Lohnt sich der Wechsel in die Private Krankenversicherung?

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11 Antworten

Hallo,

ein günstigerer Beitrag ist immer ansprechend.

Der Vergleich GKV - PKV ist aber grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Gründung/Vergrößerung der Familie" und Verringerung der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Kurzarbeit, unbezahlter Urlaub/Sabbatjahr, Insolvenz, teilweise bei Arbeitslosigkeit , späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten werden in der GKV nach der Elternzeit (manchmal auch in der Elternzeit) immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Auch Scheidung und ggf. erneute Heirat/Stiefkinder können gravierende Auswirkungen haben.

Für Kinder sind pro Kopf Beiträge zu zahlen. Die Leistungen für die Kinder sind dann oft auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen von Betroffenen vermerkt:

rehakids.de/phpBB2/forum21.html

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

• für Arbeitnehmer Krankentagegeld: Wenn die selbe Krankheit wiederholt auftritt, braucht der Arbeitgeber insgesamt nur 42 Tage Entgeltfortzahlung zu leisten. Wenn das Krankentagegeld immer erst ab dem 43. Tag gezahlt wird, entsteht ggf. eine längere finanzielle Lücke.

Man kann "PKV-Experten" auch eine Testfrage stellen: "Brauche ich als Arbeitnehmer eine Absicherung für Kur/Reha?". Wenn die Antwort lautet, dass das nicht erforderlich ist, da die Rentenversicherung für Arbeitnehmer die Kosten trägt, ist das nur die halbe Antwort. Als Rentner (auch Frührentner) besteht später dann keine Absicherung mehr. Die spätere PKV-Absicherung für Reha wird dann unmöglich bzw. (fast) unbezahlbar sein.

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur schulmedizinisch anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Wenn die PKV günstiger als die GKV ist, profitiert der Arbeitgeber zur Hälfte von der Ersparnis. Wenn die PKV (früher oder später) teurer als die GKV ist, trägt man als Versicherter die Mehrkosten allein (Arbeitgeber oder Rentenversicherung beteiligen sich daran nicht): § 257 SGB V und § 106 SGB VI

Ähnlich ist es mit dem Steuerrecht. Wenn man niedrigere Beiträge zahlkt, kann man steuerlich weniger absetzen. Das GFinanzamt spart mit.

Die Kosten einer Versicherung bestehen immer aus den gezahlten Beiträgen und den nicht versicherten Leistungen.

Der Basistarif der PKV beinhaltet die Leisztungen der GKV. Beim abgesenkten Arzthonorar hat man aber sehr oft Provbleme Ärzte zu finden, die zu diesem niedrigen Satz behandeln. Der Beitrag im Basistarif liegt bei 500 bis 600 Euro monatlich pro Person (unabhängig vom Einkommen!).

http://www.pkv.de/positionen/basistarif/

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

RHWWW 09.02.2012, 20:51

Die Gesundheitsfragen im PKV-Antrag sind immer 100% korrekt anzugeben: Gab es in den letzten Jahren irgendwann Rückenbeschwerden? Gab es Knieeinschränkungen? Oder Kopfschmerzen? Oder eine Erkältung mit Husten? Nicht angegebene Erkrankungen können auch nach Jahren zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

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Lustig finde ich, dass Niemand etwas über die Nachteile der GKV schreibt. Da sind zum Beispiel auch ständig steigende Beiträge, vor allem wenn man über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, kombiniert mit alternativen Formen der Beitragseinnahme wie Praxisgebühr und Zusatzbeitrag. Dazu kommen ständig sinkende Leistungen. Gegen diese Punkte kann man kaum etwas unternehmen und man ist auch zukünftig den Ideen der Politik ausgeliefert.

Das Wichtigste ist eben beim Wechsel in die PKV, das man eine seriöse Versicherung findet, die auch nicht alle 3 Jahre einen neuen Tarif einführt. Man muss natürlich auch unbedingt die Gesundheitsfragen korrekt und vollständig beantworten.

Letztendlich ist es eine Entscheidung für den Rest des Lebens. Leider ist natürlich auch schwer vorherzusehen was kommen wird. Ob die PKV nun irgendwann mal abgeschafft wird... Man weiß es nicht in den letzten Jahren hätten alle Parteien Gelegenheit dazu gehabt. Passiert ist aber nichts.

Ich würde mich auch nicht an der derzeitigen Situation für Rentner in der GKV orientieren. Hier wurde in der Vergangenheit schon an den ersten Punkten geschraubt und es würde mich überraschen, wenn sich da nicht auch mittelfristig Änderungen im Sinn von Einnahmesteigerungen ergeben.

Schlacksi 08.02.2012, 00:25

Zu dem Punkt mit den Rentnern in der GKV: Du meinst, dass hier evtl. die Beiträge hochgeschraubt werden sollen??

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Nickes 08.02.2012, 00:37
@Schlacksi

Meine Meinung: Da bin ich felsenfest überzeugt von.

Es werden ja schon unter bestimmten Bedingungen die gesamten Einkünfte (also auch z.B. private Rente) der Rentner zur Beitragsberechnung herangezogen. Es würde mich alles andere als wundern, wenn das in den nächsten Jahren weiter ausgedehnt wird.

Wie gesagt, ist jetzt meine Meinung von der Politik

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55 Jahre ist das magische Alter für PKV Versicherte, ab da ist ein Wechsel zurück in die GKV absolut ausgeschlossen. Im Umkehrschluss bedeutet das, das man ab dann zum Spielball der PKV werden KANN, weil es keine alternative mehr gibt.

Vollkommen richtig! Gerade im Alter sollte man sehr vorsichtig mit Tarifwechseln sein, da sonst alle Alterungsrückstellungen verloren gehen können: http://beitrag-pkv.de/glossar/altersruckstellung/

Wenn Du schon schreibst das Du Frau und KInd hast und unter Umständen davon ausgegangen werden darf das auch Deine Frau einmal mitversichert werden müsste, rate ich in der freiwilligen zu verbleiben.

Der Einstieg zur PKV ist immer günstig. ca. 10% der Prämie werden für die Altersrückstellung verwendet. Je später man einsteigt, desto mehr steigen später die Prämien, da weniger Rückstellungen angespart wurden.

Die Beitragserhöhungen hängen auch mit dem gewählten Tarif zusammen. Wenn man die Erhöhungen der letzten JAhre nimmt, würde ich diese nicht für die Zukunft verwenden. Denn, den PKV´s ging es die letzten JAhre wesentlich besser als heute, und die Zukunft sieht eher schlechter aus.

Beispiele der Erhöhungen 2011/2012: Central bis zu 40% Deutscher Ring bis zu 20% Gothaer bis zu 33%

Mit KInd und Fau kenne ich nicht wenige die im Monat 1000€ nur noch an die PKV überweisen und nicht rauskommen.

Die 50.850 EUR die du ansprichts ist die Jahresarbeitsentgeltgröße. Diese darfst du nicht Heranziehen in deinem Vergleich.

Deine Beiträge werden aus der Beitragsbemessungsgrenze berechnet. 3825 € monatlich bzw. 45.900,00 € jährlich. (in 2011 lag diese bei 44.550€).

Sichere dich und deine Familie zusätzlich mit einer privaten Zusatzversicherung ab, 1-2 Bett Zimmer, Zahn und eventuell Chefarzt.

Die PKV wird später nie fragen ob du noch genug verdienst um deine Beiträge zu zahlen, die GKV dagegen schon.

Wenn Du kaum beim Arzt bist schließe noch einen Selbsbehalttarif ab und einige Kassen zahlen bis zu 600€ zurück, was bei Dir fast einem Monatsbeitrag entspricht.

Wie die Entscheidung auch ausfällt. Viel Erfolg

Nickes 08.02.2012, 12:03

Das mit den 10% Alterungsrückstellung ist kompletter Unsinn. Es gibt seit 2000 einen gesetzlichen Zuschlag von 10% auf den Beitrag, der ZUSÄTZLICH der Alterungsrückstellung zugeführt wird. Zusätzlich zu der bereits im Beitrag einkalkulierten Rückstellung und den Zinsgewinnen, die auch wieder der Rückstellung zufließen. Die Höhe der Zuführung zur Alterungsrückstellung ist pauschal nicht zu sagen und die Unternehmen tun sich auch schwer diese zu kommunizieren.

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kvrv11 08.02.2012, 12:34
@Nickes

Als kompletter Unsinn würde ich es nicht bezeichnen. Ich habe geschrieben ca. 10%. Das ist der gesetzliche Zuschlag. Die Höhe der übrigen Altersrückstellungen hängt vom Tarif, Alter und Geschlecht des Versicherten ab. Und deswegen ist es pauschal nicht zu sagen. Von daher das ca. vor den 10%. Denn das ist die einzige Zahl die bekannt ist.

Wenn dann ist meine Antwort nicht detailiert genug, aber bitte kein kompletter Unsinn.

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Nickes 08.02.2012, 12:50
@kvrv11

Der gesetzliche Zuschlag ist genau 10 %. Davon auf die gesamte Alterungsrückstellung zurückzuschließen, oder diese 10 % als gesamte Alterungsrückstellung verkaufen zu wollen ist in meinen Augen einfach nur falsch, verwirrend und damit Unsinn. Es kommt in meinen Augen nämlich so rüber, dass ja eh nur 10% in die Alterungsrückstellung fließen, was halt nicht so viel ist und somit vernachläßigt wird.

Bei einem 30 jährigen Mann sollte doch noch einiges mehr zur Alterungsrückstellung zugeführt werden, als die gesetzlichen 10%

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kvrv11 08.02.2012, 13:39
@Nickes

Ja das stimmt der gesetzliche ist genau 10% und ich sprach von ca. 10% Altersrückstellung, das war nicht nur auf den gesetzlichen bezogen.

Ich wollte auf keinen Fall damit ausdrücken das es "eh nur" 10% sind, vielmehr wollte ich eigentlich darauf hinaus das ihm mit 30 ja auch schon ein paar Jahre fehlen in der Rückstellung, nur deswegen hatte ich diese überhaupt erwähnt.

Ich möchte mich hier auch nicht weiter rumstreiten, um dieses kleine Detail, denn meine Antwort besteht aus wesentlich mehr.

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Nickes 08.02.2012, 15:30
@kvrv11

Allein schon die Aussage das ihm mit 30 schon ein paar Jahre in der Rückstellung fehlen ist Versicherungsmathematisch der absolute Unsinn!!! Da gibt es auch nichts zu diskutieren, tut mir leid. Diese Aussage ist einfach, schlicht und ergreifend falsch!

Genauso wie eine Zahl von 10% vollkommen falsch und unzutreffend ist.

Tut mir leid, aber ich halte die Alterungsrückstellungen für einen gravierenden Teil der privaten Krankenversicherung und nicht für ein kleines Detail. Leider sehen das wohl auch viele Personen als "kleines Detail". Das sind aber auch die, die sich billige Tarife aufschwätzen lassen und schon nach 10 Jahren über die exorbitanten Beitragssteigerungen jammern.

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Nickes 08.02.2012, 15:38
@kvrv11

Nur um das noch klar zustellen. Meine Kritik bezieht sich wirklich nur auf die Alterungsrückstellung.

Ob die PKV für eine Familie mit einem Alleinverdiener wirklich das Beste ist, sehe ich auch eher als fraglich.

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Jetzt hast Du noch Vorteile. Die wiegen aber nie Nachteile auf, die Du als Alleinverdiener, Älterer oder Kranker haben wirst.

Bleib in der GKV und versichere Dich zusätzlich für Chefarztbehandlung oder sonstige Annehmlichkeiten.

Die Entscheidung wirst Du treffen müssen, ohne die Vor- und Nachteile abwägen zu können. Bei beiden Varianten weißt Du nicht, was Dir bevorsteht. Wie alt bist Du denn und wie steht es mit Deinem Gesundheitszustand? Wenn ein Risiko besteht, nehmen die PKVs Dich sowieso nicht auf. Wenn Du wechselst, eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, die den Versicherten gehört, klingt seriöser als eine Versicherungs-AG, deren Geschäftsziel es ist, die Kunden über den Tisch zu ziehen. Wenn Du älter wirst und mit der Versicherung unzufrieden bist, ist ein Wechsel schwierig. Zurück in die GKV geht nicht und andere PKVs wollen Dich dann nicht mehr. Und nicht vergessen: Im Alter wird die PKV exorbitant teuer - die GKV leistet dafür wohl immer weniger. Die Leistungen der PKV werden allerdings auch zurückgefahren.

Zum Schluss noch eine ganz persönliche Meinung, von der Du Dich aber nicht stören lassen und die Du vor allem nicht teilen musst: Die KV ist solidarisch. Wer arbeiten kann und darf, finanziert Arbeitslose, Kranke und Schwache mit. Wer sehr gut verdient, darf sich aus der Solidarität ausklinken. Ich finde das private KV-Wesen asozial und werde bei der nächsten Wahl den unterstützen, der verspricht es abzuschaffen.

timbuktu78 07.02.2012, 23:18

man beachrte die Beitragsbemessungsgrenze ...und wer viel verdient......klar auf was ich hinaus will.....Daumen hoch!

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Schlacksi 07.02.2012, 23:41

Ich bin 30 Jahre alt und gesundheitlich absolut fit. Keine Beschwerden, auch nicht in den letzten Jahren. Ein Wechsel wird unter Umständen wirklich schwierig, da gebe ich dir recht. Das mit dem teurer werden kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Natürlich steigen die Prämien über die Jahre (meinen Recherchen nach um 5-7%/a), allerdings steigt auf der anderen Seite nahezu jedes Jahr die Beitragsbemessungsgrenze, was somit für die KKV auch eine "versteckte" Prämienerhöhung bedeutet, den 14.4% von 49.500 EUR ist weniger wie 14.4% von 50.850 EUR etc.

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Defaetist 07.02.2012, 23:46
@Schlacksi

Um welchen Faktor zahlst Du mehr, wenn Du 70 bist? Angenommen die 7% pro Jahr gelten:

1.07 ^40 = 14.97

Hoffentlich bekommst Du also nicht jedes Jahr 7% aufgeschlagen.

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Schlacksi 07.02.2012, 23:50
@Defaetist

Ja sicher, aber wie in meiner Aussage oben beschrieben, steigen die Kosten der GKV doch genauso. Wo liegt hier jetzt noch der Nachteil/Vorteil?

Selbst, wenn die GKV keine 5-7%/a erreicht, habe ich ja durch die günstigere Prämie in der pKV erhebliche Einsparungen dem gegenüber.

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Defaetist 08.02.2012, 00:04
@Schlacksi

(50.850 - 49.500) / 49500 = 0.027

1.027^40 = 2.9

Das sind also 2.7% und nicht 5-7% Aber wie gesagt, ich kann Dir auch nicht sagen, wie sich das in der Zukunft weiter entwickelt. Wo kommt die Wertschöpfung denn her, von der Du profitieren möchtest? Die PKV bezahlt höhere Honorare und mehr Leistungen bei weniger Beitrag. Das kann doch nur dadurch gehen, dass sie weniger umverteilt. Damit ist einerseits der Sozialausgleich gemeint, aber auch Dein eigenes Alter. Was Du heute weniger bezahlst, bezahlst Du später mehr, so schätze ich das ein.

In der Vergangenheit haben die Versicherungen dadurch profitiert, dass sie eine steigende Zahl junger Mitglieder geworben haben. Dadurch haben sie keinen repräsentativen Altersdurchschnitt in der Kundschaft, sondern einen jüngeren. Die Kunden werden aber auch älter. Du kannst selber überlegen, ob sich das System dauerhaft durchhalten lässt.

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Schlacksi 08.02.2012, 00:22
@Defaetist

Die Prämien steigen doch aber nicht, weil ich immer älter werde, sondern weile es im allgemeinen immer mehr Erkrankungen gibt und immer mehr Leute öfter krank werden. In der GKV habe ich später als Rentner natürlich weniger Bruttoeinkommen, was gleichzeitig einen geringeren Beitrag für die GKV mit sich bringt. In der PKV hat man später allerdings immer noch seine dynamisch gestiegen Prämie, die in diesem Fall natürlich nicht geringer ausfällt. Das ist für mich aber der einzogst erkennbare Grund um die Aussage zu unterstützen: "Im Alter wird's teurer".

Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

Was du hier auch völlig ausser Acht läßt: Natürlich sind die 5-7% der PKV mehr vs. 2.7% der GKV .. allerdings ist hier auch wesentlich mehr abgedeckt. Wenn wir doch also darauf spekulieren, dass sich in Zukunft duch Krankheit etc. etwas zu unserm Nachteil verändert, dann bin ich mit den zusätzlichen Leistungen der PKV in Sachen Selbstbeteiligung etc. doch wesentlich besser dran.

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Defaetist 08.02.2012, 00:30
@Schlacksi

Ich möchte Dich weder eines besseren noch überhaupt belehren. Du musst die Entscheidung selber treffen. Dazu kannst Dir Meinungen einholen, aber die Entscheidung liegt bei Dir. Ich bin mit meiner Meinung jetzt durch. Gute Nacht und Dir eine gute Entscheidung!

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Nickes 08.02.2012, 00:31
@Schlacksi

Die Prämien steigen bei den Privaten generell aus den selben Gründen, wie sie bei den Gesetzlichen steigen.

Im Alter wird's dann teuer, wenn die Beiträge der privaten zu niedrig sind. In jungen Jahren setzt sich der Beitrag aus Risikobeitrag, also das was ausgezahlt wird, und den Alterungsrückstellungen zusammen. Die Alterungsrückstellungen ergeben dann mathematisch den Wert, der dann im Alter an Mehrausgaben verwendet wird. Sprich, rein mathematisch zahlt man in jungen Jahren zu viel, im Alter weniger und der Beitrag bleibt stabil.

Die Probleme hierbei sind, wie bei der Gesetzlichen auch. Die Menschen werden älter und die Behandlungen teurer. Dadurch sind Beitragsanpassungen bei den Privaten nötig.

Das nächste Problem sind dann unseriöse Versicherungsgesellschaften, die mit niedrigen Beiträgen und ständig neuen Tarifen versuchen Versicherte zu ködern. Setzt man die Alterungsrückstellungen zu niedrig an, zahlt man zunächst auch weniger ,aber es fehlt dann auch das Geld im Alter. Hier fallen dann die Anpassungen höher aus. Dieses Modell war bedonders Ende der 90er sehr beliebt und heute stöhnen die "Sparfüchse" von damals.

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Schlacksi 08.02.2012, 00:34
@Defaetist

Nein nein, das war auch gar nicht so aufgefasst oder empfunden, ich freue mich über die zahlreichen Meinungen zu diesem Thema! Sorry, wenn das etwas plump rüber kam. Dir auch eine Gute Nacht.

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Wechsel in private Kasse durchrechnen

Hamburg (dpa/tmn) - Die eigene gesetzliche Krankenkasse ist von der Schließung bedroht? Dann sollten Versicherte nicht überstürzt zu einer privaten Kasse (PKV) wechseln.

Bei einer privaten Kasse seien zwar häufig die Einstiegsbeiträge verlockend günstig, erläutert der Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Aber aufgrund jährlicher Beitragssteigerungen müssten Versicherte im Alter häufig sehr hohe Summen zahlen.

Wer im Ruhestand diese Beiträge nicht aufbringen kann, müsse dann auf den «abgespeckten» Basistarif seiner privaten Kasse ausweichen. Denn nur selten sei es möglich, in die gesetzliche Versicherung zurückzukehren. (...) http://www.n-tv.de/ticker/Geld/Wechsel-in-private-Kasse-durchrechnen-article3372616.html

Schlacksi 07.02.2012, 23:47

Richtig, aber selbst der Basistarif umfasst ja seit 2009 mindestens die gleichen Leistungen wie in der GKV. Demnach habe ich hier nie einen Nachteil, sondern nur Vorteile, denn selbst wenn ich in der GKV geblieben wäre, hätte ich schließlich auch nur diesen Anspruch gehabt. In der PKV hingegen, kann ich mir den Vorteil der Leistungen etc. ggf. je nach Bedarf und Möglichkeit erkaufen, oder auch nicht.

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timbuktu78 08.02.2012, 00:04
@Schlacksi

genau so schauts aus ...nach Abwägung deiner Vor-und Nachteile, deine Entscheidung^^....mfg

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die nachteile hast du ja schon sehr gut erkannt und auf die solltest du dich auch konzentrieren.

wenn du wirklich mal das volle programm hast, also du dich, deine kinder und deine frau versichern musst, geht ein haufen geld weg.

und wenn du einmal in der privaten bist kommst du so schnell in die GKV nicht wieder rein.

aber die versorgung in der PKV ist definitiv und ungleich besser als in der GKV.

eine alternative könnte sein, eine private zusatzversicherung abzuschließen. also du bleibst GKV-mitglied und ergänzt es nur.

außerdem gibt es auch die möglichkeit der 'kostenerstattung'. da bleibt man auch in der GKV, schließt auch eine zusatzversicherung ab und wird sowas ähnliches wie ein privatversicherter patient. (der arzt behandelt dich wie privat, gibt dir auch eine rechnung die du aber dann von dieser KE-versicherung zurückbekommst).

erkundige dich....

Schlacksi 07.02.2012, 23:57

Deine genannte Alternative habe ich ehrlich gesagt noch nicht bedacht, guter Tip. Sicherlich ist das Risiko im Fall des "kompletten Programms" da, aber ich denke das ist finanziell noch recht übersichtlich. Ich "könnte" heute ca. 120-150 EUR gegenüber meiner gesetzlich freiwilligen KV einsparen (im Monat), hingegen müsste ich morgen schätzungsweise 150 EUR für ein Kind + ca. 330 EUR für meine Frau übernehmen. Demnach liegt das Risiko bei ca. 350 EUR.

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timbuktu78 08.02.2012, 00:42
@Schlacksi

tja ...die Entwicklung dahingehend ,ist sicher nicht überschaubar,allerdings mit einer Zusatzvers. ,wie beschrieben ,liegst du eigentlich nicht schlecht

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wie alt bist du? über 55?...weil dann wirds teuer , auch und gerade ,wenn du chronische Beschwerden hast..letztendlich musst du dir, ein Angebot machen lassen..wenn du über der Beitragsbemessungsgrenze bist, wenn ich das richtig verstanden habe(65k????) ,dann bist du gesetzlich freiwillig versichert ... wenn du jetzt privat versichert bist,zahlstdu jeden Arztbesuch erstmal selbst,streckst ihn in gewisser Weise vor,.. Pauschal lässt sich das eben nicht festmachen. Steuerlich gesehen (bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe) ist es egal, denn es wirkt sich hauptsächlich nur der "Basis-Anteil" aus. Man hat bei einer PKV mehr Schreibkram. Die wollen jedes Jahr ein Einkommensnachweis. Man muss seine Arztrechnungen einreichen etc.

Schlacksi 07.02.2012, 23:43

Nein, ich bin 30 Jahre alt. ja, 65k hast du richtig verstanden = 65.000 EUR/a. Ja, im Moment bin ich gesetzlich freiwillig versichert. Das mit dem Vorstrecken, kann ich überhaupt nicht bestätigen, denn bei allen Angeboten die ich bisher gesehen habe, erfolgt die Abwicklung ggf. immer indirekt über die PKV

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Nickes 08.02.2012, 00:05
@Schlacksi

Praktisch sieht das so aus: Der Arzt schreibt die Rechnung an Dich und Du musst den Arzt zahlen. Die Rechnung reichst Du dann der PKV ein und die zahlt Dir dann das zustehende Geld.

Bei meiner Versicherung funktioniert das so, dass ich bei höheren Beträgen die Rechnung sofort einreiche. Normalerweise ist in einer Woche das Geld von der Versicherung da und ich überweise es dann an den Arzt. Bei kleineren Beträgen sammelt man eher, besonders wenn man eine Beitragsrückerstattung in Aussicht hat. Da lohnt es sich 300 Euro erstmal vorzustrecken und im nächsten Jahr dann die Beitragsrückerstattung einzustreichen.

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Schlacksi 08.02.2012, 00:14
@Nickes

Genau so meinte ich das .. und JA, absolut sinnig, erstmal zu sammeln und ggf. nachzureichen, oder ggf. halt auch nicht, um die Rückerstattung zu bekommen.

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Hör Dich mal um, wies im Alter aussieht, dann wirst Du diesen gedanken wohl vergessen.

Schlacksi 07.02.2012, 22:59

Geb mir mal eine genauere Aussage. Ich habe dazu schon etwas gehört, aber will das bestätigt wissen.

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timbuktu78 08.02.2012, 00:09
@Schlacksi

steigendes Alter ,steigende Mehrkosten...lag glaub ich bei 55 .....will mich da aber nicht genau festlegen ,da ich nicht auf allerneuesten Standarts bin...^^

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Schlacksi 08.02.2012, 00:16
@timbuktu78

Auch eine PKV kann hier nicht einfach altersbedingt die Prämien erhöhen, genau so wie in der GKV. Der Grund warum die Beiträge stetig steigen liegt wohl eher an immer häufigeren Erkrankungen im Allgemeinen für alle Beteiligten.

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Schlacksi 08.02.2012, 00:50
@timbuktu78

Wie jetzt? Du hast doch oben geschrieben: "steigendes Alter, steigende Mehrkosten" ..und was genau meinst du mit den 55 Jahren?

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kvrv11 08.02.2012, 09:11
@Schlacksi

55 Jahre ist das magische Alter für PKV Versicherte, ab da ist ein Wechsel zurück in die GKV absolut ausgeschlossen. Im Umkehrschluss bedeutet das, das man ab dann zum Spielball der PKV werden KANN, weil es keine alternative mehr gibt.

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vor allem musst Du sämtliche Diagnosen oder Krankheiten, die mal bestanden haben, der PKV mitteilen, auch die des Kindes ansonsten könnte ein Ausschluss einer Krankheit bevorstehen oder sie entsprechend preislich in die Höhe schießen. Ich würde in der gesetzlichen bleiben und evtl. die ein oder andere Zusatzversicherung dazu"buchen".

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