Links sein ohne Feminist zu sein?

11 Antworten

Warum Feminismus ausgerechnet so heißen muss, wenn er doch eigentlich Gleichberechtigung der Geschlechter, also auch der Männer meint, erschließt sich mir auch nicht.

Für Linke ist die Unterdrückung der Frauen sozio-ökonomischen Ursachen geschuldet wie auch die Unterdrückung andere Bevölkerungsschichten. Deshalb ist die proletarischen Frauenbewegung seit über 100 Jahren fester Bestandteil linker Bewegungen.

Das kam für das liberale bürgerliche Lager aber nicht infrage, deshalb entwickelte sich der kleinkarierte bürgerliche Feminismus, der sich in einen Kampf der Geschlechter stürzte und die Frontlinie zwischen Männern und Frauen und nicht zwischen oben und unten aufbaute.

Das nimmt mitunter skurrile Formen an, schafft aber auch Scheinfortschritte wie Quotenregelungen. Statt typische Frauenberufe oder typische Beschäftigungsverhältnisse für Frauen dadurch abzuschaffen, dass sie analog zu Männerberufen bezahlt werden und es ausreichende Begleitbedingungen gibt, dass Frauen auch tatsächlich einer vollwertigen Beschäftigung nachgehen können, feiert man es als Meilenstein der Gleichberechtigung, dass ein paar Alibi-Frauen in DAX-Vorständen sitzen.

Als Linker kann man dem Feminismus reserviert gegenüberstehen, man kann als Linker aber nicht gegen die Gleichberechtigung der Geschlechter sein. Deshalb ist der Feminismus bei aller Kritik, den man als Linker daran üben kann kein Gegner, sondern ein Verbündeter im Kampf für Gleichberechtigung.

Natürlich. Ich mag den modernen Feminismus auch nicht, sondern bevorzuge eher eine Art Egalitarismus, also dass das Geschlecht keine Rolle spielen sollte und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern bekämpft werden sollen, aber ohne eine Seite zu verdammen oder glorifizieren. Der Feminismus selbst ist ein verbrannter Begriff. Man sollte nicht den Fehler machen und alle Feministen pauschal zum modernen militanten Feminismus zu rechnen. Die meisten Feministen sind faktisch Egalitaristen, nur sagt man das normalerweise so nicht. Negativ auffallen tun aber eben die „militanten“ Feministen. Die normalen Feministen bleiben leider eher unter dem Radar der medialen Aufmerksamkeit.

Politisch kannst du jede Linie verfolgen, die dir passt! Niemand erwartet, dass du mit Allem konform gehst! Verfolge doch nur mal die Debatten innerhalb einer Partei, z.B. den Grünen/Bündnis90, wie viele Richtungen und Unterströmungen es dort gibt. Man redet dort zwar gerne vom linken oder rechten Flügel, aber dazwischen gibt's noch massig viele Andersdenkende, die sich weder dem einen noch dem anderen Flügel zuordnen lassen.

Es gibt linke, die denken wie du. Und natürlich kannst du links sein. Fast Keiner identifiziert sich mit allem, was die jeweilige richtung anzugeben scheint. Auch die Mitglieder von parteien stimmen sicher nicht in allen punkten genau mit dem Parteiprogramm überein, aber es gibt ja nicht für jede Kombination von Meinungen eine eigene richtung oder partei.

Bis vor 5-6 Jahren hätte ich mich selber auch noch links einsortiert...wie die Zeiten sich doch ändern ^^

Feminismus dient heute, wie vieles andere auch, dazu, eine Gruppe von Menschen von jedweder persönlichen Verantwortung für schlechten Leistungen und schlchteEntscheidungen zu entbindenund stattdessen eine ominöse Macht, in diesem Fall das "Patriarchat" dafür verantwortlich zu machen.

Da haste Frauen in "Gender Studies" Studiengängen, die sich darüber beschweren dass es zu wenig Frauen in Ingenieursberufen gibt. Warum die Frau die darüber meckert aber in dem Studium sitzt und nicht in nem Ingenieursstudium erschließt sich mir dann halt nicht :D Somit hat sie dann auch direkt die Grundlage dafür erschaffen dass sie niemals in bereichen arbeiten wird in denen man überdurchschnittlich gut verdient, sodass man dann auch den Mythos vom "Wage Gap" am Leben erhalten kann.

Studierende der "Gender Studies", einer interdisziplinäre Forschungsrichtung, beschweren sich nicht, sondern erforschen den Begriff "gender" und seine Bedeutung für die Verteilung politischer und sozialer Machtstrukturen in verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft.

Die geäußerte Kritik, warum jemand gender studies statt eines Ingenieurstudiengangs wählt, ist inhaltlich ungefähr so stichhaltig wie Studierenden der Biologie vorzuwerfen, weshalb sie das Verhalten von Bienen erforschen anstatt selbst Nektar zu sammeln.

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@tucho

Sag ich ja, wenn die Damen was Nützliches studieren würden was nützliche Mehrwerte für die Gesellschaft schafft hätten sie am Ende auch nen richtigen Beruf :D

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@CounterMonkey

Immerhin verstehst Du was Du selbst sagst, wenn auch offenbar leider nicht so ganz, was ich sage. ;D

Das erklärt dann vielleicht auch diese Abneigung gegen Geisteswissenschaften.

Im Übrigen studieren nicht nur "Damen" gender studies.

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