Lohnt sich der Kauf von Bio-Lebensmitteln überhaupt?

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4 Antworten

Von dem Gedanken "Bio = gut" solltest du dich schnell verarbschieden. Ebenso würde ich dir nahelegen die Netzfrauen-Seite zu meiden, wie der Name schon andeutet sind das hysterische Hausfrauen, die ohne jeden Sachverstand einfach nur Medienskandale zusammentragen.

Pflanzenschutzmittel werden auch im Bio-Anbau eingesetzt, das Spektrum ist zwar wesentlich kleiner, aber das macht es nicht besser. Dabei geht man einfach davon aus, dass etwas natürliches besser ist, als etwas synthtisches, diese Annahme ist einfach unhaltbar und mMn ein großer Missstand im Bio-Anbau. So finden z.B. das BT-Toxin, bekannt aus gv-Pflanzen oder kupferbasierte und zahlreiche weitere Mittel Anwendung.

Die Haltungsbedingungnen für Tiere sind idR grundsätzlich besser als bei konventioneller Haltung, wenn die Haltung aber am gesetzlichen Minimum geschieht, so ist es auch kaum besser.

Mich stört dabei auch sehr, dass die Tiere ökologisch angebautes Futter bekommen müssen, denn dabei kann es, wenn auch nur vereinzelt, zu Problemen bei Tieren durch zu hohe Mykotoxinbelastungen kommen.

Letztlich musst du aber für jedes Produkt einzeln betrachten, unter welchen Bedingungen es produziert wird und immer wieder neu entscheiden, welches dabei nun das bessere ist.

Bezogen auf "nachhaltige" Produktion machen bio und konventionell einiges falsch und sind beide in heutiger Form nicht zielführend.

Das einfachste ist dabei, regional und saisonal einzukaufen, sodass man die Produzenten kennt, wenn denn die Möglichkeit besteht.

Pflanzenschutz ist auch grundsätzlich nichts schlechtes, wovor man Angst haben müsste. Das meiste an Wirkstoffen hat für uns erstmal gar keine Wirkung, dazu kommt, dass immer der Abbau dieser mit einberechnet wird, sodass gewisse Zeit vor der Ernte kein Einsatz mehr erfolgen darf. Eine Landwirtschaft ohne Pflanzenschutz ist nur in kleinstem Maßstab möglich und für eine Produktivität, wie wir sie in unserem bevölkerungsdichten Land benötigen, unter aktuellen Anbaumethoden nicht möglich.

Auch zu beachten ist, dass der Bedarf an Bio-Produkten durch inländische Produktion nicht gesichert werden kann, es kommt also ein großer Teil aus ausländischer Produktion.



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Kommentar von KleinesWolfi
04.02.2016, 09:23

Verstehe... ja also die Seite, die ich hier jetzt angegeben habe, war nur eine von vielen. ^^' Dankeschön.

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Hallo,

was sind denn das für seltsame Argumente? Ich kann mir doch nicht irgendwelche Einzelfälle herauspicken und dann auf das Gesamte schließen? Ist wegen eines korrupten Polizisten die gesamte Polizei korrupt? Oder kann man wegen eines Pfarrers, der wegen Mißbrauch verurteilt wurde, die gesamte Kirche an den Pranger stellen? usw. usw. .. ist wieder mal typisch für Internet-Diskussionen :-(

Auch die Argumentation mit saisonal und regional ist - sorry - totaler Quatsch. Reine Theorie und von der Praxis weit entfernt.

Das beste aktuelle Beispiel ist das Glyphosat. Wird "regional und saisonal" gespritzt, von unseren schlauen Bäuerlein, die sich von den Pharmavertretern volllullen lassen. Kurze Zeit vor der Getreideernte wird mit glyphosathaltigen Mitteln gespritzt, damit die Grünanteile absterben und sich das Getreide besser verkauft. Das haben wir dann in unserem Brot, Backwaren, Mehl etc. Glyphosat wird von der WHO als vermutlich krebserregend eingestuft. Warum sollte ich mich für eine regionale und saisonale Gesundheitsschädigung entscheiden, wenn ich Produkte kaufen kann, die keine Chemie enthalten, wie z.B. Bio-Demeter-Produkte?

Im Bio-Anbau ist Glyphosat nicht gestattet. Die Bio-EU-Verordnung legt auch nur den grundsätzlichen Rahmen fest, also die Minimum-Anforderungen. Da aber zumindest die in Deutschland produzierten Bio-Lebensmittel überwiegend von Erzeugern kommen, die sich wiederum in Anbau-Verbänden organisieren, wie Demeter, Bioland, Naturland, Ökokreis etc... und sich dort noch weitaus strengere Regeln auferlegen, muss man bei "Bio" logischerwiese differenzieren und nicht alles über einen Kamm scheren, wie das hier getan wird.

LG Jürgen 

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Kommentar von KleinesWolfi
06.02.2016, 12:30

Wenn das nur seltene, wenige Einzelfälle wären, würde ich ja nichts dagegen sagen. Aber diese einzelnen Fälle häufen sich, und es werden mehr und mehr Skandale aufgedeckt... ich hab nur eine Internetseite als Quelle angegeben, damit meine Frage nicht gesperrt wird. Aber es gab mehrere Seiten, die auch teilweise von vielen verschiedenen Fällen berichtet haben. 

Ich finde es einfach nicht schön, wenn Menschen mit guten Absichten so dreist um ihr Geld betrogen werden. :( 

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das solltest du für jedes einzelne produkt individuell entscheiden. Nicht alles, wo bio draufsteht, ist auch bio drin bzw sinnvoll ( und zu teuer ). 

ZB Biomöhren / Obst / gemüse im winter / sommer aus Israel oder den Niederlanden, ist nicht wirklich bio.Oder bio-fisch aus aquakultur. Ist auch nicht bio= tiergerecht

da sollte man eher regional und sessional einkaufen. Auch bei bio-nudeln, bio-saucen, bio-aufstrichen, bio-eis und so bin ich skeptisch, denn da ist dennoch noch zu viel unnötiges zeugs drin ( Dextrose / Maltrose, hefe, usw). Sowas kann man auch selber machen.

das einzigste, wo ich gezielt bio kaufe, sind eier und Fleisch ( selten und dann nur im angebot ).

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Bio ist per Defintion gesünder, aber nicht umweltfreundlicher. Kaufe nur das was Du wirklich brauchst, und bevorzugt regionale Lebensmittel. Dann hast Du den besten Kompromiss, sofern es Deine Geldbörse hergibt.

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