lohnsteuererklärung verpflichtend

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4 Antworten

  1. Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung Nach § 46 EStG ist grundsätzlich jeder Steuerpflichtige in Deutschland zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, sofern er Einkünfte erhalten hat, von denen kein Steuerabzug vorgenommen wurde.

  2. Recht auf Durchführung eines Lohnsteuerjahresausgleiches Für alle anderen Steuerpflichtigen besteht zwar keine Verpflichtung, einen Lohnsteuerjahresausgleich durchzuführen, da bei der pauschalen Besteuerung, die durch Abführen der Steuer durch den Arbeitgeber erfolgt, aber keine Werbungskosten berücksichtigt sind, erfolgt keine Minderung des zu versteuernden Einkommens. Dadurch kann es vorkommen, dass zuviel Steuern abgeführt wurden. Durch einen Lohnsteuerjahresausgleich können die Werbungskosten und Sonderausgaben berücksichtigt und so die Steuern herabgesetzt werden. Auch, wenn keine Abgabepflicht zur Einkommensteuer besteht, wird auf Antrag gleichwohl eine Einkommensteuerveranlagung durchgeführt,

  • wenn negative Einkünfte aus anderen Einkunftsarten berücksichtigt werden sollen (Verluste);
  • wenn Verlustabzüge aus anderen Jahren berücksichtigt werden sollen (Verlustvorträge);
  • wenn ein Ehegatte die getrennte Veranlagung wählt;
  • wenn für das Jahr der Eheschließung beide Ehegatten die besondere Veranlagung beantragen;
  • wenn einbehaltene Kapitalertragsteuer (einschließlich Zinsabschlag) oder Körperschaftsteuer angerechnet und ggf. erstattet werden soll.
  1. Lohnt sich ein Lohnsteuerjahresausgleich? Die Abgabe einer Steuererklärung kann insbesondere dann lohnend sein, wenn das Arbeitseinkommen im laufenden Jahr unterschiedlich hoch war oder Zeiten der Arbeitslosigkeit vorliegen. Das Arbeitslosengeld wird nämlich nicht versteuert. Wenn arbeitsrechtliche Abfindungen oder steuerfreie Sondervergütungen gezahlt wurden, kann sich ebenfalls die Prüfung der Einkommensteuer lohnen. Der Ansatz von Werbungskosten, die den Freibetrag i.H.v. 920 EUR übersteigen oder die Geltendmachung von Sonderausgaben über dem Sonderausgaben-Pauschbetrag i.H.v. 36 EUR können ebenfalls zu einer Steuererstattung führen. Die Änderung der persönlichen Verhältnisse durch Hochzeit, Geburt von Kindern oder auch eine Scheidung können ebenfalls zu einer günstigeren steuerlichen Veranlagung führen.

Überprüfen Sie ob Ihnen möglicherweise Aufwendungen entstanden sind, die im Rahmen des Lohnsteuerjahresausgleiches berücksichtigt werden können.

  1. Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung Der Lohnsteuerjahresausgleich muss grundsätzlich zum 31.05. des Folgejahres durchgeführt werden. D.h. für die Jahre 2006 musste die Einkommensteuererklärung bis zum 31.05.2007 eingereicht werden; für die Einkommensteuererklärung 2007 gilt der 31.05.2008. Steuerberater genießen für die Abgabe von Erklärungen für Mandanten Fristverlängerungen bis zum 30.09. des Folgejahres, für 2007 also bis zum 30.09.2008. Sofern keine Verpflichtung zur Durchführung des Lohnsteuerjahresausgleiches besteht, kann dieser auf Antrag gleichwohl durchgeführt werden. Die Frist dazu endet mit Ablauf des zweiten auf das Veranlagungsjahr folgenden Jahres. Für das Jahr 2005 war damit der 31.12.2007 entscheidend, für 2006 der 31.12.2008. Diese Frist ist eine sogenannte Ausschlussfrist, d.h., sie kann nicht verlängert werden. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass durch einen sachkundigen Steuerberater gleichwohl eine erfolgreiche Beantragung einer Einkommensteuerveranlagung durchgeführt werden kann.

  2. Ablauf des Lohnsteuerjahresausgleiches Lassen Sie Ihren Lohnsteuerjahresausgleich durch einen Steuerberater durchführen, benötigt dieser zunächst einige Unterlagen, wie Lohnsteuerjahresbescheinigung, Bescheinigung über Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Kosten von Versicherungen usw. von Ihnen. Auf dieser Basis wird sodann die Einkommensteuererklärung gefertigt. Der Steuerberater fertigt regelmäßig eine Steuerberechnung, damit sich der Mandant auf die Nachzahlung oder Erstattung einstellen kann. Die Steuererklärung muss durch den Mandanten im Original unterzeichnet und an das zuständige Finanzamt weitergeleitet werden. Sobald Sie sodann den Steuerbescheid erhalten, prüfen Ihr Steuerberater die vom Finanzamt durchgeführte Veranlagung. Wurde dem Steuerberater keine Empfangsvollmacht erteilt, sendet das Finanzamt den Bescheid direkt an den Steuerpflichtigen. In diesem Fall muss der Bescheid innerhalb der Einspruchsfrist (ein Monat seit der Zustellung) geprüft werden, damit die Rechtsbehelfsfrist nicht versäumt wird. Sofern die Veranlagung Abweichungen von der Erklärung aufweist, sollte überprüft werden, ob ein Einspruch sinnvoll ist.

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Kommentar von MenschMitPlan
27.10.2012, 14:57

Blöd, wenn der Artikel, mit dem man sich schmückt, auch noch veraltet ist :-(. Die Antrahgsfrist beträgt schon seit etlichen Jahren 4 Jahre (=Festsetzungsfrist) und nicht mehr 2 Jahre. Der Werbungskostenpauschbetrag beträgt 1.000 € und nicht mehr 920 €.

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Es kommt darauf an. Mit z.B. nur nichtselbständiger Tätigkeit und Steuerklasse 1 oder 4, keine Verpflichtung, bei 3 oder 5 muss abgegeben werden. Wenn der Staat die Möglichkeit sieht, dass er noch Geld bekommen könnte, muss man abgeben.

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Bei Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit (Arbeitslohn) bist Du nicht verpflichtet, sofern Du keine weiteren Einkünften oder Lohnersatzleistungen erhalten hast, die 410 Euro übersteigen.

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Kommentar von Zufaelliger
27.10.2012, 19:30

Nur, wenn Du Steuerklasse 1 oder 4 hast.

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leider verpflichtend

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Kommentar von MenschMitPlan
27.10.2012, 14:58

So allgemein formuliert: falsche Antwort!

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