Lohnt es sich, sich einen Grevisse zu holen?

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2 Antworten

Le Bon Usage kannst du auch noch im Endspurt bis zum Abi brauchen, besonders, wenn du es so genau nimmst.  Inhaltlich geht er weiter, als es der Duden tut.
Ich habe seinerzeit Romanistik mit Schwerpunkt Linguistik gewählt und dann ein Thema aus dem Altfranzösischen als Magisterarbeit (als es die noch gab!); zwei Proseminare, in denen galloromanische Einflüsse zur Sprache kamen, waren auch dabei -  da es aber kaum verwertbare Spuren außer vielleicht Superstratwirkung gibt, werden diese Einflüsse meist nur erwähnt, sind m.W. jedoch kein Hauptthemengebiet. Wie wolltest du da eine Corpusanalyse machen? 

Lehramt - schön, aber in welcher Form willst du galloromanisches Hintergrundwissen in den Unterricht einfließen lassen, wenn es die eingesetzte Zeit beim Studium lohnen soll?

Ist deine verbale Sprachkompetenz des Französischen denn schon richtig gut und flüssig?

jf20011 17.07.2017, 23:32

Danke erstmal für die schnelle Antwort! Ich meinte mit Galloromanistik (ich wusste nicht, wie ich es nennen sollte, da hab ich schnell bei Wikipedia geguckt) das Themengebiet, das sich auf den französischen Teil spezialisiert hat. Es kann auch sein, dass ich dich gerade nicht ganz verstehe... Was genau meinst du mit Corpusanalyse? Die Untersuchung der französischen Sprache an sich? Ich würde erst beginnen mit dem Übergang von Latein zu Vulgärlatein und dann übergehen zum Altfranzösischen... Von da aus kann man weiter zum Mittelfranzösischen usw. und das Altfranzösische (?) der Normannen hatte doch entscheidenden Einfluss auf das Englische usw. In den Unterricht würde ich es integrieren, indem ich oft einen Bezug zu Englisch herstelle - oder Wörter etymologisch ableite, z. B. fenêtre über altfranzösisch fenestre und Fenster von Lateinisch fenestra (wenn ich mich nicht irre). Vokabelpauken ist uns Schülern ja oft ein Graus, aber so kann man das m. E. zum Teil sehr erleichtern bzw. verständlicher machen. Ja, meine Aussprache ist gut, wenn du das meinst, und ich kann Französisch auch mündlich recht gut anwenden (was aber anscheinend keine Pflicht ist, was unsere Englischlehrerin uns letztes Jahr in Englisch leider deutlich demonstriert hat) und beim Hörverstehen bin ich auch gut. Als künftiger Lehrer muss man heute zum Glück auch viel öfter praktisch arbeiten und Klassen unterrichten als früher und ich denke, somit lernt man das freie Sprechen und Nicht-mehr-stottern dann vermutlich auch ganz von selbst, denn damit könnte ich vermutlich fürs Erste meine Probleme haben. Notfalls kann mir dazu sicher meine Großmutter Ratschläge geben, die war selbst Lehrerin.

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Spielwiesen 18.07.2017, 00:04
@jf20011

Ok - meine Studienzeit ist schon ein paar Momente her, und vielleicht wird heute Romanistik anders aufgeteilt.

Eine Corpusanalyse ist ein Text, der auf sprachliche 'Features' hin analysiert wird, um bestimmte Erkenntnisse daraus abzuleiten. Klingt etwas öde, aber über die Quantifizierung lässt sich doch Interessantes und Spannendes erkennen. Ich habe einen Bericht vom vierten Kreuzug von 1204 untersucht, verfasst von einem Kreuzzugsteilnehmer in der derzeitigen Volkssprache seiner Heimat (die wir aus heutiger Sicht als 'Altfranzösisch' bezeichnen) untersucht.  - Bestimmt gibt es ja noch ältere Dokumente. 

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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jf20011 18.07.2017, 00:32

Dankeschön! :)

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Na ja... im Internet-Zeitalter findet man eigentlich alles auf Internet, d.h. ich habe meinen schon sehr lange nicht mehr hervorgeholt.

Aber grundsätzlich ja, es ist ein Standardwerk...

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