Liebe Psychologen, könnt ihr mir bei meiner (fiktiven) Geschichte helfen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Folter ist so unmenschlich, dass Folterer und Gefolterter zu Unmenschen werden müssen, um darüber nicht den Verstand zu verlieren. Jegliche Gefühle müssen auf beiden Seiten abgekapselt werden. Der Folterer wird zum grausamen Untier und der Gefolterte zu einer willenlosen Marionette.

Das Ziel von Folter ist es, eine Person vollständig dem Willen anderer zu unterwerfen. ihren Willen, ihre Selbstachtung, ihren Widerstand gegen die Ziele der Folter sollen gebrochen, und zuletzt vollständig ausgemerzt werden. Der Gefolterte mag still für sich an einem Mantra festhalten wie: ich werde nichts und niemand verraten ... was eben in deiner Story passt, was ihm die Stärke zum stoischen Durchhalten gibt.

Nicht allein die mit der Folter zugefügten Scherzen bewirken die totale Unterwerfung einer Person. Gleichzeitig ist es die entwürdigende Behandlung, das hilflose ausgeliefert sein, nicht wissen, was als nächstes geschehen könnte oder wird. Schon dass er nach einer Weile Kerker kaum noch einen heilen Faden am Leib trägt, ist extrem entwürdigend.

Die Wünsche des Gefolterten reduzieren sich zuletzt nur noch auf seine Grundbedürfnisse. Für ihn kann es zuletzt schon ein 'Sieg' sein, dass heute mal die Daumenschrauben nicht zum Einsatz kommen, nicht bemerkt wurde, dass er doch eine Weile schlafen konnte, der Brotkanten einmal etwas größer ausfällt.

Er dürfte danach einen auf andere schon abschreckend wirkenden Fatalismus gegenüber Widrigkeiten zeigen. Er hat schon viel schlimmeres erlebt als dass man ohne Feuerholz auskommen müsste, oder die Speisekammer leer ist, Gendarmen die Tür eintreten.

Weil er in den schlimmsten Momenten seines Lebens keinerlei Mitleid erfuhr, wird ihm jede Form von Mitleid künftig äußerst suspekt sein. Er wird seinem Umfeld auch nicht gerne aus der Zeit seiner Gefangenschaft berichten. Das macht ihn zu einer mysteriösen Person, eine Außenseiter, der vom jedem mit argwöhnischen Vorurteilen betrachtet wird (Mittelalter).

Aber mal etwas physisches. Wer auf der Streckbank gelegen hat, dem sind sämtliche Glieder ausgerenkt worden. Danach ist man nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen, für den Rest des Lebens ein absoluter Pflegefall. Aus dem Spanischen Stiefel kommt der Fuß als Matsch wieder heraus. Es ist also zu überlegen, wie weit man die Folter treiben will, wenn der Charakter später noch flott zuwege sein soll.

Wow, danke. Der Beitrag war eine große Hilfe! :)

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Ich denke mal dass das aggressive verlten daher kommt das sich Menschen in seiner Umgebung vileicht über irrelevantnten sachen beschweren und klagen und er damit nicht klar kommt weil ein mensch der sowas durchlebt hat die welt mit anderen Augen sieht und deshalb nicht verstehen kann wieso sich die menschen über Kleinigkeiten wie das wetter beschweren. So entwickelt sich vileicht auch eine Verachtung gegenüber der anderen menschen. Oder er erkennt auch Verhaltensweisen an anderen menschen wieder die ihn an die Leute erinnern die ihn gefoltert haben.

Woher ich das weiß:Hobby

Ersteres hab ich noch gar nicht in Betracht gezogen. Danke!

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