Lohnsteuerabzug bei Alg I

1 Antwort

Weil das ALG-I eine Lohnersatzleistung ist; da wird pauschaliert eine fiktive Lohnsteuer abgezogen, die durchschnittlich ein AN typischerweise in der jeweiligen Steuerklasse hat.

Dabei wird übrigens auch ein Kirchensteuerbetrag eingerechnet auch wenn man selbst nicht in der Kirche ist.

Mehrere Klagen beim BVerfG sind diesbezgl. gescheitert. Der Grund: Noch sind über 50% der AN Mitglied einer Kirche und deshalb sei es aufgrund der Pauschalierung einer fiktiven durchschnittlichen Steuer nicht zu beanstanden, wenn auch die Kirchensteuer berücksichtigt wird.

Vielen Dank für Deine Antwort. Das mit der Lohnersatzleistung weiss ich und das mit der Kirchensteuer ist für mich auch nicht neu. Normal wird als Berechnungsgrundlage das Bruttoentgeld der letzten 12 Monate herangezogen. Wie ist das aber bei Krankengeld, was doch schon bedeutend weniger ist? LG

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@douschka

Vielleicht hilft das weiter:

grundsätzlich berechnet sich das Alg (grob gesagt) aus dem Lohndurchschnitt der letzten 12 Monate (§ 131 (1) S. 1 SGB III).

Jetzt kommt es drauf an, wie lange Krankengeld bezogen wurde. Je nachdem, kommen drei Berechnungsmöglichkeiten infrage:

Kommen trotz KRG-Bezug in den letzten 12 Monaten vor Beginn der Alokeit (= Bemessungsrahmen; § 130 (1) SGB III) mind. 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt zusammen? Dann reicht das, um damit das Alg zu berechnen!

Kommen in den letzten 12 Monaten keine 150 Tage Arbeitsentgelt zusammen, dann wird der Bemessungsrahmen von 12 Monaten auf 2 Jahre erweitert (§ 130 (3) S. 1 Nr. 1 SGB III) und das gesamte in diesem Zeitraum erzielte Arbeitsentgelt für die Alg-Berechnung zugrunde gelegt!

Wurde so lange KRG gezahlt, dass auch in dem auf 2 Jahre erweiterten Bemessungsrahmen nicht für mind. 150 Tage Anspruch auf Arbeitsentgelt bestand, muss das Alg fiktiv bemessen werden (§ 132 (1) SGB III). Das bedeutet, dass man einer Qualifikationsgruppe (1 – 4) zugeordnet wird, nach der sich dann das Alg-Bemessungsentgelt richtet

bundesrecht.juris.de/sgb3/_131.html

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@DerSchopenhauer

So besser lesbar:

Grundsätzlich berechnet sich das Alg (grob gesagt) aus dem Lohndurchschnitt der letzten 12 Monate (§ 131 (1) S. 1 SGB III). Jetzt kommt es drauf an, wie lange Krankengeld bezogen wurde. Je nachdem, kommen drei Berechnungsmöglichkeiten infrage: 1. Kommen trotz KRG-Bezug in den letzten 12 Monaten vor Beginn der Alokeit (= Bemessungsrahmen; § 130 (1) SGB III) mind. 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt zusammen? Dann reicht das, um damit das Alg zu berechnen! 2. Kommen in den letzten 12 Monaten keine 150 Tage Arbeitsentgelt zusammen, dann wird der Bemessungsrahmen von 12 Monaten auf 2 Jahre erweitert (§ 130 (3) S. 1 Nr. 1 SGB III) und das gesamte in diesem Zeitraum erzielte Arbeitsentgelt für die Alg-Berechnung zugrunde gelegt! 3. Wurde so lange KRG gezahlt, dass auch in dem auf 2 Jahre erweiterten Bemessungsrahmen nicht für mind. 150 Tage Anspruch auf Arbeitsentgelt bestand, muss das Alg fiktiv bemessen werden (§ 132 (1) SGB III). Das bedeutet, dass man einer Qualifikationsgruppe (1 – 4) zugeordnet wird, nach der sich dann das Alg-Bemessungsentgelt richtet

bundesrecht.juris.de/sgb3/_131.html

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@DerSchopenhauer

O.k. soweit war ich auch schon. Dagegen kann man nichts ausrichten, macht mich aber wütend weil es nicht gerecht ist. Da zahle ich über 30 Jahre Lohnsteuer, werde krank (hab`s mir nicht ausgesucht!) bekomme Krankengeld, und dann wird von der Nettobemessung nur 67% angesetzt. Krankengeld ist doch bereits eine Lohnersatzleistung und davon auch noch Lohnsteuern abziehen (samt der Zeit davor) ist unsozial. Grüße Dich

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