Lohnen sich Versicherungen für Pferde?

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8 Antworten

Haftpflichtversicherung ist ein MUSS. Mein vorheriges Pferd war mal spät Abends mit seiner Freundin durch eine Unachtsamkeit der anderen Besitzerin von der Weide ausgebüchst und über eine Straße gelaufen. Er hatte sich über ein Auto gerollt. Pferd schwer verletzt, so dass drei Tierärzte an ihm dran waren. Einer hielt den Tropf, einer nähte, der Chef brüllte. Er war an der Brust aufgeschlitzt, aber Gott sei Dank war der Schnitt haarscharf an der Luftröhre vorbeigegangen. Drei Wochen später war er wieder gesund, aber er hatte auch ein sagenhaftes Heilfleisch gehabt.

Das Auto, über das er sich gerollt hatte, hatte Totalschaden. Die Fahrerin das Handgelenk gebrochen, ein weiteres Auto war hinten aufgefahren. Geschätzter Schaden: 60.000 Euro. Muss ich mehr sagen. Seine Freundin war dabei, hatte aber keinen "Feindkontakt" gehabt. Sie war also unverletzt. Trotzdem musste ihre Besitzerin die Hälfte des Schadens übernehmen.

Wenn wir keine Haftpflichtversicherung gehabt hätten, hätten wir uns die Kugel geben können.

Sowohl bei diesem Pferd, wie auch bei seiner Nachfolgerin hatte ich eine gültige Haftpflichtversicherung, ehe das Pferd auch nur in den Hänger stieg.

Für meine Stute hatte ich vor sieben Jahren eine OP Versicherung abgeschlossen. Eine Freundin von mir hatte nämlich ihren Wallach wegen Kolik in die Klinik bringen müssen. Er wurde noch in der Nacht operiert - vom Chef, der im Smoking angerast kam - starb aber leider auf dem OP-Tisch. Die Rechnung musste meine Freundin trotzdem bezahlen.

Einen TAg später schloss ich die OP Versicherung ab.  Und habe sie leider auch schon zweimal in Anspruch nehmen müssen. Vor sechs Jahren wegen der period. Augenentzündung links. Meine verstorbene TÄ hatte sehr schnell auf einem Spezialisten bestanden, ohne selbst am Auge herumzudoktorn. Er diagnostizierte die PA und drei Wochen später nach Abheilung des Schubs lag das Pferd auf dem OP Tisch. Jetzt ist das Auge völlig gesund, ohne OP wäre das Auge zerstört. Kosten vor 6 Jahren: 3000 Euro

Und vor einem Jahr musste meine Stute am rechten Augen operiert werden. Keine PA, sondern eine blöde Verletzung, die aber eine OP nötig machte. Vom selben Spezialisten. Kosten: 3500

Es stimmt die OP Versicherung hatte nicht alles übernommen, nur ca 2/3 der Kosten. Aber besser das als nix.

Von daher: Haftpflicht ist ein Muss, OP Versicherung sollte man machen. Klar, wenn das Pferd keine OP im Leben braucht, hat man umsonst Geld eingezahlt. Das ist halt so bei Versicherungen. Es gibt Leute, die lieber jeden Monat etwas beiseite legen für solche Fälle. Nur wieviel? 50 Euro sind viel zu wenig.

Und ehrlich gesagt, kann mir keiner erzählen, dass er nicht im Notfall doch an das angesparte Geld geht, statt auf die teure Autoreparatur zu verzichten.

Also eine Haftpflichtversicherung ist definitiv Pflicht. Wir nehmen z.B. keine neuen Einsteller auf wenn uns diese keine bestehende Haftpflicht nachweisen können. Es kann immer schnell etwas passieren und es entstehen Schäden in großer Höhe. Ich hatte z.B. vor Kurzem selbst einen Unfall mit einem Einstellerpferd und die Haftpflicht des Besitzers hatte die Kosten zu übernehmen. 

Auch eine OP-Versicherung ist meiner Meinung nach sinnvoll - einfach damit ich mir im Notfall keine Gedanken um die Kosten machen muss. Ich zahle für die Kombi Haftpflicht+OP (beides Premium Schutz - also mit erhöhten Leistungen) 150€/Jahr pro Pferd. Das ist es mir definitiv wert um mein Pferd im Ernstfall ordentlich versorgen lassen zu können. 

Unsere Reitbeteiligungen sind über unsere Haftpflicht mitversichert und dort auch namentlich eingetragen. Damit haben sie denselben Versicherungsschutz wie wir als Pferdehalter - das ist mir besonders wichtig wenn ich andere Leute mit meinen Pferden arbeiten lasse. 

Eine Pferdekrankenversicherung hingegen lohnt sich meiner Meinung nach nur für wirklich chronisch kranke Pferde die regelmäßig viele Medikamente brauchen.

was ich jedem (!!!)  Pferdekäufer neben Haftpflicht-VS anrate ist eine Lebensversicherung - minderstens für das erste JAhr , wenn du viel unterwegs bist auf DAuer

WEIL

sich das Pferd im ersten JAhr sich im neuen Stall/ der neuen herde noch nicht so gut auskennt und die schlimmen Unfälle meist dann passieren, wenn es in eine neue Situation kommt

das habe ich leider 2mal auch miterleben müssen und einmal bei einem sauteuren Sportpferd, bei dem die Weiterversicherung nach der Aulktion einfach vergesen wurde - Totalschaden, und hohe TA-Kosten

es ist schon schlimm genug, sein Pferd zu verlieren, aber dann auch noch das geld, ist echt heftig (meist fallen ja vorher noch div. TA-Rechnungen an)

meine verstorbene Stute war ihr Leben lang (30 JAre) versichert und hat nun alle TA-Rechnungen "bezahlt", und die waren beträchtlich....

Manche raten auch zu einer OP-Versicherung; das ist auch sicher nicht verkehrt, dan wird man ja leicht mal 2000-4000€ los

Crassiella 22.04.2017, 16:13

Was genau passiert denn,wenn man eine Lebensversicherung hat und das Pferd dann verstirbt (genau)?

Und was meintest du genau mit diesem Absatz?😅 

"meine verstorbene Stute war ihr Leben lang (30 JAre) versichert und hat nun alle TA-Rechnungen "bezahlt", und die waren beträchtlich...."

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Haftpflicht: ganz klar ein Muss! Bin mit meinem unter ein Auto gekommen und hab auch noch Schuld dafür bekommen. Wenn ich da nicht versichert gewesen wäre... ich hätte es nicht zahlen können. Eine OP-Versicherung ist Ansichtssache. Ich finde sie schon hilfreich, weil in einer Tierklinik mal schnell tausende entstehen können. Was die Versicherung aber im einzelnen abdeckt, das solltest du vorher genau prüfen. Auch bis zu welcher Höhe, ob ein Kostenlimit pro Fall oder Jahr besteht, ob gewisse Verletzungen ausgeschlossen sind, etc. 

Bleibt das Tierchen gesund und unfallfrei, zahlst natürlich "umsonst". Aber ein Pferdeleben ist lang und wer weiß schon was alles kommen kann. 

Also eine Haftpflichtversicherung ist schon unbedingt notwendig. Es kann wahnsinnig viel passieren wenn man mit einem Pferd unterwegs ist und selbst das bravste Pferd erschreckt sich mal. Parkende Autos, Gartenzäune, Vorgartendeko,  .... so was geht schnell kaputt wenn ein paar hundert Kilo Pferd drüber trampeln. 

Boxerfrau 20.04.2017, 22:58

naja das was du da aufzählst sind peanuts. Das sind alles Dinge die man aus eigener Tasche zahlen könnte. teuer wird es wenn das Pferd einen Unfall verursacht und ein Mensch zu schaden kommt

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MaryLynn87 21.04.2017, 08:13
@Boxerfrau

Ich wollte absichtlich nicht nur große Unfälle erwähnen. Viele denken "so was passiert mir eh nicht". Aber kleine Unfälle sind viel wahrscheinlicher und können auch sehr teuer werden.

Beim Ausreiten hat sich ein Pferd meiner Gruppe erschrocken und gegen einen parkenden BMW getreten --> eine Scheibe und beide Türen mussten ersetzte werden. War auch nicht gerade das, was ich so spontan aus eigener Tasche hätte zahlen können.

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Haftpflicht ist ein Muss. Das hat nichts mit Lohnen zu tun. Wenn du ein Pferd hast und das verletzt jemand schwer oder der jenige kommt ums Leben. Bist du ohne Versicherung Finanziell am Ende und Verschuldet bis zum geht nicht mehr.

Ciao :-)

Wir haben für unsere Pferde eine Haftpflichversicherung, in der auch die Reitbeteiligung mitversichert ist. Aber nicht jede macht das, also genau vergleichen.

Wir sind bei der Gothaer und zahlen im Jahr für 2 Pferde 127.- Euro. Da ist die Reitbeteiligung mitversichert. Zudem sind Schäden an gemieteten Objekten (Stallbox, Pferdehänger usw.) inklusive. Das ist nicht bei allen Versicherungen dabei. Deckungssumme ist bei uns 5 000 000.- Euro und je Versicherungsfall sind 150.- Euro Selbstbeteiligung. Das nehme ich aber gern in Kauf.

Klar rentiert sich das, schon allein wegen dem guten Gefühl, dass man nicht auf den Schaden sitzen bleibt. Stell dir mal vor, dein Pferd (zukünftiges) bricht aus und läuft auf die Straße und verursacht dadurch einen Unfall.

Jeder muß das für sich selbst ausmachen, aber wegen gerademal 10.- Euro im Monat verzichte ich nicht darauf. Achja für ein Pferd kostet es 20 Euro weniger.

Noch was wichtiges! Die meisten Reitställe verlangen eine Haftpflichtversicherung und ohne wirst du keinen Platz finden.

LG


Eine Haftpflichtversicherung würde sich auf jeden Fall lohnen , falls das Pferd mal ''totalen Mist'' baut .Bei den anderen Versicherungen die du aufgezählt hast bin ich mir nicht so sicher . 

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