der BG ist Anrechnung nur über die Unterhaltsvermutung des § 9 Abs. 5 SGB II zulässig. Diese ist jedoch nur eine Vermutung und konstituiert keine Unterhaltspflicht. (ist ganz, ganz einfach).

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@VirtualSelf

Danke für die Richtigstellung bzw. Ergänzung meines Beitrages.

In praxi ist es leider so, dass JC immer wieder auch Kinder mit Unterhaltsverpflichtung in die Haftung nehmen.

Sehe ich jedenfalls an Bescheiden, mit denen ich zu tun habe.

Also noch mal DANKE für die detaillierte Info.

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@EstherNele

Wie gesagt: unter Maßgabe bestimmter Grenzen der Alg II-V DARF das JC vollkommen legal eine Unterhaltsvermutung anstellen.
Als Leistungsempfänger muss man der dann widersprechen, wenn die Annahme unzufreffend ist.

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Verkürzte Darstellung:

Es ist sozialrechtlich fundamental unterschiedlich, ob du als Kind oder Elter erbst.

Anrechnungsfähiges Einkommen von Elter/Partner muss unmittelbar in der BG - als auch auf Kinder in der BG - verteilt werden. Dieser Anrechnung lässt sich nichts entgegensetzen, sie ist zwingend. Erbt also ein Elter, kann die BG als Leistungsfall nur ganz aufhören zu existieren oder gar nicht (abseitige Konstellationen mal außen vor)..

Anrechnungsfähiges Einkommen des Kindes darf - mit Ausnahme des Kindergeldes - nur im Rahmen der Unterhaltsvermutung bei Eltern angerechnet werden, da Kinder im SGB II-Recht ihren Eltern nicht unterhaltspflichtig sind.
Diese Vermutung konstituiert keine Pflicht und man kann ihr ganz einfach widersprechen.
Ist das anrechnungsfähige Einkommen eines Kindesgroß genug, um seinen Bedarf zu decken, fällt es automatisch aus der BG mit Eltern raus.

Ein Auszug eines Elters aus dem Haushalt beendet für sich alleine die BG mit Partner und über den Partner mit Kind nur, wenn es sich nicht um ein Ehepaar oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft handelt. Anderfalls muss die Trennung dauerhaft sein. Allerdings können hier unterhaltsrechtliche Fragen relevant werden.

Ein Auszug eines Kindes ist leistungsrechtlich (c.p) bedeutungslos, außer dass in dem Fall nicht einmal mehr die Unterhaltsvermutung angestellt werden dürfte.

Hey VirtualSelf,

vielen Dank für deine detaillierte Antwort! Allerdings dachte ich, genau wie cyracus geantwortet hat, dass man als Kind auch unterhaltspflichtig ist (?). Das behauptet nämlich diese Seite:

http://www.datentransfer24.de/Arbeitslosengeld2-Anspruch.html

In meinem Beispiel wäre ich ja das Kind, aber gut zu wissen, was ich als Elternteil beachten müsste! Vielen Dank nochmal!

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@athrius

Die Darstellung dort ist falsch oder zumindest massiv unvollständig bzw. missverständlich.

Die Unterhaltspflicht des BGB-Rechts von gradlinigen Verwandten (§ 1601 BGB) greift im Falle des Bezugs von Alg2 (oder Alg1) NICHT.

Eine etwaige Grenze von 100.000, auf die in dem Link abgestellt wird, ist bisher nicht höchstrichterlich (BSG) bestätigt worden und das Urteil eines LSG ist ... hui .....

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@VirtualSelf

Die Unterhaltspflicht der Kinder gegenüber ihrer Eltern greift meist nur im Falle von Sozialhilfe. Das geht auch aus dem nächsten Link hervor.

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Hier kannst du es genau nachlesen:

Hartz 4 Verwandte

http://www.datentransfer24.de/Arbeitslosengeld2-Anspruch.html

.

Falls Deine Frage nicht nur theoretisch ist, sondern Du hast tatsächlich den Jackpot geknackt, dann HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, genieße den Gewinn und teile Dir das Geld so ein, dass Du nie wieder "hartzen" musst.

;-))

Hey cyracus,

leider alles nur fiktiv ;-) Mit einem Millionenbetrag könnte ich aber so einiges anfangen, da sei dir mal sicher! Mich interessiert hierbei aber mehr der Verbleib der BG und die Möglichkeiten ihre Ansprüche dennoch aufrechtzuerhalten.

Danke für deinen Link!

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@athrius

Als Kind kannst du in dem Fall rein formal-rechtlich nicht mehr der BG zugerechnet werden. Du bist draußen. PENG AUS!

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@VirtualSelf

Es soll auch Menschen geben,die es selbst nach Idiotensicheren Erklärungen nicht verstehen !

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@VirtualSelf

Hey VirtualSelf,

ich danke dir ja für deine sehr ausführliche Auskunft, aber

1.) habe ich mehreren Kommentaren gleichzeitig geantwortet, um Verständnisfragen aller Art zu klären, also nicht nur deine. Wenn du mir also das nächste Mal was verklickern willst, achte mal auf das Post-Datum und bleib' bei deinem Beitrag. Ich bin mir sicher, dass der Rest sich genauso erklären kann - Sind ja deren Antworten.

2.) brauchst du weder Großbuchstaben, noch so alberne Formulierungen wie "Peng aus" um etwas zu verdeutlichen. Ein Ausrufezeichen hätte völlig ausgereicht.

Trotzdem nochmal Danke für deine fachkundige Auskunft! :-)

@isomatte:

Solche Antworten haben weder einen Bezug auf meine Frage, noch sind sie in anderer Form konstruktiv. Also bleib' mal deinem Namen gemäß auf dem Boden.

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@athrius

PS: Zu VirtualSelf: Da hat meine Tastatur wohl einen kleinen Satz nach hinten gemacht, sorry. Natürlich sind es meine Verständnisfragen, aber deine Kommentare. Ich habe also nicht nur deinen Kommentaren geantwortet.

LG Athrius

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@athrius

Ja, athrius, dass "Dein Lottogewinn" fiktiv ist, dachte ich mir, als ich meinen humorigen Glückwunsch schrieb.

Hätte es Dir aber wirklich von Herzen gegönnt. ;-))

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ja, wenn du volljährig bist, das geld nimmst, ausziehst, dich beim Arbeitsamt abmeldest, kannst du mit dem Geld machen was du willst

Wenn du den Gewinn auf deinen Konto erhältst, ja dann ist das so wie du es beschreibst.

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