Liebe Minimalisten, ich und meine Freundin überlegen Kinder zu kriegen und fragen uns, ob ein minimalistisches Leben mit Kindern möglich ist?

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5 Antworten

Natürlich ist es möglich, denn letztendlich sind viele Dinge, die sich Eltern für ihre Kinder anschaffen, einfach nur ein Ergebnis unseres Lebens im Überfluss.

Die Kinderzimmer werden heutzutage vollgestopft mit Krempel, soviel dass das Kind teilweise gar nicht mehr weiß womit es überhaupt noch spielen soll.

Die Kleiderschränke quillen über, weil die Eltern denken dass sie zwingend entweder Markenkleidung oder aber jeden möglichen Krempel vom Discounter kaufen müssen, bloß weil ein Kleidchen 2,99 € kostet.

Minimalismus ist an dieser Stelle mit Sicherheit gar nicht verkehrt, weil das Kind auf dieser Art und Weise im Laufe des Heranwachsens auch lernt dass man eben nicht alles kaufen muss, bloß weil man es vielleicht könnte.

bloxberg 04.07.2017, 10:01

du hast sicher keine kinder

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GoodFella2306 04.07.2017, 10:02

doch, ich habe Kinder.

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Kitharea 04.07.2017, 11:05

Ich hab meinen eigenen Kindern mal ein halbes Jahr kein Spielzeug mehr gekauft weil ihnen trotz Zeug ständig langweilig war und alles kaputt gemacht haben. Man glaubt gar nicht wieviel die Zwerge weinen können. Aber kaputt wurde seitdem nichts mehr. Spielzeug gibt es nur mehr extrem selten und da müssen sie die Hälfte mit finanzieren.
Klingt vielleicht fies aber fühlt sich besser an als sie mit zeug zuzumüllen

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MartinSchuM 08.07.2017, 10:00

Wie geht man mit Geschenken um? Selbst würde ich ja gar nicht so viel kaufen, das liegt mir gar nicht. Aber ich sehe das bei den Nichten, die werden wirklich zugeballert mit Zeug, das weder schön noch brauchbar ist (aus meiner Sicht). Aber es ist schon für mich immer schwer, "nein" zu sagen. Viele empfinden es wirklich als Affront wenn man sagt: ich möchte nichts haben. Bitte schenkt mir nichts. Bei Kindern stelle ich mir das noch viel schwieriger vor.

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Auf jeden Fall ist das möglich. Ich finde sogar, dass man den Kindern aus päd. Gründen gar nicht so viel Luxus und Extras bieten sollte.

So, wie es die Kinder von klein auf gewohnt sind, so kann man es locker weiterführen.

Man kann die Kleidung von den größeren Kindern auftragen. Bei Kleinen funktioniert das bis zu einem gewissen Alter wunderbar.

Wenn man neue Kleidung kauft, kann das auch minimalistisch ausfallen, welches Kind hat was davon, 10 Hosen im Schrank hängen zu haben, wenn es doch immer nur die gerade neueste Lieblingshose anziehen will. So war es bei meiner Tochter!

Man kann alte, gute Kleidung auch aufpeppen, wer ein Händchen dafür hat. Z.Z. ist das sehr trendy - Abcycling, nennt sich das.

Bei kleinen Kindern sind die Windeln das teuerste Produkt, da würde ich auch nicht daran sparen, aber man muss nicht die teuersten Windeln kaufen, es gibt auch günstige.

Essen und Getränke kann man selbst herstellen, ist einfach (Banane, Äpfel, gek. Kartoffel u. Karotten zerdrücken) und viel gesünder, wenn man lange stillt, kann man auch am Essen etliches einsparen.

Kindergartenbeiträge und Schulsachen sind eine größere Investition, aber man kann das  Essen selbst machen und braucht kein Geld für tägl. Bäckerbesuche ausgeben, ist auch gesünder.

Taschengeld ist wichtig, zur Erlernung des Umgangs mit Geld, aber da heißt es auch, weniger ist mehr, denn sonst lernen sie den Umgang ja nicht (sparen, zusammenlegen, kalkulieren, abwägen, schätzen...). Wenn man zu viel Taschengeld gibt, brauchen die Kinder das alles nicht übelegen, sie kaiufen ohne nachzudenken, bis das Geld weg ist.

Was hier manche Kinder für Taschengeld bekommen ist der blanke Wahnsinn. Meine Kinder bekamen anfangs nur so viel €, wie alt sie waren: 6 J. = 6 € im Monat. Sie waren damit zufrieden und glücklich.

Später auf dem Gymi bekamen sie etwas mehr, meine Kinder bekamen mit 17/18 J. nur 25 € im Monat, bis zum Abi. Es reichte gut, aber für Extras musste ich schon manchmal was drauflegen, aber nicht jeden Monat.

Und schon studierten sie und bekamen voller BaföG-Satz und lagen uns seither nicht mehr auf der Tasche.

Dies funktionierte nur, weil sie gelernt haben, mit ihrem Geld auszukommen und zu sparen und auch manchmal auf Dinge zu verzichten.

MartinSchuM 08.07.2017, 10:03

Minimalismus heißt für mich nicht in erster Linie, dass ich kein Geld ausgeben will. Es geht mir um den Besitz von vielen Dingen, die man nicht wirklich braucht. Hingegen habe ich kein Problem damit, viel in Musikunterricht oder so zu investieren, das kostet halt. Will sagen, es geht nicht um Geld, sondern um das Haben (statt Sein...) und vor allem um überflüssiges Haben. 

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Eine Story:
Sie hatten nichts - nur das Fell auf ihren Schultern und um die Hüften. Manchmal etwas Fleisch vom Jagen wenn sie schnell genug waren. Ansonsten Früchte, Wurzeln und was man so fand.

Soweit ich weiß stammen wir von solchen Menschen ab. Es gäbe uns alle nicht, wenn es sie nicht gegeben hätte.
Ich denke sogar, dass es für die Kinder super wäre mal etwas weniger zu haben und zu wollen. Ich denke, dass die Kinder selbst wesentlich mehr Zuwendung brauchen als man ihnen mit "Zeug" geben kann. Ich denke, dass so etwas den Kindern gut tun würde.
Davon abgesehen - es ist euer Leben. Ich würde nicht andere fragen, was sie davon halten. Ob die damit dann klarkommen oder nicht kann euch egal sein. Wir leben nicht mehr im Mittelalter wo man Menschen, die nicht dazu passten am Scheiterhaufen verbrannt hat.

danhof 04.07.2017, 12:35

Ich finde das auch gut. Muss immer schmunzeln, wenn meine Kinder sagen, sie hätten sooooooooooo einen Hunger (nachdem wir 10 Minuten wandern waren).

Da denke ich dann immer, seid froh, dass ihr nicht wisst, was WIRKLICHER Hunger heißt...

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Keine Ahnung, wie konsequent ihr das Minimalistendasein lebt.

Aber Fakt ist, dass Kinder wesentlich weniger brauchen, als immer panikerfüllt propagiert wird. Ich musste mir meinen Führerschein auch selbst erarbeiten und lebe noch. Davor gibt es Sachen, die einfach nötig sind. Schulausstattung mit Füller, Federtasche, Lineal, Büchern etc. Und noch früher kriegt ihr vermutlich eh die ganzen Klamotten von Oma, Opa, Onkels und Tanten und Freunden geschenkt.

Wir haben drei Kinder und ich kann mich nicht erinnern, da jemals große Summen für Kleidung investiert zu haben. Schon gar nicht Summen, die über die Höhe des Kindergeldes hinausgehen.

So Sachen wie Klavierunterricht oder Sport kosten aber natürlich Geld. Wobei die Variationen da auch sehr breit sind. Für Musikunterricht kannst du 50 Euro im Monat zahlen. Sportverein ist schon für 8 Euro im Jahr zu haben. Kommt immer sehr drauf an.

Klar sollten auch Minimalisten Kinder kriegen. Sie schleifen einen ab und lassen einen bodenständig bleiben. Neurosen und egozentrische Macken kann man sich mit Kindern kaum leisten :-)

MartinSchuM 08.07.2017, 10:08

Wie oben schon gesagt: es geht nicht ums Geld, das man ausgeben muss, sondern um den Ausmaß des Besitzes. Ich will gerade keine Geschenke für die Kinder, sondern einfach mit dem Notwendigen auskommen. Ich besitze beispielsweise drei Hosen und sieben T-Shirts, die ich trage, bis sie nicht mehr gehen, und nicht 10 Hosen und 25 Shirts, die nie angezogen werden. Ich bin da aber sicher kein extremer Minimalist, sondern möchte einfach nur möglichst nachhaltig leben und finde keine Freude am Kaufen von Sachen, die dann nur Platz wegnehmen und nicht gebraucht werden.

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danhof 10.07.2017, 07:56
@MartinSchuM

Ich doch absoult OK. Letztens gabs eine Sendung, wo Leute versucht haben, sich selbst zu versorgen. Von Hühnerhaltung über Gesichtscreme herstellen bis hin zum selbst schlachten war da alles dabei.

PS

Ich habe auch nur drei Hosen :-)

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Es würde helfen wenn du den Begriff "Minimalist" aus deiner Sicht definierst.

Mir reicht zum Beispiel die minimalistische Ausstattung in einem Porsche GT3 ohne Radio völlig aus, solange er ungedrosselt alle PS auf die Strasse bringt.

MartinSchuM 08.07.2017, 10:09

Oh, auf ein Autoradio verzichten? Auf keinen Fall. :D

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