Lohnt sich diese Lebensversicherung noch??

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Dobal43,

endlich, wenn auch spät, fängt da jemand an mal nachzudenken und nicht alles einfach so hinzunehmen. Auch wenn Du jetzt durch die vielen "Experten"-Meinungen etwas verwirrt sein solltes, bitte bleib bei Deinem gesunden Menschenverstand und entscheide auch danach!

Tagtäglich kommen uns solche Verträge in die Finger und einige (zum Glück immer weniger) der Besitzer reden sich die Verträge nach zig Jahren Minus immer noch "schön". Muss irgendwie ein Hauch anerzogenem Masochismus eine Rolle spielen - keine Ahnung ...

Nach 18 Jahren Lfz. ein solches Ergebnis - wow und 'ohne Worte'...

Wenn Du angeblich einen Altvertrag mit noch "hohen Garantiezinsen" hast, dann müssten die sich doch irgendwann mal sichtbar machen - oder? "Ja, wo laufen sie denn die Zinsen - wo laufen sie denn?" Wenn nicht, muss das also eine andere Ursache haben. Der Risikoanteil des Beitrags kann es nicht sein, denn eine 30.000 Todesfall-Leistung (Risikoversicherung) kostet heute gewöhnlich unter 10,- € mtl. Also was verschluckt diese "hohen Garantiezinsen" (Brutto=vor Kosten!) dann? Naja zunächst mal die Dynamik, denn der Anteil der Erhöhung gilt jedes Jahr als Neuabschluss, also wie ein neuer Vertrag: Provision, Abschlusskosten, Verwaltungskosten etc. - quasi 1 Schritt nach vorn und 2 zurück. Galubt man der Recherche der 'Frankfurter Allgemeinen', die bei der Untersuchung von 42 Versicherungsgesellschaften festgestellt hat, das die eigentliche Einzahlung erst nach 15 bis 20 Jahren wieder vorhanden ist (Immer noch kein Gewinn, sondern erst mal nur das investierte Geld!), kannst Du Dir den Verlauf Deines Vertrages ja vorstellen ...

Wenn im Durchschnitt jeden Monat von Deinem gezahlten Beitrag zwischen 30-35% allein an Kosten abgezogen wird (Allianz: 32,6%), also nur max. 70% im "Spartopf" landen, dann kannste Dir ja ausrechnen, was für ne Rendite Du brauchst, ob Kapitalversicherung oder Fondspolice ...

Und noch ein Wort zum "Steuerfreiheits"-Argument: Verluste sind nie zu versteuern! Immer nur Gewinne - ja, und die musst Du schließlich erst mal machen! Wenn man also Steuern zahlen muss, dann hat man auch irgendwie Gewinne gemacht. Tja, und das ist nun mal besser als Verluste - oder? Und jedem, der Angst vorm Steuern zahlen hat, dem rate ich: Geht zu Eurem Chef und sagt ihm, Ihr verzichtet künftig auf die Hälfte Eures Gehaltes, weil Ihr sonst so viel Steuern zahlen müsst. Auch Vermittler würden sich durch so eine Maßnahme enorm Steuern sparen - versprochen!

Das entscheidende ist immer, was du hast - nicht was dir für morgen versprochen wird, denn nichts anderes ist eine solche Versicherung - immer ein Versprechen auf morgen und übermorgen, ausgewiesen mit einem Stück Papier, genannt Police. Achte mal drauf, es geht nie um das Hier und Jetzt - egal wie alt der Vertrag ist. Immer nur um Zukunft ...

Wenn Du Dein Geld jetzt raus nimmst, dann hast Du nicht etwa durch die Kündigung Verlust - das ist Quatsch. Dein Verlust ist bereits mit Antragsunterzeichnung entstanden - er wirkt sich jetzt nur aus. 

Such Dir dafür Profis, die noch mehr rausholen können oder den Vertrag evtl rückabwickeln können und such Dir was besseres wie z.B. nen Sparplan bei einer Genossenschaft. Die dürfen nicht einfach ohne Offenlegung einseitig Kosten festlegen, sondern müssen transparent abrechnen und an ihre "Genossen" gleich ausschütten.

Wofür Du Dich auch entscheidest, viel Glück dabei ...!

Gruß Arridor von betriebssparen(de)
(bAV.ohne Bank.ohne Versicherung)

Na endlich komme ich ein Stück weiter. Habe soeben alle bisher gezahlten Beiträge addiert und bis heute 3300€ Verlust errechnet (leider nur gegenüber rückkaufswert, was anderes gibts ja nicht). Ich denke ich löse sie auf, und suche mir eine feine Sparmöglichkeit mit 100€ monatlich mit eigener kreierten jährlichen dynamik und kurzfristiger Zugriffszeit.

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@Dobal43

Hallo Dobal43, zunächst vielen Dank für die Anerkennung, obwohl als letzter kommentiert.

Aus Erfahrung rate ich wie gesagt von einer eigenständigen "Auflösung" ab, weil Du nach einer Kündigungsfrist - bei mtl. Zahlweise 1 ("unberührter") Monat - eine Abrechnung erhältst, der Du 4 Wochen lang widersprechen kannst. Da auch lt. Verbraucherschutz mittlerweile nahezu jede Abrechnung unkorrekt ist (typ. Beispiel: lt. BGH unzulässig einbehaltene 'Stornogebühren'), sollte man sich mit aktueller Rechtsprechung (EUGH, BGH etc.) gut auskennen, bevor eben jene 4 Wochen "verjährt" sind und Anwälte sind zu teuer.
Mittlerweile gibt es für Kündigung bzw. Rückabwicklung Dienstleister mit entsprechender Rechtsabteilung. Ja, gegen kleine Gebühr, die aber durch die tatsächliche Auszahlung (ca. 20%+) mehr als wettgemacht wird und man muss sich nicht mit den Rechtsverdrehern der Versicherung "rumprügeln".

Da ich nur im bAV-Bereich unterwegs bin, wo solche Differenzen für eine ganze Belegschaft schon mal zig Tausende mehr ausmachen können, frage ich morgen mal, ob die auch Privatverträge machen und schick Dir ggfls. nen Kontakt.

Bis dahin - Sparen kann Spaß machen, solange es fair ist ....

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Hi,

wenn man seine eigenen Verträge nicht richtig kennt, bekommt man irgendwann richtig Probleme, so wie bei dir jetzt.

Deine Lebensversicherung ist dynamisch gestaltet, somit steigt der Beitrag und der Versicherungsschutz regelmäßig und damit natürlich auch die auszuzahlende Summe im Todes- und Erlebensfall, zuzüglich der Gewinnbeteiligung.

Du solltest also deinen Vertrag noch einmal lesen und versuchen auch zu verstehen.

Wenn er den Vertrag jemals richtig verstanden hätte,  gäbe es wohl keinen Vertrag ;) 

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@Dobal43

Zugegeben, alles ist unmöglich.
Dafür gibt es zu viele Spezialthemen.

Trotzdem gib es einige Menschen -wie beispielsweise mich-, die berufsbedingt vieles zu diesem Thema erklären können.

Mein allgemeiner Rat zum Thema: Finger weg von Versicherungssparprodukten !

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@Dobal43

Das kann ich verstehen, bei so vielen unqualifizierten Antworten hier ...

Eine LV zu kündigen ist immer der schlechteste Weg. Weil du sehr viel Verlust dabei machst.

Wenn du die LV nicht mehr bezahlen willst, kannst du diese auch "Beitragsfrei" stellen lassen, damit bleibt dein Geld erhalten, bleibt aber auch bei der Gesellschaft, es wird nichts ausgezahlt bis zum Ablaufdatum.

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@herja

Außerdem kann man die Dynamik jederzeit aus dem Vertrag heraus nehmen. Oder aber nur jedes zweite Jahr in Anspruch nehmen.

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@herja

Eine LV zu kündigen ist immer der schlechteste Weg.

Unqualifizierte Antwort ! Vermutlich kommt sie von einem Versicherungsvertreter. 

Was stimmt ist,  eine Kündigung ist mit hohen Kosten verbunden.

Und wieso ist  das der Fall? Vielleicht weil die Versicherungsgesellschaften sich die Kohle ihrer  Kunden lieber in die eigene Tasche stecken, anstatt damit zu arbeit ? Könnte es vielleicht daran liegen ?

Oft lohnt es sich die Notbremse zu ziehen und in richtige Anlagen zu investieren.
    

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@Dobal43

Bin jetzt noch mehr verunsichert als je zuvor.
Glaube ich dir !  
Suche dir echte unabhängige Beratung vor Ort. Diese bekommst du von einem Versicherungsberater.
 

 


  

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Hi Dobal43,

als erstes würde ich mal die Dynamik aufheben - einfach bei dem nächsten Dynamik- bzw. Anpassungsschreiben fogenden Satz vermerken:
"Widerruf der Dynamik für immer" und mit Datum u. Unterschrift das Original an den LV-Versicherer zurücksenden (Kopie für deine Unterlagen anfertigen!).

Dann kannst du in aller Ruhe das weitere Vorgehen überdenken: hierzu den aktuellen Rückkaufswert schriftlich anfordern bei vorzeitiger Kündigung und auch den reduzierten Versicherungsschutz bei Beitragsfreistellung usw.

Gruß siola55

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