Lohnt es sich das Risiko einzugehen einer ATPL zu machen?

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1 Antwort

1. Es gibt genug Airlines in Europa, die Piloten suchen; allerdings dann meistens "Ready Entries" mit mehreren Hundert Flugstunden Erfahrung, möglichst auf einem Verkehrsflugzeug oder wenigstens einen Businessjet. 

2. Du musst also bei den Airlines nachschauen und Dich informieren. Aber in zwei Jahren, wenn Du mit Deiner Ausbildung fertig bist, können die Bedingungen schon wieder ganz anders sein. 

3. Am besten ist immer noch, sich bei einer Airline zu einer "ab-initio"-Ausbildung zu bewerben, wenn Du danach die Chance hast, dort einen Arbeitsvertrag zu bekommen. 

4. Emirates z. B. bildet auch nach EU-Vorschriften aus und die boten bis vor kurzem noch Ausbildungslehrgänge an (mit Praxis in Portugal - wegen der EASA-Lizenz). Schau mal bei deren Flugschule nach. 

5. "würde ich fürs erste auch anderswo fürs erste Flugstunden sammeln." Wie und wo denn? Willst Du Flug- und Simulatorstunden auf Großgerät selbst bezahlen? 

Ein Typerating ist ja immer nur 12 Monate gültig, wie das Medical auch. Du müsstest also das Medical selbst bezahlen und auch den Simulator und die Prüfungsgebühren und den Checker, damit der Dein Rating verlängert. 

Wie lange kannst Du das durchhalten? 

6. Außerdem: Natürlich kannst Du eine Lizenz privat machen, allerdings keine ATPL, sondern höchstens eine CPL/IR mit ATPL-Theorie. Und die Theorie ist max. sieben Jahre gültig. Machst Du dann keine praktische ATPL-Prüfung, für deren Zulassung Du wiederum mind. 1.500 Flugstunden auf Großgerät nachweisen musst, verfällt die Theorie und Du musst den Test mit seinen rund 15.000 Fragen wiederholen. 

7. Bei Lufthansa sind immer noch viele Hundert fertige NFFs im Holding. Es waren vor sechs Monaten noch etwa 700. Gehen wir davon aus, dass diese nur in Zweimanncockpits eingesetzt werden, könnte man 350 Flugzeuge bereedern. Wo sind die? 

Und die Rechnung stimmt so nicht, denn man brauchte ja genaugenommen auch 350 neue Kapitäne und damit würden dann höchstens 350 COP-Stellen frei. 

Fazit: Ändert sich die Lage nicht im Großen, lohnt sich eine private Ausbildung nicht und eine über eine Airline nur, wenn ein Arbeitsvertrag winkt.

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