Lohn einklagen nach 8 Jahren , Geht das?

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5 Antworten

Es gibt zwei verschiedene Fristen, die die nachträgliche Forderung von Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis beschränken:

Es können Ausschlussfristen vereinbarten worden sein - arbeitsvertraglich mindestens 3 Monate, tarifvertraglich mindestens 1 Monat -, innerhalb derer Ansprüche geltend gemacht werden müssen; nach Verstreichen der Frist sind die Forderungen verwirkt.

Gibt es solche Ausschlussfristen nicht, dann gilt die Verjährungsfrist von 3 Jahren nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 195 "Regelmäßige Verjährungsfrist"; dies Frist beginnt ab Ende des Jahres, in dem eine Forderung entstanden ist oder fällig war; bis zum 31.12.2015 können dann also noch Forderungen aus dem Jahre 2012 (wenn die Forderungen berechtigt sind: erfolgreich) geltend gemacht werden. Durch das Einreichen einer Klage wird die Verjährungsfrist gehemmt, nicht jedoch, wenn Du den Arbeitgeber nur mahnst.

Forderungen kannst Du aber auch noch auf weiter zurück liegende Ansprüche stellen, denn trotz Verjährungsfrist bleiben die Forderungen bestehen (sind also nicht verwirkt wie bei der Ausschlussfrist); allerdings kann der Schuldner (also Dein Arbeitgeber), diese weiter zurückliegenden Ansprüche abwehren mit der Einrede eben der "Verjährung".

Da Du in der Frage von "Lohngruppen" sprichst, nehme ich einmal an, dass ein Tarifvertrag in eurem Betrieb angewendet wird. Ich gehe dann davon aus, dass in diesem Tarifvertrag auch Regelungen zu Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis getroffen sind.

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Kommentar von Familiengerd
25.11.2015, 13:39

Ergänzung:

Weil ich nicht der einzige bin dem das in dieser Firma widerfahren ist.

Dann solltet ihr euch gemeinsam an den Arbeitgeber wenden und die Sachlage klären.

Wenn der Arbeitgeber die Forderung aus 2012 nicht bis zum 31.12.2015 in irgend einer Form anerkennt, ist es für eine Klage - was Forderungen aus 2012 betrifft - zu spät, wenn er gegen die Klageforderung die Einrede der Verjährung erhebt.

Wie "stark" Deine Nerven sind, wie es beim Arbeitgeber "ankommt", wie die "Stimmung im Betrieb" sich entwickelt bei einer Klage, kann ich nicht beurteilen; vor allem mit Blick darauf sind "Recht haben" und "Recht bekommen" leider viel zu oft zwei völlig verschiedene Dinge ...

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Nein, nach drei Jahren tritt die Verjährung ein. Aber versuchen kannst du das dennoch. 

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Antwort: 

Grundsätzlich ist das möglich. Ansprüche im Arbeitsrecht verjähren innerhalb von 3 Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit Ende des Jahres, in dem die Ansprüche entstanden sind. Also können Sie Ansprüche aus dem Jahr 2007 noch bis Ende 2010 geltend machen... siehe bitte Link unten.

Das Problem: 

Verjährt sind die Ansprüche also nicht. Es gibt aber in vielen Tarifverträgen, Arbeitsverträgen oder auch Betriebsvereinbarungen Verfallfristen. Da Sie mitgeteilt haben, dass Sie in eine Lohngruppe eingruppiert wurden, bedeutet dies, dass es bei Ihnen zwangsläufig einen Tarifvertrag geben muss. Steht in diesem Vertrag nun eine Ausschlussfrist, könnte Ihr Anspruch bereits verwirkt sein. So eine Frist lautet beispielsweise: „Beide Seiten müssen Ansprüche innerhalb von 3 Monaten schriftlich geltend machen. Erfolgt dieses nicht, sind die Ansprüche verwirkt.“

Mein Tipp: 

Weisen Sie Ihren Arbeitgeber auf die fehlerhafte Eingruppierung hin und fordern Sie das Geld nach. Dann ist an ihm, Ihnen zu sagen, ob Sie es bekommen oder weshalb er Ihnen das Geld nicht zahlt.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/entgelt-lohn-gehalt/blog-news/fehler-in-lohnabrechnung-verjaehrung-verwirkung/

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Kommentar von Familiengerd
25.11.2015, 13:29

Also können Sie Ansprüche aus dem Jahr 2007 noch bis Ende 2010 geltend machen

Du solltest - wenn Du schon aus dem Internet zitierst, abschreibst oder kopierst - wenigstens die entsprechenden Jahreszahlen anpassen! ;-)

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Danke Leute für Euren Einsatz :)  ich werde whl versuchen ein gespräch mit dem anwalt suchen und mir wenigstens eine stunde gönnen ;) ...mal gucken was er zu meinem AV. sagt und ob das überhabt notqwendig ist sich die Nerven kaputt zu machen.... Vielen Dank

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