Licht aus einem Schwarzen Loch doch möglich?

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4 Antworten

Hallo D3ath1st,

leider werden solche Meldungen in aller Regel nicht von Naturwissenschaftlern geschrieben, sondern von Journalisten. Entsprechend schlecht sind leider viele Online-Meldungen oder Zeitungsartikel über wissenschaftliche Themen.

Eine Studie kam zum Beispiel neulich erst zu dem Ergebnis, dass bei Zeitungsartikeln zur Alternativmedizin bis zu 90% der von Journalisten geschribenen Artikel den Leser vollkommen falsch über den tatsächlichen Forschungsstand informieren. Ich möchte ehrlich gesagt nicht überprüfen, ob es beim Thema Physik sehr viel besser aussähe...

Deshalb: Bevor man schreit "Einstein widerlegt", bei solchen Themen immer erst mal in den Originaltext oder eine andere, von Wissenschaftler geschriebene Quelle schauen. Und erst, wenn dort dasselbe steht - dann haben wir eine Revolution der physikalischen Erkenntnisse...

Im vorliegenden Fall ist das nicht der Fall. Denn folgst Du dem darin enthaltenen Link auf Space.com, dann findest Du, dass die Originalmeldung etwas ganz anderes sagt:

For the first time, astronomers have seen dim flickers of visible light from near a black hole,

Licht, das ganz aus der Nähe eines Schwarzen Loches stammt, wurde da beobachtet. Und das geht sehr wohl. Um ehrlich zu sein, ist es sogar unvermeidbar, dass Strahlung frei wird, wenn Materie in ein Schwarzes Loch stürzt. Nur so schön hat man es eben bislang nicht direkt beobachten können.

So. Also erst einmal wieder beruhigen...

Ebenso falsch im Artikel ist übrigens die Aussage, Schwarze Löcher würden alles aufsaugen, was sich in ihrer Umgebung befindet. Nein, Schwarze Löcher sind keine Staubsauger. Wenn wir die Sonne durch ein massegleiches Schwarzes Loch ersetzen, werden wir keineswegs aufgesaugt. Die Erde umrundet auf genau derselben Umlaufbahn die unter 6 km große "Schwarzlochsonne", weil die Schwerkraft ja dieselbe geblieben ist. Wir erfrieren - weil kein Licht mehr kommt - aber werden nicht eingesaugt. Ist doch schon wieder beruhigend.

Aber wenn Du unbedingt möchtest, dass etwas herauskommt aus dem Schwarzen Loch: Die Quantentheorie macht es unter Umständen möglich.

Die ist in Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie ja nicht enthalten, die ART ist nicht quantisiert. Hawking hat nun einen Vorschlag gemacht, wie Quanteneffekte unter Umständen dazu führen könnten, dass Schwarze Löcher am Ereignishorizont ab und zu ein Teilchen verlieren. Diese  nach ihm benannte "Hawking-Strahlung" ist aber experimentell nicht bestätigt. Es handelt sich also um eine reine Hypothese. Wir sind leider nicht nahe genug an einem Schwarzen Loch, um dies schnell mal überprüfen zu können.

Andererseits ist das halt auch wieder gut... ;-)

Grüße

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Aus einem Schwarzen Loch kann nur die so genannte Hawkingstrahlung entweichen. Das ist eine Partikelstrahlung, die durch die Kombination aus quantenmachanischen und relativistischen Effekten entsteht und von Stephen Hawkin postuliert wurde. 

Sie ist allerdings bei normalgroßen Schwarzen Löchern so schwach und von absolut Schwarz kaum zu unterscheiden, dass sie wohl in absehbarer Zeit nicht nachgewiesen werden kann (sonst hätte Steven Hawking schon längst einen Nobelpreis). 

Licht kann aus dem Ereignishorizont definitiv nicht entweichen.

Die Strahlung die dort erwähnt wird, stammt allerdings aus der Akkretionsscheibe (steht ja auch im Text so, allerdings etwas verschwurbelt).

Ich glaube aufrund der unklaren Ausdrucksweise nicht, dass die Autorin Wissenschaftlerin ist.

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Das ist eine Gute Frage. Ich lese das auch zum ersten mal. Wenn das wirklich so ist, wirft das die bisherige Theorie zumindest über den Haufen.

So ist das halt mit der Wissenschaft, es werden Sachen behauptet und als Fakt genommen, bis sie widerlegt werden.

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Kommentar von D3ath1st
08.01.2016, 15:46

Das ist sehr wahr!

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Kommentar von uteausmuenchen
08.01.2016, 23:28

Äh. Nö.

So stellt sich der Laie leider nur allzu oft Wissenschaft vor.

Nun denke aber einmal kurz darüber nach, warum gerade Wissenschaftler ihre am besten bestätigsten Erklärungsmodelle immer noch "Theorie" nennen - und eben NICHT Fakt.

;-)

Wissenschaft trennt Glauben/Meinung/Vermutung vom "Wissen", das sich von ersterem durch überprüfbare Begründungen unterscheidet. Im Falle von Naturwissenschaft begründen wir Aussagen über Tests der Aussagen an der Natur - also Beobachtungsdaten.

Aussagen, die die Tests bestehen und sich wiederholt bewähren, bezeichnen wir als "Wissen". Wissen ist damit zuverlässiger als unüberprüfte Vermutung oder Meinung - aber nicht unfehlbar.

Der Philosoph wird Dir erklären, dass der Irrtum unweigerlich in den menschlichen Erkenntnisprozess mit eingebaut ist. Wir können es nicht vermeiden, dass es möglich ist, dass sich in unserem Wissen Fehler eingeschlichen haben.

Die Naturwissenschaft ist nun aber die einzige Erkenntnismethode des Menschen, die zu dieser Unvollkommenheit des Wissens steht. Sie hinterfragt sich selbst immer und immer wieder in weiteren, möglichst immer schärferen Experimenten und überprüft so immer und immer wieder ihre eigenen Aussagen.

Dass die Naturwissenschaft auf diese Weise immer wieder auch lieb gewonnene Erkenntnisse einschränken oder an bessere Daten anpassen muss, ist also nicht ihre Schwäche - es ist ihre Stärke.

Eher ist es ein Zeichen mangelnder Testbereitschaft, wenn eine Lehre seit Jahrhunderten vollkommen unverändert bestehen bleibt, während sich das Wissen der Menschheit um sie herum weiter entwickelt.

Grüße

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Das Licht was die gesehen haben kam doch nicht aus dem schwarzen Loch selbst, sondern von einem Objekt was von dem SL "aufgesogen" wurde.

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