Lifehacks für Aspies

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1 Antwort

Ein hervorragendes Buch ist "A Fieldguide to Earthlings" von Ian/Star Ford. Wer das durchgearbeitet hat, versteht die Nicht-Autisten zu geschätzt 80%.

Was Tarnung angeht (d.h. wie ein NT zu wirken), kann ich dir nur empfehlen, dir eigene Workarounds zu basteln. Was andere machen, muss bei dir nämlich noch lange nicht funktionieren. Jeder Aspie tickt anders.

Starr "in die Augen" schaut man ohnehin nicht, denn das empfinden auch Nicht-Autisten als aufdringlich. Man schaut wechselweise auf die Augenpartie, aufs ganze Gesicht, über die Schulter, auf die Hände, wieder auf die Augenpartie ... alle paar Sekunden sollte der Blick ein Bisschen wandern. Wenn dir die Augenpartie unangenehm ist, schau eben auf den Haaransatz oder genau zwischen die Augen.

Emotionen erkennt eigentlich auch keiner. Es ist eher ein "Reverse Engineering": Man sieht die Mimik und Körperhaltung des anderen, spielt sie im Kopf selbst durch und lässt das "Programm Selbstdarstellung" dann rückwärts laufen. So kommt man zu der Emotion, die einen selbst dazu bewegen würde, genau diese Körpersprache zu zeigen. Dann geht man einfach davon aus, dass beim Gegenüber dieselbe Emotion der Auslöser war.
Um die Emotionen Anderer schneller zu erkennen, hilft also Schauspiel-Training bzw. häufige Selbstreflektion. Wenn du selbst unwillkürlich das Gesicht verziehst oder diese und jene Bewegung betonst, welche eigene Emotion bewegt dich dazu? Andersrum, wenn du dies oder jenes empfindest, wie würdest du das non-verbal zeigen? Wenn du deine eigene Körpersprache gut verstehst, dann fällt es dir auch leichter, die der anderen rückwärts zu deuten.

Kurz gesagt: Ich setze zu 99% aufs Verstehen der unterbewussten Zusammenhänge. Das Nachäffen "normaler" Verhaltensweisen macht dann nur noch 1% aus.

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