liegt eine Berufsmäßigkeit vor?

2 Antworten

Hi overdrummer,

da hilft dir die minijob-zentrale.de weiter: 

Ich habe im letzten Jahr für 5 Wochen einen Ferienjob gemacht. Da dies meine einzige Beschäftigung im letzten Jahr war, bin ich der Meinung dass es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt...

Da verwechselst du leider etwas: eine geringfügige Beschäftigung ist ein 450-Euro-Minijob! Was du damit meinst, ist eine kurzfristige Beschäftigung, welche seit dem 1.1.2015 erhöht wurde für max. 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage im Kalenderjahr!

Der Unterschied zur geringfügigen Beschäftigung, welche rentenversicherungspflichtig mit 3,7% vom Bruttolohn ist und steuerfrei (falls der Arbeitgeber die 2% Pauschalsteuer entrichtet): die kurzfristige Beschäftigung hingegen ist sozialversicherungsfrei (solange sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird), jedoch nicht steuerfrei!

...wenn die Tätigkeit berufsmäßig ausgeübt wird.

Laut minijob-zentrale.de unter Mi­ni­jobs im ge­werb­li­chen Be­reich -> Kurzfristiger Minijob -> Berufsmäßigkeit

wie z.B.: Berufsmäßig wird eine Beschäftigung unter anderem dann ausgeübt, wenn sie nicht von sogenannter „untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung“ ist. Das heißt, sie darf nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhalts bzw. -standards bestimmend sein. Unter anderem sind Personen, die beschäftigungslos und bei der Arbeitsagentur für eine mehr als kurzfristige Beschäftigung als Arbeitsuchende gemeldet sind, als berufsmäßig beschäftigt anzusehen. Sie sind unabhängig von der Dauer der Beschäftigung versicherungspflichtig, es sei denn, die Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro im Monat (anteilig je nach Dauer der Beschäftigung) wird nicht überschritten.

Mein ehemaliger Arbeitgeber sagt aber, ich hätte das Studium direkt nach der Schule beginnen müssen, um von der Sozialversicherung befreit zu werden. 

Also laut minijob-zentrale.de genügt es für eine Abrechnung als kurzfristige Beschäftigung (Ferienjob ohne berufsmäßige Tätigkeit), wenn du bei Beginn der Tätigkeit dich zum Studium angemeldet hast! Eine Bestätigung bzw. Zusage ist nicht erforderlich für diese kurzfristige Beschäftigung (Ferienjob!).

Gruß siola55

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Hallo,

ein Ferienjob liegt vor, wenn die betreffende Person in dieser Zeit Ferien hat (also direkt vorher und direkt nachher Schüler ist). Das trifft hier nicht zu.

Jede Beschäftigung mit mehr als 450 Euro brutto ist versicherungspflichtig (§ 8 SGB IV). Ausnahme: die Tätigkeit wird nicht berufsmäßig ausgeübt und überschreitet 2 bzw. 3 Monate Dauer nicht.  Beschäftigungen von Schülern und Studenten sind nicht berufsmäßig, wenn sie zeitlich entsprechend begrenzt sind. Diese gilt auch notwendige Lücken bei Schulwechsel bzw. zwischen Schzlende und Studienbeginn. Eine Lücke von einem ganzen Jahr fällt nicht darunter.

Eine verbindliche Entscheidung erfolgt durch die Minijob-Zentrale. Das Geld für den Rechtsanwalt kann man sich sparen.

Tipp für die Zukunft: Solche Dinge vor Beginn der Beschäftigung klären!

Gruß

RHW 

 

Die erste Antwort war eher ja, deine Antwort ist Nein.

Ich habe mich vor dem Jahr Pause bereits um einen Studienplatz beworben und wurde abgelehnt. Da man sich nur zum Wintersemester bewerben konnte musste ich also ein Jahr Pause machen. Ich war also auf der Suche nach einem Studienplatz. Würde sich dadurch etwas ändern?

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@overdrummer

Verbindlich sind die Geringfügigkeitsrichtlinien.

http://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/4_Rundschreiben_etc/1_AG_rundschreiben_AG_versicherung/PDF01_Geringfuegigketisrichtlinien_12112014.pdf?__blob=publicationFile&v=2

-> Suchbegrigg: "berufsmäßig"

Die Beispiele treffen aber nicht 100%ig auf die beschriebene Situation zu. Daher ist auf Antrag von der Minijobzentrale eine verbindliche Entscheidung zu treffen.

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