Lohnt es sich heutzutage noch, sich mit Ebay selbständig zu machen?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Nach meinem Dafürhalten lohnt sich dieser Sprung ins kalte Wasser:

obwohl ich die Sachen dann ab 1 Euro anbieten würde, wenn es unter Sofortkauf nicht geht?

erst einmal nicht.

Du solltest Dich über die Pflichten und Rechte gewerblicher Verkäufer erst einmal bei ebay ein bißchen vorab informieren:

http://pages.ebay.de/rechtsportal/gewerbliche_verkaeufer.html

und dann bei der für Dich zuständigen IHK über Existenzgründung beraten lassen. Hinweise zur Gewerbeanmeldung erhältst Du im Kommentar.

Der Markt ist ziemlich kaputt durch die Billigdiscounter mit Garderobe fragwürdiger Herkunft.

Das Thema Markenkleidung ist auch ziemlich verbrannt, da die meisten Hersteller dieser Garderobe ihre eigenen, geschützten Vertriebswege haben.

Selber importieren bringt in erster Linie Fakes zu Tage und Fakeverkauf ist in Deutschland verboten (§143), ebenso wie der Import (§150).

haikoko 07.03.2014, 09:31

Und hier noch der Link zur Gewerbeanmeldung:

http://www.haendlerbund.de/hinweisblaetter

2
haikoko 07.03.2014, 09:35
@haikoko

Noch ein Tipp: ebay als einziges Standbein für den gewerblichen Verkauf hat schon manchen Händler in den ruin getrieben. ebay's Handlungen / Sperrungen / Accounteinschränkugen sind manchmal nicht nachvollziehbar.

2

Meine Antwort wird etwas länger, aber sie orientiert sich an einem realen Fall und ich kann nur jedem empfehlen, der es ernst mit dem Gedanken der eBay-.Selbstständigkeit macht, sie zu lesen.

Teil 1: Große Gewinne bei eBay & Co. !? Es ist doch so einfach, sein eigener Chef zu werden. Schnell zum Millionär - selbst das ist kein Problem, wenn man nur ins Versandgeschäft einsteigt und bei eBay oder Amazon oder gar per eigenem Shop ein paar Dinge verkauft. Das haben schon so viele geschafft - das schaffe ich auch. Und Anleitungen, wie man es macht, werden zuhauf im Internet angeboten - gegen kleines Entgelt, versteht sich. Leider sieht die Realität am Ende ganz anders aus. Sicher kann man mit solchen Anleitungen zum Reichwerden den einen oder anderen Dummen fangen - und so manchen Euro machen, aber selbst das Geschäft der Traumverkäufer hat mittlerweile so viele Nachahmer gefunden, dass es lahmt. Aber wie sieht es wirklich aus, mit den Chancen, sein eigener eBay-Chef zu werden ? Wo sind die Fallen, wo die Chancen ? Wie bei so vielen Dingen, haben sich die goldenen Zeiten nach dem ersten großen Boom für die Verkäufer lange gelegt. Was vor 10 Jahren noch ein schnelles und gutes Geschäftsmodell sein konnte, kann heute schnell in die Pleite führen. Und man merkt es zunächst gar nicht ... Aber mal ganz konkret: Tatsächlich ist es verblüffend einfach, sich als Händler selbstständig zu machen. Eine Anmeldung beim Ordnungsamt (für 20...60,- EUR incl. automatischer Meldung beim Finanzamt) - und man ist drin - mittendrin im Geschäft, dass man bequem von zu Hause aus machen kann. Einfach die Beine hochlegen, auf die Bestellungen warten und hin und wieder mal ein kleines Paket verschicken - und schon fließt das Geld. Es ist tatsächlich so einfach - kein Scherz. Und es kann auch soweit funktionieren, dass man regelmäßige Verkäufe vorweisen kann. Und das Geld fließt ! Nur leider ist die Welt nicht immer so schön, wie man sie sich erhofft. Das erste Problem ist die Ware, die man verkaufen möchte. Irgendwo muss man einen Großhändler finden, der einem günstig Ware verkauft, die man dann mit Gewinn weiterverkaufen kann. Aber da stellt sich schnell die Frage: Warum verkauft der Großhändler seine Ware nicht gleich selbst bei Amazon oder eBay, wenn sich das so lohnt ? Und warum gibt es nicht noch andere Kleinunternehmer wie mich, die diese Ware einkaufen und dann auf den bekannten Plattformen anbieten ? Nun - die meisten Einsteiger stellen sich diese Fragen leider nicht, den die Antworten sind nicht gerade ermunternd. Na klar verkaufen viele Großhändler ihre Waren unter anderem Namen auch bei eBay oder Amazon, Hood oder anderswo im Web und verfügen dabei über einen gewaltigen Einkaufsvorteil, denn diese Großhändler kaufen natürlich deutlich günstiger ein, als sie an mich verkaufen werden. Und natürlich gibt es da noch Dutzende andere Einsteiger, die diese Ware bei eBay & Co. genauso wie ich verkaufen wollen. Die Konkurrenz ist also da - und damit fangen die Probleme an. Während am Anfang jedes Booms noch viele Chancen bestehen, die schnelle Mark - pardon: Euro - zu machen, sind heute selbst die Nischenmärkte überschwemmt mit Anbietern: für die Käufer ein Paradies - für die Verkäufer die Hölle. Aber der Anfänger bekommt dies zunächst gar nicht mit, denn das Geschäft läuft: Der Großhändler ist schließlich gefunden, die Ware auch, die Marge scheint gewaltig und die Arbeit - naja, die Freizeit ist zwar weg, aber man will ja auch erfolgreich werden und zusätzliche Einnahmen generieren. Und es klappt: das Produkt kostet im Einkauf schlappe 20 Cent und man verkauft es für EUR 2,20 - das ist doch schon was. Und man findet weitere Produkte und noch welche und noch welche und merkt, dass es doch mehr als nur ein wenig Arbeit ist, die Sachen zu verkaufen. Da muss zunächst die Werbung gemacht werden. Selbst wenn es nur ein paar Zeilen zu jedem Produkt sind - sie wollen gut überlegt sein. Nicht, dass man am Ende mehr verspricht, als die Ware halten kann; möglichem Ärger sollte man tunlichst aus dem Wege gehen. Aber die Konkurrenz protzt mit ellenlangen Beschreibungen in einer Qualität, die nur vom Werbefachmann stammen kann - da muss man mithalten können. Und dann noch die Fotos, eins oder zwei für die eigentliche Produktseite, eines als Vorschaubild, ein weiteres für... ach, was soll's, man hat ja Zeit und kann alles selbst erledigen. Auch rechtlich muss man abgesichert sein. Dumm, wenn in den eigenen Geschäftsbedingungen irgend welche Dinge vergessen wurden und die Kunden am Ende selbst nach Jahren noch Garantieforderungen stellen können. Dumm auch die erste kostenpflichtige Abmahnung - mit Kosten im 4stelligen Bereich - autsch. Und dann noch diese Rücksendungen wegen Nichtgefallens, wirklich ärgerlich, was Kunden heute so alles für Rechte haben. Forsetzung folgt ...

Jogi1111 10.03.2014, 16:07

Teil 2: Und schließlich die Reparaturen: Irgend wie will der Großhändler nichts von Reparaturen wissen, schon gar nichts von meinen Kosten für Hin- und Rücksendung zum Kunden, die mir dabei zusätzlich entstehen. Aber es läuft ! Auch wenn mittlerweile gute 4 Stunden pro Tag für Sichtung der Bestellungen, Lesen und Beantworten von eMails, Packen der Waren, Schreiben der Rechnungen, Lieferungen zur Post, Wiedereinkauf der verkauften Waren, Annahme und Prüfung von Rücksendungen und all' dem anderen Bürokram wie Steuererklärungen und natürlich der Kummer mit den Kunden, weil jeder Zwanzigste behauptet, er hätte die Ware nicht erhalten. Dazu der Ärger mit der Ehefrau, weil das Wohnzimmer endlich wieder begehbar werden soll. Um solche Kleinigkeiten kann man sich als eigener Chef nicht auch noch kümmern - das ist doch klar. Aber es läuft ! So manches Produkt wird gekauft wie verrückt: das 20 Cent-Produkt ist der Renner: mehr als 300 Stück im letzen Monat verkauft. Andere Produkte verrotten allerdings im Lager: die muss man wohl noch etwas billiger anbieten. Aber es läuft ! Zwar musste so mancher Euro bei Verwandten und Bekannten geliehen werden, weil das Warenlager mittlerweile doch so einigen Platz und noch viel mehr Geld verschlingt, aber es dient ja auch als Sicherheit für die privaten Geldgeber: Sie sehen: Da läuft ja was. Und es läuft ! Ärgerlich nur, dass die Konkurrenz die Preise so kaputt macht. Und irgend wie merkwürdig, dass bei all' der Arbeit und dem investierten Geld noch nicht so wirklich viel Geld übrig geblieben ist. Klar, Geld kommt rein, aber es geht auch jede Menge wieder raus. Irgend wann werden ja auch mal Steuern wie Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer, Einkommenssteuer und Gewerbesteuer fällig ! Wer so weit denkt, mag schon mal ins Grübeln geraten, denn wer die nicht zahlt oder zahlen kann, steht schon mit einem Bein im Knast. Und dann gibt's da noch gesetzliche Abgaben laut Verpackungsverordnung, IHK, Versicherungen usw. - ach was soll's. Schon allein die Kosten für eBay und Paypal, für Amazon und den Shop sind schon gewaltig - da bleibt kaum Platz, sich auch noch mit irgend welchen Steuern zu beschäftigen. Apropos "Shop": der eigene(!) Shop (also außerhalb von eBay & Co.) ist wirklich noch das Günstigste, aber darüber wird so gut wie nichts verkauft. Schade eigentlich. Wie läuft es denn ? Irgend wann kommt Jeder früher oder meist später genau zu dieser Einsicht: Man müsste doch mal einen Einblick in das haben, was da pro Monat wirklich übrig bleibt. Schließlich will man wissen: Wann kann ich davon leben, auch wenn diese Illusion schon bald verflogen ist. Zumindest müssen die immer häufigeren Fragen beantwortet werden, wann ich das ganze geliehene Geld denn mal zurückzahlen wolle ... Es läuft gar nicht ! Die gefühlten drei- bis fünfhundert Euro in manchen Monaten, die da rein gekommen sind, entpuppen sich als rückläufige Warenbestände, waren also letztlich nur das eigene und das geliehene Geld, was über den Umweg des Verkaufes irgend wann auf dem eigenen Konto landet, wenn die Lagerbestände deutlich abgenommen haben. Aber wie kann das sein ? Es lief doch alles so gut - und die Arbeitszeit, die man rein gesteckt hat, war doch kostenlos, auch wenn die Nerven viel zu häufig blank gelegen haben. Die Bauchlandung ist hart - und am Anfang kann man überhaupt nicht verstehen, was da schief gelaufen ist. Ein Einkauf zu EUR 0,20 und ein Verkauf von EUR 2,20 - dass muss sich doch rechnen ! Ein guter Freund nimmt sich einen ganzen Tag lang Zeit - und man prüft alles nach: EUR 2,20 abzüglich der Mehrwertsteuer, abzüglich der eBay-Provision von 9..12%, dem Paypal-Mindestsatz von EUR 0,35, der Paypal-Provision, den Portokosten, dem Einkaufspreis, dem Versandumschlag, den Reparaturkosten, den Papier- und Druckkosten für die Rechnung, die Etiketten, den Verlusten durch nicht angekommene Ware - alles wird haarklein erfasst und berechnet. Und am Ende stellt sich heraus, dass pro verkauftem Stück dieser Ware ganze EUR 0,42 Verlust angefallen sind - ja Verlust ! Und es ist nicht das einzige Produkt, das Verluste eingefahren hat. Von der vielen Arbeit ganz zu schweigen. Gerade die Umsatzbringer, diese gut laufende Produkte, haben nur Verluste beschert. Zwar sind dadurch sicher auch andere Waren mitverkauft worden, die auch ein wenig Gewinn eingespielt haben, am Ende wird aber klar: pro Monat sind gute 100 Stunden Arbeit und gute EUR 400,- Verlust angefallen. Über 14 Monate sind stolze EUR 5800,- einfach nur verbrannt worden - und keiner hat's gemerkt. Selbst bei einem Mini-Stundenlohn von EUR 5,- hätte man mit der verbrauchten Zeit EUR 7000,- erwirtschaften können, jetzt hat man mehr als EUR 5000,- Schulden an der Backe. Wo steckt der Teufel im Detail ? Fortsetzung folgt ...

0
Jogi1111 10.03.2014, 16:08
@Jogi1111

Wo steckt der Teufel im Detail ? Zunächst muss man sich klarmachen, was man eigentlich will. Wer hin und wieder die gestrickten Socken der fleißigen Oma verkaufen will, kann die Sache entspannt angehen, solange er der Mathematik mächtig ist und den Verkaufspreis wirklich durchkalkuliert. Aber selbst das ist nicht einfach, weil die Provisionskosten oft umständlich zu berechnen und zudem nicht gerade unerheblich sind und das Erfassen der eigenen Kosten oft sträflich vernachlässigt wird. Was bei Omas Socken noch akzeptabel ist, führt beim richtigen Geschäft früher oder später zum Aus. Wer eigene Arbeitszeit nicht wenigstens zu einem Stundenlohn von Netto EUR 10,- (brutto sind das am Ende fast das Doppelte) in die Berechnungen mit einfließen lässt, muss früher oder später scheitern, denn mit größer werdendem Geschäft ist die eigene Arbeitszeit eben nicht in beliebig großem Maße verfügbar. Wer sich hier selbst (rechnerisch) ausbeutet, kann schnell im Minus landen. Also der Tipp: Wirklich alles durchrechnen und ggf. einen Rechenkundigen zur Rate ziehen. Abschätzungen sind hier unmöglich - das geht garantiert daneben. Selbst in obiger Rechnung mit den EUR 0,42 Verlust pro Teil ist weder die Zeit für den Verkauf (Werbung ausdenken, Einstellen bei eBay, Verkäufe prüfen, Geldeingang prüfen, Rechnung schreiben, Packen, zur Post bringen usw.), noch der ganze Aufwand für den Einkauf (Suchen von Waren, bestellen, bezahlen, entgegennehmen, prüfen, einsortieren etc.) enthalten gewesen ... Das zweite Problem sind die Waren. Was gut läuft, wird schnell kopiert. Das neue Produkt, dass sich in den letzten 3 Monaten so gut verkaufte und jetzt mit entsprechend hoher Stückzahl ins Lager eingekauft wurde, kann im nächsten Monat schon zum Ladenhüter werden, weil andere auf den Zug aufgesprungen sind und die Preise so weit runterziehen. Nicht vergessen: Da "spielen" auch Großhändler und Importeure mit - und die können, wenn sie wollen oder müssen, mal eben jeden Preis unterbieten, so dass man nicht mehr dagegenhalten kann. Aber was macht man dann mit dem Lagerbestand, der sich plötzlich nicht mehr verkaufen lässt ? Das dritte Problem ist der Kapitalbedarf. Die Kunden erwarten, dass man innerhalb von 1..2 Tagen liefert. Das ist zu kurzfristig, um die Ware erst nach Kundenbestellung selbst noch einkaufen zu können. Man muss also vorkaufen. Aber wie viele Stücke soll man einkaufen, wie viel kann man verkaufen ? Kaufe ich zu wenige, wird der Preis beim Großhändler entsprechend hoch ausfallen - und der Verkauf lohnt sich nicht mehr. Kaufe ich zu viele Stücke, wird der Einkauf günstiger, aber was, wenn der Verkauf stockt ? Früher oder später wird man ein Warenlager aufbauen müssen - und da fließt gebundenes Kapital hinein, dass erstmal vorhanden sein muss. Wenn dieses Kapital geliehen werden muss, müssen auch die Zinsen auf den Produktpreis aufgeschlagen werden. Damit sinken die Chancen, noch bei angemessenen Margen verkaufen zu können. Das nächste Problem sind die Rücksendungen und Reparaturen. Bei manchen, scheinbar mit hohem Gewinn verkaufbaren Waren (z.B. Kleidung) sind die Rücksenderaten enorm. Der Aufwand für das Überprüfen der Rückläuferware, das Waschen, das Neuverpacken, ggf. das Umdeklarieren als gebrauchte Ware muss berücksichtigt werden. Oder die Reparaturen von Geräten, deren Rücksendung zum Lieferanten aufgrund der damit verbundenen Kosten nicht wirtschaftlich wären oder Kosten verursachen, die ich selbst tragen muss. Denn eines ist klar: als Unternehmer gelten plötzlich ganz andere rechtliche Rahmenbedingungen für die eigenen Einkäufe. Also vielleicht "privat" verkaufen ? Wer so "schlau" war, auf die Anmeldung beim Ordnungsamt zu verzichten und damit auch die Meldung beim Finanzamt umgangen hat, der freut sich über einbehaltene Mehrwertsteuer und seinen Status als Verbraucher - könnte man denken. Nur so einer wird von den Großhändlern kaum beliefert und wenn die Sache nach einer Weile auffliegt - und irgend wann fliegt es immer auf, und sei es die Konkurrenz, die da ein wenig nachhilft - steht nicht nur ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung ins Haus, es wird auch richtig teuer, weil dann enorme Nachzahlungen auf einen zukommen. Ein großes Problem stellt die Bequemlichkeit oder Dummheit(?) mancher Käufer dar, die wohl annehmen, dass Waren, die versandkostenfrei verschickt werden, irgend wie so billig zum Kunden kommen, dass der Händler ganz auf die Versandkosten verzichten könnte oder diese der Fairness halber selbst trägt - welch ein Unsinn ! Und so wird das eine Teil heute und das andere Teil morgen (vielleicht sogar beim gleichen Händler) gekauft. Nach dem Motto: "Was schert mich der Versand - er ist ja kostenlos". Dabei ist der Versand bei niedrigpreisigen Artikeln oft der größte Posten im Gesamtpreis, weit vor dem Handling und der Verpackung und übersteigt den eigentlichen Warenwert oft um ein Vielfaches. Und der Händler muss und wird diese Kosten natürlich auf den Preis aufschlagen. Fortsetzung folgt ...

0
Jogi1111 10.03.2014, 16:09
@Jogi1111

Teil 4: Zurück zu unserem Beispiel: Wäre die 20-Cent-Ware für EUR 1,- plus angemessener Versandkosten (incl. Handling/Paypal- und eBay-Kosten) von EUR 1,99 verkauft worden, wäre kein Verlust entstanden, keine EUR 5000,- Schulden aufgelaufen; allerdings wären wohl auch deutlich weniger Stücke verkauft worden, obwohl jeder Kunde schon beim Kauf von 2 Stücken gespart hätte (EUR 3,99 gegenüber 4,40). Vielleicht hätten sich die Kunden auch Gedanken gemacht, was bei diesem Händler noch so eingekauft werden könnte, um die Versandkosten auf mehrere Teile verteilen zu können. Damit hätte man die Umwelt erheblich geschont, denn der logistische, materielle und zeitliche Aufwand für einen Versand ist schon enorm. Wer da einzelne Teile im Wert von 20 Cents transportieren lässt, handelt eigentlich unverantwortlich. Das größte Problem sind schließlich wir selbst bzw. unsere Konkurrenz: Da braucht nur einer die Hausaufgaben (siehe oben) nicht gemacht zu haben und verkauft zu Preisen, die ihn letztlich in den Ruin treiben werden. Wer sich dort auf einen Preiskampf einlässt, wird am Ende vielleicht übrig bleiben - und nur der andere geht in Konkurs. Leider verliert man bei solch einem Kampf aber auch immer selbst. Und nach dem ersten überstandenen Kampf kommt schnell der nächste Konkurrent, der seine Lektion noch nicht gelernt hat. Das Spiel hört nie auf ... Um die Misere noch perfekt zu machen, verdrängen nach und nach chinesische Händler selbst die gut eingerichteten deutschen Anbieter. Wer keine Mehrwertsteuer aufschlagen muss, wer leichte Pakete billiger direkt aus China versenden kann, als es innerhalb Deutschlands möglich ist, wer sich um Reklamationen oder gar Prozesse wegen gefährlicher Güter nicht zu kümmern braucht, wer den Gewinn zu 100% einstecken kann und keine 40% und mehr ans Finanzamt abführen muss, der kann sich bei uns so richtig wohl fühlen. Ob Schmuck, kleine elektronische Waren, Ersatzteile usw. - in vielen Rubriken finden sich schon zu mehr als 90% chinesische Anbieter, ohne das man dies sofort erkennen könnte. Da wird angeblich aus London, neuerdings auch angeblich aus Hamburg, Frankfurth, Berlin oder München versendet. Alles Unsinn - es kommt alles aus China, wenn es denn irgend wann mal ankommt. Erst bei der Kontrolle der Adresse fallen dann die chinesischen Schriftzeichen auf und man fragt sich als Kunde, ob ich da wohl anrufen kann ? Als Händler haben Sie gegen solche Anbieter keine echte Chance, es sei denn, Sie steigen auf schwere und/oder sperrige Güter um. Trifft es jetzt nur die Kleinen ? Also die, die aufgrund ihrer geringen Kapitaldecke eben noch beim Großhändler einkaufen müssen, deren Mengenabnahme so gering ist, dass keine guten Einkaufspreise erzielt werden ? Die Großen haben letztlich das gleiche Problem, nur auf höherem Niveau. Die Preise im Einkauf steigen Jahr für Jahr und die Verkaufspreise gehen eher nach unten als nach oben, weil sich noch ein weiterer Händler gerade auf das Produkt einlassen möchte, das Sie so lange so gut verkaufen konnten. Das Problem ist schlicht, dass zu Viele das Gleiche machen möchten - und daran wird sich in absehbarer Zukunft auch nichts ändern. Die Handelsmargen sind weiter auf dem Weg nach unten. Aber das freut natürlich die Käufer. Die Möglichkeit, so günstig an Waren zu kommen, ist heute Dank Internet besser als je zuvor, insbesondere in Deutschland. Und die Chancen, mit eBay $ Co. heute noch reich zu werden, sind so klein geworden, dass Lottospielen mittlerweile günstigere Erfolgsaussichten bietet - allen Versprechen der Traumverkäufer ("Werden Sie Ihr eigener Chef") zum Trotz - aber die wollen ja auch nur Geld verdienen. Jeder kleine 1-Mann Party-Service kann heute mit viel weniger Geldeinsatz schneller und einfacher Geld verdienen, als die meisten (selbst größere) eBay-Händler ... Ich, der diese Zeilen hier schreibe, bin "der gute Freund", der erst dann gerufen wurde, als die Sache längst gelaufen war. Mein Tipp: Holt Euch vorher(!) Rat, aber nicht dort, wo man mit angeblichen Erfolgen nur prahlen will oder gar Geld an Euch verdienen will. Zur Selbstständigkeit gehört nicht nur Arbeitswille und Risikobereitschaft, man braucht auch eine Reihe von Fähigkeiten, gerade, wenn man in einem solchen Haifischbecken wie eBay oder Amazon überleben oder gar Gewinne erzielen möchte. Dort braucht man die Fähigkeiten eines Werbetexters, eines Juristen, eines Mathematikers, eines Logistikers, eines Einkäufers und eines Verkäufers. Fehlt nur eine dieser Fähigkeiten, dann wird das nichts werden. Das Problem ist so ähnlich wie beim Autofahren: Jeder kann es, aber der Beruf des Rennfahrers erfordert am Ende viel mehr als nur Autofahren. Deshalb sollte man zunächst seine eigenen Stärken erkennen und darauf gezielt aufbauen. Wo liegen Deine Stärken ?

Ende !

0

neue Markenkleidung geht immer und bin der Meinung, dass es sich lohnt (gib mal später Deinen Account bekannt:-) und viel Erfolg

Ich will dir ja keine Angst mahcen aber ich persönlich denke mal, das wird für dich eher ein kleines Zubrot werden. Bedenke, dass gerade der Online-Modehandel die größten Retourenquoten hat.

also ich kenn mich in deiner Branche nicht aus, aber in meiner (Elektroinstallationsmaterial) hat es sich für mich gelohnt. Ich bin jetzt seit 5 Monaten darin tätig und führe ein bisher sehr kleines und nicht gut sortiertes Sortiment und muss sagen, dass meine bisherigen Umsätze und Gewinne meine Erwartungen bei weitem übertreffen. Mache das ganze nur nebenberuflich, daher ist es (noch) nicht so groß und umfangreich aufgezogen aber wenn man ein gutes Sortiment hat und die Zeit lohnt es sich.

FlyBirdFly 06.03.2014, 21:50

Vielen Dank für Deine aufmunternden Worte :-))

0

Was möchtest Du wissen?