Lokalanästhesie, Dämmerschlaf oder Narkose (Weisheitszahn-OP)?

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3 Antworten

Moin,

die OP an sich ist recht unspektakulär, die Zähne werden mit einer Zange oder einem Hebel gegriffen und durch Bewegungen aus dem Knochenfach gelöst. Manchmal sind die Weisheitszähne noch tief im Knochenfach verborgen, in diesem Fall muss möglicherweise ein Teil des Knochens abgetragen werden oder der Zahn im Fach selbst zertrümmert werden. Da besonders die letzten beiden Eingriffe ein gewisses Maß an Gewalt erfordern und der Patient häufig Unbehagen empfindet, wenn der Zahnarzt/Kieferchirurg im Mund herumfuhrwerkt, ist eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) möglicherweise sinnvoll. Das Problem ist, dass eine Allgemeinanästhesie bei Weisheitszahnextraktion häufig keine Kassenleistung ist und dafür ein Aufschlag (ich glaube es waren etwa 200 Euro) gezahlt werden muss.

Eine schlichte Sedierung ist nicht ratsam, da die Atemwege hierbei nicht gesichert und die Schutzreflexe (Schluckreflex, Atemantrieb etc.) möglicherweise eingeschränkt sind. Da bei diesem Eingriff auch eine Blutung auftreten kann, könnte sich eine Dämpfung des Schluckreflexes als gefährlich erweisen.

Die Allgemeinanästhesie würde bedeuten, dass ein Anästhesist (also ein Narkosearzt) mit in der Praxis erscheint und diese Narkose durchführt. Zuvor findet die Prämedikation statt, so nennt man das Aufklärungsgespräch vor der Narkose. Die Anästhesie selbst wird, besonders in Praxen, mit Medikamenten eingeleitet und aufrecht erhalten, die über einen venösen Zugang ins Gefäßsystem gespritzt werden. Der Patient verliert je nach Medikament nach wenigen Sekunden das Bewusstsein und der Anästhesist legt einen Plastikschlauch, den sogenannten Tubus, in die Luftröhre. Davon bekommt der Patient schon überhaupt nichts mehr mit. Am Ende des Tubus ist ein kleiner Plastikballon, der Cuff. Dieser kommt knapp hinter den Stimmbändern in der Luftröhre zum Liegen und wird dort aufgepustet. Er bietet damit eine Sperre zwischen Lunge und Mundraum. Damit kann Blut aus dem Mundraum nicht in die unteren Atemwege gelangen. Nach der OP werden keine weiteren Narkosemedikamente mehr verabreicht und der Patient wacht langsam auf. Sobald er wieder wach genug ist, wird der Tubus entfernt.

Habe ich deine Fragen soweit beantwortet oder ist noch etwas offen?

Lieben Gruß ;)

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Ist bei mir schon länger her, ich kann mich nicht an Details erinnern. Ich bekam eine Dämmerschlafnarkose, die dann doch länger dauern musste als geplant, weil einer der vier Weisheitszähne zertrümmert und in Einzelteilen rausgeholt werden musste. Mitgekriegt hab ich davon gar nichts. Das war damals am 23. Dezember. Ich hab über Weihnachten bei den Familienessen für allgemeine Erheiterung gesorgt, weil ich vor Schmerzen den Mund kaum aufbekommen habe, die Erbsen einzeln reinschieben musste :-D, aber das schlimmste daran war, dass ich nicht mitlachen konnte, obwohl mir danach war ;-D

Hätte ich eine lokale Anästhesie bekommen, wäre es mit absoluter Sicherheit mein geringstes Problem gewesen, nicht mitlachen zu können...

Bin bis heute froh drüber, dass nur ein einziger Eingriff nötig war.

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4 Weisheitszähne zieht eigentlich keiner an einem Tag. Eventuell wenn es für dich sonst unerträglich ist eine Zahnklinik unter Vollnarkose.
Sonst immer 2Zähne auf einer Seite, dann kannst du mit der anderen Seite schnell wieder kauen.
In der Regel spürst du keine Schmerzen aber die mechanischen Belastungen beim Ziehen. Ist merkwürdig und etwas gruselig aber nicht wirklich schlimm. Die Zeit vergeht langsam. Frage den Zahnarzt, ob du mit Kopfhörer ein spannendes Hörbuch hören kannst.

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