Lohnsteuerjahresausgleich vom Arbeitgeber wurde mir einen Monat später wieder vom Gehalt abgezogen!?

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1 Antwort

Das ist in der Tat etwas kompliziert. Deshalb muss ich etwas ausholen. 

Ein automatischer Lohnsteuerjahresausgleich (LStJA) durch den Arbeitgeber ist so etwas wie eine vorgezogene Rückerstattung durch das Finanzamt, und unterliegt daher recht strengen Bestimmungen. Gemäß § 42b (3) EStG darf der Arbeitgeber den LStJA frühestens bei der Lohnabrechnung für den letzten im Ausgleichsjahr endenden Lohnzahlungszeitraum (hier für den Monat Dezember), spätestens bei der Lohnabrechnung für den letzten
Lohnzahlungszeitraum, der im Monat März des dem Ausgleichsjahr folgenden Kalenderjahres endet, durchführen. 

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat der Sachbearbeiter den Ausgleich wohl fälschlicher Weise für den Abrechnungsmonat November gefahren, diesen Fehler erkannt, und den Ausgleich mit der Dezember-Abrechnung wieder rückgängig gemacht.

Er hätte auf den Monat November eine Rückrechnung fahren müssen, dort das Kennzeichen LStA="N" setzen müssen, und dieses in der Dezember-Abrechnung wieder auf "J" setzen müssen.

Gute Lohnabrechnungssysteme lassen auch rückwirkende Einzelkorrekturen zu. Frage Deinen Lohnsachbearbeiter, ob er das veranlassen kann. Wenn nicht, bleibt Dir tatsächlich nur der Weg der Beantragung einer Steuererstattung durch das Finanzamt, sprich die Abgabe eines Antrags auf  Lohnsteuerjahresausgleich bzw. die Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Dies hätte den Vorteil, dass Du ggf. noch andere Beträge erstattet bekommen könntest.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Gruß @Nightstick 

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