Literatur / Philosophie Studium, Voraussetzungen und Perspektiven

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Hallo (: Bei den von dir angesprochenen Studiengängen sind politische Kenntnisse nicht notwendig, Fremdsprachkenntnisse ebenfalls nicht. Die Grundvoraussetzungen sind eher: ein hohes Sprachverständnis (unabhängig von der Sprache), ausgeprägte (Sprach-)Logik und die Offenheit und Kreativität gegenüber neuen und abstrakten Ideen. Die Fähigkeit, Sprache kritisch zu hinterfragen und zu interpretieren, ist unabdingbar. Du musst es lieben, zu Denken. Berufliche Aussichten gibt es viele, wie schon erwähnt, kann dir dieses Studium im Journalismus viel geben. Doch es ist weniger ein spezielles Berufsbild, dass sich nach dem Studium anbietet, wie Anwalt nach einem Jurastudium. Doch auch Managerposten wurden schon von Absolventen besetzt. Wie gesagt, es bringt einem ein breites Repertoire an Möglichkeiten.

Gruss und "Sapere Aude",

Equilibratos

Philosophie studiert man nicht, um damit einen Beruf auszuüben, sondern einfach, weil es einen interessiert und man sich als Mensch/Seele weiterentwickeln will. Manche betrachten es als vergeudete Zeit, andere als wertvollen Ausstieg auf Zeit.

Literatur sollte man nur studieren, wenn man nicht gerade tief in Literatur verliebt ist - soweit ich das von Literatur-Studenten höre, wird dort die Liebe zu Texten völlig in den Boden gerammt, ähnlich wie ein Pferdewirt seine Liebe zu Pferden verliert.

Ich überlege auch, Germanistik und Philo zu wählen, wobei ich noch nicht sicher weiß, welches das Hauptfach werden soll. Beruflich mache ich daraus gar nichts, es macht mir einfach nur Spaß, solche Dinge zu lernen. Abseits davon versuche ich, einen Verlag aufzubauen - dafür braucht man aber kein Studium (auch wenn wohl Buchwissenschaft die sinnvollste Wahl wäre). Also die Herangehensweise ist ausschlaggebend, ob dir das Studium auch bringt, was du dir erhoffst. Und Journalist kannst du ebenso völlig ohne Qualifikation sein, das ist kein geschützter Beruf - was nützt dir also ein Studium, wenn jeder Hauptschüler deinen Job machen könnte? Das ist nicht einmal gemein gegenüber Hauptschülern, sondern stellt nur heraus, dass die genauso etwas leisten können, wenn sie wollen.
Jedenfalls - die Kombi ist toll. Aber sei dir bewusst, dass du damit keinen "Job" bekommst, sondern dir höchstens deinen Traum erfüllen kannst. Ich verstehe sowieso nicht, warum man studiert, nur um dann trotzdem Befehlsempfänger zu bleiben. Studium heißt eigentlich, Experte auf einem Gebiet zu werden und damit selbständig zu arbeiten, zumeist als Dienstleister.


Deutsch-Ethiklehrer ist vollkommen (das heißt p=1) hoffnungslos. Ich glaube, desorientierte Mädels (Entschuldigung an alle desorientierten Mädels, ich habe halt 2*sechs Monate Referendariat ertragen, wo die Hälfte der Referendare Deutsch-Philosophie-Mädels waren) studieren zu 100% Deutsch-Philosophie. Es gibt wahrscheinlich 20mal mehr Referendare mit 2. Staatsexamen (und 50 mal mehr mit 1. Staatsexamen) als Stellen. In fünf Jahre verdreifacht sich die Zahl (der Referendare, nicht der Stellen).

Für Journalistik ist ein Deutsch-Philosophiestudium vollkommen (p=1) überflüssig. Was willst Du im Deutsch- oder Philosostudium lernen, was Dich zum Journalismus befähigt? Philosophie auf Lehramt kannste sowieso knicken.

Deutsch-Philosophie kannste nur studieren, wenn Du dort wirklich etwas leisten kannst. (Ich rede nicht von Schulnoten.)

War Friedrich Nietzsche selber ein Nazi oder ein Wegbereiter der Nationalsozialisten?

Ich  habe früher viel von Friedrich Nietzsche gelesen.

Ich fand es dann bedenklich, als ich merkte, dass auch die Nazis von früher im Dritten Reich auch seine Literatur gut finden. Was ich gelesen habe, ist, dass Adolf Hitler das Buch "also sprach Zarathustra" als eines der besten Bücher, die es je gab, bewertete.

Ich frage mich, was die Nazis so gut an Nietzsche fanden. Es soll ja auch Nazis gegeben haben, die Nietzsche als "Judenfreund" oder als "Kommunist" beschimpft und abgelehnt haben.

Jetzt frage ich mich, ob es sein kann, dass Friedrich Nietzsche auch verantwortlich am entstehen des Holocaust sein könnte. Es stellt sich die Frage, ob es sein kann, wenn man heute Friedrich Nietzsche wieder gut findet, ob dadurch auch Morde an Juden, Schwulen oder Behinderten dadurch gefördert werden könnte.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es jemanden gibt, der sich damit auskennt, und mir eine kluge Antwort geben könnte. Ich selbst finde die Schriften von Friedrich Nietzsche auch kennt, aber lese nur noch selten was von ihm, weil ich befürchte, ich könnte damit Rassisten unterstützen.

Wie muss man Nietzsche beurteilen, ist dieser Philosoph ein rechter, konservativer und rechtsradikaler Schriftsteller wie Adolf Hitler, oder war ein Existentialist wie Camus oder Sartre?

Ich kenne solche Auffassungen von ihm wie den "Übermenschen", und ich frage mich, ob sich die Nazis als Germanen auch als "Übermenschen" gesehen haben.

Klar ist wohl, dass Nietzsche  mit dem Begriff "Übermenschen" eher einzelne Menschen wie Genies und Künstler meinte, und nicht die "deutsche Rasse", wie das ein Rechtsradikaler interpretieren könnte.

Als ich anfing, Nietzsche zu lesen, war da auf dem Buch so ein Kommentar des Verlages, und da hieß es: "Es führt kein Weg über Nietzsche nach Ausschwitz".

Mir stellt sich die Frage, ob das nicht vielleicht gelogen ist, und man sehr wohl (vielleicht) den Holocaust mit der Philosophie von Friedrich Nietzsche begründen könnte

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