Literatur- Kunst- Medien Uni Konstanz?

4 Antworten

Zu diesem Studiengang kann ich nicht viel sagen, aber zu Deinen Berufsvorstellungen: Das Berufsbild Journalist wandelt sich zurzeit rasend schnell, und nicht zum Positiven - die jungen Leute haben kein Zeitungsabo mehr, die Zeitungen schmeißen Mitarbeiter raus oder gehen ein (Stichwort Zeitungskrise). Und Lokalzeitungen waren lange eine Arbeitsfeld, auf das Journalisten immer wieder zurückgreifen konnten.

Ich meine nicht, dass man diesen Beruf nicht mehr anstreben sollte. Aber man sollte sich frühzeitig klar machen, dass es ein langer, harter Weg wird. Man kann heute bloggen oder twittern etc. schon früh eine Menge schreiben, am besten auch Praktika machen. Irgendwie kommt man als freier Journalist auch über die Runden, wenn man sich anstrengt. Aber eine Karriere wie Arzt, Lehrer, Anwalt etc. ist der Journalismus leider nicht mehr, zumindest für die meisten nicht mehr. Da braucht man eine Menge Idealismus, um am Ball zu bleiben.

Lektor: Weißt Du, wie viele angestellte Lektoren es hierzulande gibt? Eine genaue Zahl weiß ich nicht, aber ich kenne 2 große Verlage ganz gut, da arbeiten jeweils eine Handvoll Lektorinnen. Und wie viele Studentinnen der Romanistik, Anglistik, Germanistik und Philosophie stellen sich vor, dass sie einmal Lektorinnen werden? Ungefähr die 10.000fache Anzahl. Da passt was nicht zusammen. Es gibt immer mehr freie Lektorinnen, aber das ist auch eine harte Existenz.

Ja, das sind alles interessante Berufsfelder. Aber sie haben ihre Tücken. Und wenn Du jetzt schon Sorge wg. des "Geschwafels" hast, dann wahrscheinlich zu Recht. An Deiner Stelle würde ich mir eher überlegen, ein Fach wie BWL oder VWL mit einer exotischen Sprache oder mit Kunstgeschichte oder Publizistik zu verbinden.

Mit deinen Argumenten zum Thema Berufsvorstellungen hast du sicher recht, nur kann ich mir leider überhaupt nichts in anderen Bereichen als den kreativen/schreiberlichen vorstellen, die mein Interesse auch nur ansatzweise wecken könnten. Zum Geschwafel: Vielleicht habe ich mich blöd ausgedrückt :D Mit dem Geschwafel meinte ich die pseudo-philosophischen Interpretationen zu unsinnigem Müll, wie das Anfang Oberstufe zumindest an unserem Gymnasium und bei unserer Lehrerin der Fall ist. Ich rede hier natürlich nicht von qualitativ hochwertigen Ausseinandersetzungen, welche ich mir von dem Studium erhofft hatte, und vorallem wollte ich wissen ob das, was hier studiert wird, auch nur ansatzweise zu meinen Berufsvorstellungen passt, womit die Uni Konstanz so wirbt. BWL und VWL hört sich in meinen Augen mit viel Mathe und Statistiken mehr als öde an, zumal ich in Mathe eine Niete bin. Meine Stärken liegen in Sprache/Fremdsprache und Kreativität, daher erhoffte ich mir, dass der Gang zu mir passt. Vielleicht bin ich zu blauäugig und naiv. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für diese sehr ausführliche Antwort genommen hast, ich werde mir das Ganze wohl doch nochmal sehr gründlich durch den Kopf gehen lassen und Alternativen in Erwägung ziehen.

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@Trenchergirl2

Hallo, eine Freundin von mir hat vor vielen Jahren "Neue deutsche Literatur und Medien" angefangen, und war total enttäuscht: nur Gelaber, das sie völlig unnötig fand (es nämlich nicht so, dass an der Uni automatisch ein hohes Niveau herrscht). Sie hat das Studium nach 1 Semester abgebrochen und ist an ein Dometscher-Institut gegangen, damit ein paar Jahre ins Ausland und hat jetzt (nach einigen Umwegen) ihren Traumjob. Übersetzen/Dometschen ist auch nicht einfach, es gibt sehr viele freie Übersetzerinnen. Aber wem es großen Spaß macht, der/die setzt sich auch durch.

Ein weiterer Tipp: Wenn man Sprachen kann, dann gibt es die Möglichkeit, zwischendurch mal 1-2 Jahre als Flugbegleiterin zu arbeiten. Das ist keine klassische Ausbildung, nach wenigen Wochen Training darf man in die Luft. Und dabei sieht man nicht nur die Welt, sondern kann sich mit tausend Leuten über ihre Berufe unterhalten - und plötzlich entdeckt man etwas, das einem liegt :-)

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@aida99

Vielen Dank für die tollen Tipps, ich werd sie mir zu Herzen nehmen :) Was deine Freundin betrifft, ist es natürlich schade, dass sie enttäuscht war. Ich hab allerdings oft im Internet gelesen, dass die ersten 2 Semester nicht so toll sind, sondern gerade durch spezifischere Wahl, wofür man sich interessiert, der Studiengang echt toll sein soll. Womöglich wäre das bei ihr auch der Fall gewesen, wenn sie dem Studium noch etwas mehr Zeit gegeben hätte? Wobei ich es natürlich verstehen kann, dass niemand ein teures Studium, dass ihm überhaupt nicht gefällt, bezahlen bzw. seine Zeit damit verschwenden will.

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Ich fürchte, das ist so ein Studiengang, nach dem man vieles kann, aber nix richtig.

Was dir im journalistischen Bereich heutzutage weiterhilft ist handfestes Wissen in bestimmten Themenbereichen. Sogar eine gute Schreibe ist relativ nebensächlich, es sei denn, man möchte in die höheren Chargen.

Welche spezielleren Studiengänge kannst du denn vielleicht empfehlen? Übrigens tendiere ich inzwischen sehr stark eher in Richtung Verlagsredakteur bei Büchern als zum Journalismus, falls das hilft :)

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Eine ähnliche Frage zu diesem Studiengang hat kürzlich schon mal jemand gestellt. Ich hab' mir damals die Seite mal angesehen und außer Geschwafel nichts gefunden. Als Einstieg für den Beruf Journalist / Redakteur / Lektor eignet sie sich jedenfalls nicht - wie übrigens ausnahmslos alle derartigen Studiengänge.

Meine Antwort auf die damalige Frage findest Du hier: http://www.gutefrage.net/frage/studiengang-literatur-kunst-medien-in-konstanz-was-dann#answer110335892, sie wurde vom Fragesteller als hilfreichste ausgezeichnet.

Ich hatte gehofft, jemanden zu finden, der vielleicht selbst diesen Studiengang abgeschlossen hat (womöglich auch mit dem Master, den ich sowieso für unabdingbar halte) und dadurch persönliche Erfahrung sowohl mit dem Fach als auch dem anschließenden Beruf hat. Trotzdem danke, deine Begründung wirkt sehr einleuchtend, obwohl ich zugeben muss etwas enttäuscht zu sein, da ich mir den LKM Gang als passend für mein Berufsbild dachte.

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