Lichtverschmutzung messen?

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3 Antworten

Der Vorschlag aus einer anderen Antwort, Sterne zu fotografieren, taugt nicht wirklich. Denn die Wetterlage, insbesondere Bewölkung, ist an verschiedenen Standorten gern unterschiedlich.

Ich würde von vornherein erstmal bezogen auf die Nahumgebung einen möglichst dunklen Ort suchen, z. B. Mitte eines Stadtparks (in einer Großstadt) oder irgendwo "draußen auf dem Feld" (auf dem Lande).

Und dann digitale Fotos machen mit definierter Belichtung, also wirklich ALLE Parameter exakt gleich an allen Standorten, und mit gleichem Gerät. Auf keinen Fall automatische Belichtung o. ä., sondern wirklich Werte einstellen. Und Bilder unkomprimiert als Rohdaten speichern, kein JPG o. ä.

Da fallen dann wahrscheinlich für Menschen teils nicht mehr sinnvolle Bilder raus. Was man aber machen kann: mit einem kleinen Progrämmchen über die Bilddaten rübergehen, die RGB-Werte analysieren, und dann eben die Durchschnittshelligkeit des Gesamtbildes mathematisch ermitteln.

Wenn Du nun von jedem Standort mehrere Samples hast, dann sollte eine solche Meßreihe schon etwas Aussagekraft haben.

Ach ja: und am besten alle Referenzfotos bei Neumond an den verschiedenen Standorten. Denn den Mond als "natürliche Luftverschmutzung" wirst Du ja vermutlich außen vor lassen wollen.

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Kommentar von MaHo12345
13.09.2016, 22:24

Vielen Dank für deine Antwort.

Für meine Untersuchung werde ich darauf achten, dass kein Mond vorhanden ist (Neumond, bzw bereits untergegangen), und dass der Himmel klar ist. Auch werde ich, wie Du bereits beschrieben hast, im RAW-Format und mit immergleichen Einstellungen fotografieren.

Wie meinst du das mit "Da fallen dann wahrscheinlich für Menschen teils nicht mehr sinnvolle Bilder raus"?

Ziel meiner Arbeit ist es auch, verschiedene Orte miteinander zu vergleichen. Ich würde für diesen Zweck z. B. an einen Ort gehen und dann 24H (wenn der Sternenhimmel wieder etwa gleich ist) später an einen anderen Ort und immer Richtung Zenit fotografieren (mit klarem Wetter und ohne Mond) um die Bilder dann zu vergleichen. Meinst Du, dass dies so funktionieren würde?

Danke im Voraus!

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Eine direkte Messung der Lichtverschmutzung besteht darin, die Flächenhelligkeit des Nachthimmels zu bestimmen, d.h. nicht die Magnitude von Sternen, sondern die Magnitude des Himmelshintergrundes pro Fläche (z.B. pro Quadratbogensekunde). Ein indirektes Maß für die Lichtverschmutzung ist die Magnitude der schwächsten Sterne, die Du auf einer Aufnahme noch nachweisen kannst. Je heller der Himmelshintergrund ist, um so heller sind auch  die schwächsten noch sichtbaren Sterne. Die Dir schon vorgeschlagene Methode, die Milchstraße unter verschiedenen Bedingungen zu photographieren, geht in die gleiche Richtung - es wird dabei die Flächenhelligkeit des Himmelshintergrundes mit derjenigen der Galaxis verglichen. Gute flächige Testobjekte für Lichtverschmutzung, die keine Weitwinkelkamera erfordern, sind z.B. die Andromedagalaxie oder der Orionnebel.

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Die Milchstrasse ist immer an der gleichen Stelle und die kannst Du immer fotografieren.

Da wo man die noch sehen kann, hat es wenig Lichtverschmutzung. Da wo das Foto bei gleicher Belichtung nur hell und grau wird, ist zu viel Licht.

Ich sah das letzte Mal die Milchstrasse richtig, als ich morgens um vier Uhr auf einem Bergpass aus dem Auto stieg und in den Himmel schaute.

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Kommentar von MaHo12345
13.09.2016, 21:52

Danke für deine Antwort, jedoch ist es nicht so, dass wir von der Erde die Milchstrasse immer gleich sehen, siehe z.B. in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=dp6V4CfGLu4. Jedoch vermute ich, dass wenn man in Abständen von 24h in den Himmel schaut in etwa die gleichen Sterne sehen kann, jedoch bin ich mir da nicht sicher.

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