Lohnfortzahlung 70%. Und das schon ab dem ersten Krankheitstag?

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8 Antworten

Dein AG irrt sich entweder (was ich nicht glaube) oder er versucht Dich "über den Tisch zu ziehen".

Selbstverständlich stehen Dir 100 % Deines Gehalts zu. Zeig Deinem AG mal die §§ 3 (Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall) und 4 (Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts) Entgeltfortzahlungsgesetz.

Der § 3 sagt dass der AN im Krankheitsfall Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den AG für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit für bis zur Dauer von sechs Wochen hat. Im § 4 Absatz 1 steht  dass dem AN dass das ihm für die maßgebende regelmäßige Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen ist.

Bevor Du zum Arbeitsgericht "rennst", musst Du den AG aber zuerst zur Zahlung des korrekten Betrags auffordern. Schick ihm einen Brief und setz ihm dazu, unter Nennung des § 4 eine Frist (ca. 7-10 Tage). Schreib ihm dass Du, sollte bis zum genannten Termin kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, Klage beim Arbeitsgericht einreichst.

Bezahlt er nicht, kannst Du klagen. Das macht ein Rechtsanwalt für Dich wenn Du rechtsschutzversichert oder Mitglied der Gewerkschaft bist. Du kannst aber auch selbst zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen. Das ist kostenlos und bei der Klageformulierung wird Dir auch geholfen.

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Das man sein volles Gehalt weiter bekommt wurde hier ja schon mit den passenden Paragraphen belegt. Die einzige Ausnahme wäre dabei das es gewisse Zuschläge nicht gibt wenn du Krank bist. Eventuell ist das bei dir der Fall, wenn du aber nur ein normales Grundgehalt bekommst dann darf das nicht abweichen. 

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Der AG hat den vollen Lohn für 6 Wochen ab Beginn der Krankheit zu zahlen. Danach gibt es Krankengeld.

Das tägliche Brutto-Kranken­geld der gesetz­lichen Kranken­kassen ist das Mini­mum aus 70 % des Brutto-Regel­ent­gelts (im Rechner als kumu­liertes Brutto-Entgelt bezeichnet), 90 % des Netto-Regel­ent­gelts (im Rechner als kumu­lier­tes Netto-Entgelt bezeichnet) und 100 % des Netto-Entgelts.

Hier zum Berechnen: http://www.finanz-tools.de/krankengeldrechner.php

Den AG letzmalig auffordern, die Zahlungen zu korrigieren. Ggf. in dem Schreiben schon einen Rechtsanwalt miteinkopieren. 

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Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG)

§ 4 Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts

(1)Für den in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeitraum ist dem

 

Arbeitnehmer

 

das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende

 

Arbeitsentgelt

 

fortzuzahlen.(1a)Zum Arbeitsentgelt nach Absatz 1 gehören nicht das zusätzlich fürÜberstunden

 

gezahlte Arbeitsentgelt und Leistungen für Aufwendungen des Arbeitnehmers, soweit der Anspruch auf sie im Falle der Arbeitsfähigkeit davon abhängig ist, dass dem Arbeitnehmer entsprechende Aufwendungen tatsächlich entstanden sind, und dem Arbeitnehmer solche Aufwendungen während der Arbeitsunfähigkeit nicht entstehen.

 

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Es ist so wie du es schilderst... die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall beträgt 100 % für die ersten 6 Wochen.. danach zahlt die Krankenkasse.

siehe: § 3a (1) ff. & § 4 EntgFG

Das man die 100 % nur bei einem Arbeitsunfall bekommt, ist absoluter Quatsch.


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Vielen Dank an alle schon mal und schon mal an alle die noch Antworten werden (bin nicht immer online).

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