"Liberale vs. Demokraten"?

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3 Antworten

Die Fragestellung bezieht sich wohl auf die deutsche Revolution 1848/1849.

Liberale und Demokraten sind Vertreter/Anhänger von zwei verschiedenen politischen Richtungen/Bewegungen. Beide zusammen bildeten eine eine Gruppierung der Revolutionsbefürworter gegen den alten monarchischen Obrigkeitstaat und für einen zu errichtenden deutschen Nationalstaat, aber im Verlauf der Revolution wurden Meinungsunterschiede deutlicher und Gegensätze zwischen Liberalen und Demokraten traten stärker hervor. Dies erschwerte auch einen Erfolg der Revolution.

Zwischen Liberalen und Demokraten gab es Gemeinsamkeiten und beide traten für die Märzrevolution ein. Es gab geteilte grundsätzliche Gedanken und Werte, gemeinsame Ziele. Der Druck der monarchischen Staaten hatte sie in der Opposition miteinander verbunden, bei allen Richtungskämpfen innerhalb der liberalen Bewegung. Die programmatische und organisatorische Spaltung einer liberalen Bewegung als Gesamtheit, der sie bei allen Unterschieden im Einzelnen zugehörten, in gemäßigte Liberale und Demokraten war eine Entwicklung, die sich über einen längeren Zeitraum von etwa 1830 bis in die Revolution 1848/1849 hinein vollzog.

Gemeinsame Forderungen der Liberalen und Demokraten waren unter anderem die nach einer geschriebenen Verfassung, Grundrechten (in der Art von Menschen- und Bürgerrechten, mit Freiheiten, die auch gegen staatliche Macht schützen, durch die in der Zeit der Restauration vielfach
Unterdrückungsmaßnahmen erlebt werden) und einem Repräsentativsystem (gewählte Volksvertreter) einschließlich von Mitbestimmungsrechten.

Liberale

Die Liberalen waren für mehr Freiheit und eine gemäßigte/eingeschränkte Veränderung, wollten nicht die Monarchie abschaffen und keinen gesellschaftlichen Umsturz. Ihr Schwerpunkt lag im wohlhabenden/besitzenden und gebildeten Bürgertum. Es gab bei den Liberalen auch Angst vor einer Anarchie und einer sozialen Revolution durch die Unterschicht. Sie erstrebten eine Verfassung mit einer konstitutionellen Monarchie. Beim Wahlrecht neigten die Liberalen zu einer Einschränkung, die es nur Männern mit einem Mindestmaß an Besitz und Bidung gab, also die Ärmeren/Angehörige der Unterschicht mehr oder weniger stark auschloß.

Bei den gemäßigten Liberalen gab es eine Ambivalenz (Doppeldeutigkeit/Zwiespältigkeit) im Verhältnis zum Volk. Es gibt eine Berufung auf es und das Ideal, für es einzutreten und ihm Mitwirkung als Grundlage des Staates zu geben, andererseits Befürchtungen, ein Volk könne als unreife, ungebildete, ungezügelte Masse in Erscheinung treten. Damit ergab sich eine Neigung, die Partizipation (Teilhabe) zumindest in der Gegenwart eingeschränkt zu halten, wobei offengehalten wird, diese in Zukunft bei erfolgreichen Bildungsergebnissen auszuweiten. Darin, inwiefern das Wahlrecht etwas eingeschränkt sein soll, waren die Äußerungen der gemäßigten Liberalen oft vage oder gingen gar nicht darauf ein. Eine Formel war die nach Wahlrecht der unabhängigen Staatsbürger. Dabei blieb Auslegungsspielraum, was unter Unabhängigkeit in diesem Zusammenhang genau zu verstehen ist. Voraussetzungen der Bildung und des Besitzes sind denkbar, auch Überlegungen zu Wohnsituation oder sozialer Stellung (Dienstboten von Wahlrecht ausgeschlossen). Ein Zensuswahlrecht (Wahlrecht von Besitz abhängig) konnte Wünschen bei gemäßigten Liberalen entsprechen oder auf Zustimmungsbereitschaft stoßen und manche traten
deutlich für diesen Ansatz ein, allerdings ist nicht genau dies eine von ihnen allen durchweg vertretene Forderung.

Demokraten

Die Demokraten waren für Freiheit und Demokratie. Ihr Eintreten für eine Revolution war entschiedener/radikaler. Die Demokraten lehnten das monarchische Prinzip eindeutig und nachdrücklich ab. Sie traten in der Frage der Verfassung für eine Republik ein (ihr Ideal bei der Staatsform) oder sie befürworteten eine Monarchie ohne einen starken Monarchen, die eine parlamentarische Demokratie war. Beim Wahlrecht strebten die Demokraten ein allgemeines Wahlrecht der Männer an, also volle politische Gleichberechtigung der (männlichen) Staatsbürger.

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Liberale sind in den hiesigen Breitengraden gleichfalls Demokraten im bürgerlichen Sinne, ergo ist der Gegensatz ein bloß konstruierter.

Bezogen auf die Vergangenheit bedeutet es indes, dass Liberle nur liberal im Wirtschaftsgeschehen waren, sonst aber möglichst undemokratisch regieren wollten, sprich möglichst keine Staatseinmischung in die Ökonomie und keine Einflußnahme durch das Parlament.


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Wenn es um die Märzrevolution geht, gehörten die Liberalen und die Demokraten zuerst demselben Lager an, spalteten sich irgendwann jedoch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten. Die Liberalen wollten eine konstitutionelle Monarchie und nur Wohlhabende wählen lassen, die Demokraten forderten eine Republik und gleiches Wahlrecht für alle.

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