Leut-Verdummung im Seniorenheim

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8 Antworten

Entweder Stecker rausziehen oder CD verschwinden lassen. Wenn die Heinleitung sich nicht darum kümmert ist das sehr bedenklich. Ich hoffe auch das mir solch ein heim erspart bleibt.

Es wäre vermutlich auch gut wenn die Angehörigen das mal ansprechen, es handelt sich ja schließlich nicht um ein Gefängnis.

Wie gesagt, die Schwester raunzte mich an. So nach dem Motto, es sei doch bald Weihnachten, man tue alles für eine gute Stimmung, die Alten lieben es .... was so nicht stimmt. Viele können sich gar nicht wehren (weil dement, gelähmt nach Apoplex etc.)

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@adavan

Es ist schlimm was man so hört , das es überhaupt passiert ältere und kranke menschen so zu behandeln ist schlimm aber in diesen zeiten wohl nur noch als normal anzusehen. Wer keine leistung mehr bring gar krank ist der hat auch keinen anspruch mehr ausser er kann es bezahlen. Es ist sicher nicht in ordnung das mit den Senioren so umgegangen wird und da sie sich nicht wehren können müssten die Angehörigen sich darum kümmern. Fraglich wird sein ob die Angehörigen diese Zustände überhaupt mitbekommen um darauf zu reagieren.

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da hat man am ehesten erfolg, wenn man die angehörigen mit einschaltet, die dann ordentlich stunk machen können. das problem ist, dass viele pflegekräfte die wünsche ihrer pflegebedürftigen schlicht und einfach nicht ernst nehmen (der hat alzheimer, der weiß nicht mehr, was er will...etc)

Wird als Idee für den ersten Angehörigen-Sprechtag festgehalten.

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@adavan

Seltsam und wenn man als Pflegekraft die Bedürfnisse und Wünsche wahrnimmt, z.B den Wunsch dass der Bew. Nicht jeden Tag gewaschen werden will oder nicht mehr essen und Trinken will ist man ein schwer Verbrecher.

Was motzt mich diese Gesellschaft andie sich ihre Wahrheit so zurecht dreht wie es ihnen gerade paßt.

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@Wolpertinger

sobald sowas dokumentiert ist (eben z.b. nicht jeden tag gewaschen werden) bzw zusätzlich mit dem hausarzt besprochen wurde ( wie verweigerung von nahrung), ist man abgesichert. es muss halt nur irgendwo stehen für diverse kontrollen. im heim hatten wir auch ne hochbetagte frau, die irgendwann einfach sterben wollte und nur noch getränke zu sich genommen hat, auf essen aber gänzlich verzichtet hatte. der hausarzt wurde informiert, hat zur bestätigung ne unterschrift dagelassen und wir haben das ganze ausführlich dokumentiert und fertig. sie ist langsam verhungert, weil sie es so wollte und wir waren rechtlich abgesichert

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@ilinalta

Hier ging es mir nicht um die Rechtliche Absicherung sondern um die Doppelmoral der Leute die hier schreiben

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Hallo,

mein Rat an dich: mach einen Termin mit dem Wohnbereichsleiter, besprich dort deine Beobachtungen in Ruhe und schenke dem Bereiche dabei gleich noch eine andere CD.

Ich habe Verständnis für dein Anliegen (CDs mit Heintje kommen mir nicht ins Haus, aber wenn ich noch mal "Last Christmas ..." höre, hebe ich auch ab), aber die Art, wie du es der Pflegekraft zwischen Tür und Angel mitgeteilt hast, ist einfach nicht Erfolgversprechend.

Wie würde es denn dir gehen, wenn du mitten in der Arbeit steckst und wahrscheinlich nicht weißt, was du zuerst machen sollst - und dir dann jemand sagt, du sollt mal die CD wechseln.

Damit will ich die Reaktion der Pflegerin nicht entschuldigen - ihr Verhalten war m.E. nicht ok.

Aber du selbst warst aus meiner Sicht auch nicht sehr geschickt und kannst auf anderem Weg mehr erreichen.

Danke. Am 27. ist ein Angehörigensprechtag.

Ja, zwischen Tür und Angel....; das Pflegepersonal ist so überlastet, dass man es nur mit Glück zu Gesicht bekommt, besonders an Wochenenden.

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Schreckliche Geschichte!

Wehren können sie sich wahrscheinlich nur durch jemanden wie dich! Vielleicht kannst du einfach mal netterweise verschiedene CD's mit verschiedenartiger Weihnachtsmusik mitbringen? (Es gibt ja auch moderne Weihnachtsmusik und man könnte verschiedene Stile mischen, dann wirds nicht so schnell langweilig!)

Liebe Grüße, und ein dickes Lob, dass du dir so darüber Gedanken machst, an dich!

LeniGe

Schrecklich ist es wenn Menschen nichts zu trinken bekommen.

Wenn Sie nicht gelagert werden und Wund liegen, wenn ihr Wunsch zu sterben nicht akzeptiert wird.

Schrecklich ist es wenn Menschen nicht auf dir Toilette begleitet werden wenn es notwendig ist.

Das sind Dramen und von diesen Konnte ich noch weiter aufzählen und meistens habeich diese Dinge in der aambulanten Altenpflege erlebt.

20mal die gleiche CD hinter einander zu hören ist nicht schön aber auch kein Drama.

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@Wolpertinger

Hey,

ja weißt du, es ist vielleicht kein Drama. Aber ich kann jetzt anfangen davon zu reden, dass es in Afrika überhaupt kein Essen gibt.

Das einzige, was man aktiv verändern kann, liegt in seiner Umwelt und in seiner Umgebung und wenn es auch nur kleine Dinge sind, sie sind wichtig. Mit dem ganzen beschissenen System stimmt was nicht, aber am Ende kommt es darauf an, was in der eigenen Macht liegt etwas zu verändern. Verharmlose nicht die Probleme anderer Menschen. Es gibt ohne Zweifel schlimmeres, ich weiß wovon ich rede und ich verstehe dein Anliegen wirklich, aber es ist nicht verkehrt anzufangen kleine Dinge in Angriff zu nehmen.

Danke und mit freundlichen Grüßen,

LeniG

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Dass was jugendlich heute freiwillig und in unzähligen Wiederholungen hören macht auch nicht unbedingt schlauer. Aber du hast ja recht: vielleicht sollten die Angehörigen dem Heim mal einen CD-Wechsler spendieren :)

Wieso ist denn Heitje und Peter Alexander Streß?? Das ist doch Unsinn.Streß ist ein labernder Radiomoderator und nicht "besinnliche" Musik aus alten Zeiten.

ich hoffe, das war ironisch gemeint XD

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@Wolpertinger

weil einem irgendwann jede musik aufn keks geht, völlig egal, obs das lieblingslied ist oder sonst irgendwas. im heim haben die mobilen und geistig fitten leute den cd-player regelmäßig im advent ausgeschalten, weils ihnen eben aufn keks ging. nur so viel zum thema

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Warum hast du den Nachmittag den nuht gestaltet hast Musik mitgebracht oder evtl. Selber gesungen oder Kekse gebacken oder gebastelt?

Altenheime können mit ihren finanziellen Möglichkeiten keine 24Std. Psychosoziale Beschäftigungsangebote leisten.

Altenheime sind auf das Arrangement von Angehörigen und ehrenamtlichen Helfer angewiesen.

Und ganz ehrlich aus siwas wie du hier berichtest mach ich kein Drama, sondern biete einfach ein Angebot an

Ein Drama mach ich wenn die Bew. In ihren Grundbedürfnissen nicht fachgerecht versorgt werden.

Fur die Sozialebetreuung sind auch Angehörige zuständig.

Liebe @wolpertinger, ich wünsche dir nicht, dass du eines Tages, möglicherweise dement und Aphasikerin, wenn auch mit reinem Allerwertesten, in eine Ecke gerollt wirst und stundenlang mit Weihnachtsliedern berieselt. Da kann man durchaus suizidal werden, wenn man es nicht schon ist.

Klar kümmern wir uns als Angehörige auch um soziale Belange.

Der Umgang mit dementen Leuten sollte aber nicht aus Zeit- und Geldmangel ehrenamtlichen Gutmeinern überlassen werden. Dafür gibt es geschulte Fachkräfte. Auch demente Menschen kann man ihre Würde lassen.

In meiner Frage ging es n i c h t um die Zustände im Heim, sondern ganz konkret zu dieser Situation. Alternativen (Radio, TV, andere Musik wurde von der Pflegekraft abgelehnt. Weil ja "Weihnachten" sei)

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@adavan

Ja, dann hättest du doch weihnachtslieder singen können oder Plätzchen backen.

Keinen Bewohner im Altenheim steht eine 1 zu 1 24Stunden Betreuung zu,nur weil Angehörige ihre zu Betreuuende ins Altenheim geben, bedeutet es nicht, dass Sie aus der Verantwortung sind, insbesondere nicht im psychosozialen Bereich .

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@adavan

Ja, dann hättest du doch weihnachtslieder singen können oder Plätzchen backen.

Keinen Bewohner im Altenheim steht eine 1 zu 1 24Stunden Betreuung zu,nur weil Angehörige ihre zu Betreuuende ins Altenheim geben, bedeutet es nicht, dass Sie aus der Verantwortung sind, insbesondere nicht im psychosozialen Bereich .

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@Wolpertinger

Ja, dann hättest du doch Weihnachtslieder singen können

Die liefen doch......^^; Nebenbei wurden auch Plätzchen gebacken, von einer noch fitten Seniorin.

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Die Pflegeheime sind schon so ein Problem. Sie sind (leider) die Lizenz zum Geld drucken. Die Bewohner sind größtenteils auf ihre Grundbedürfnisse reduziert, also essen und schlafen, es ist ihnen ziemlich egal, was um sie herum abläuft. Die Jüngeren sind (Gott sei Dank) in der Unterzahl.

Die Pflegekräfte (zum größten Teil angelernte, billige Hilfskräfte) sind regelmäßig überfordert. Wenn sich der größte Teil der Bewohner mit der "Bespaßung" zufrieden gibt, ist das Personal auch glücklich.

Ich denke, man kann da nicht viel gegen unternehmen, dann die Führung des Heimes passt schon auf, dass das erforderliche Minimum an examinierten Altenpfleger/ innen vor Ort ist.

Vielleicht sprichst du mal mit der Heimleitung, und bietest ihnen Alternativen an.

das hauptproblem ist oft einfach die krasse unterbesetzung in den heimen. der job in nem heim ist einfach verdammt unattraktiv (eine pflegekraft "darf" in der früh ca 15 pflegeintensive patienten waschen, anziehen, essen eingeben etc) - viele pflegekräfte gehen entweder in den ambulanten bereich (da gehts eher humaner zu) oder gehen gleich zu einer 1:1 pflege. für heime bleibt dann kein vernünftiges personal mehr...

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@ilinalta

Boa das ist so abwertend.

Im Ambulantenbereich geht es humaner zu?

3minuten für Tbl. Verabreichen 20 fur eine komplette Grundpflehe sind ja auchcso human.

In dem pflededienst in dem ich gearbeitet habe war ich die einzige Fachkraft und bin gekündigt worden, weil ich mit 12,50euro zu teuer war.

Nun werden die Pat. auch die die nur SGB 5 Leistungen beziehen von angelernten Kräften bzw von einer KPH versorgt.

Und Personal im Altenheim leistet hochwertige fachlich anspruchsvolle Arbeit.

Das gilt es zu würdigen und anzuerkennen.

Das Pflegepersonal ist nicht für die Zustände verantwortlich, sondern unsere Politik und diese wählen wir selber

Und Altenheime sind keine Gelddruckmaschienen, schonmal eine Wirtschaftsbilanz VOB einem Heim gelesen?

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@Wolpertinger

das ist nicht abwertend, das sind die erfahrungen, die ich in den letzten jahren gemacht hab. in dem pflegedienst, in dem ich gearbeitet hatte, waren wir mehr examinierte als helfer. und für die klienten hatte man auch genug zeit. ich hab auch nie geschrieben, dass das personal für die zustände in den heimen zuständig ist. btw ist die arbeit in heimen auch nicht so viel hochwertiger etc als im ambulanten bereich - hab meine ausbildung in nem heim gemacht und anschließend dort noch ne ganze weile gearbeitet. ich kenne beide seiten, die ambulante und stationäre, ich schreib das nicht aus lust und laune, sondern weil ich das so kennengelernt habe. sicher, schwarze schafe gibts überall, aber bisher habe ich die ambulanten dienste als deutlich humaner erlebt als heime

btw: für unter 14 euro die stunde würde ich mich nicht ausm haus bewegen.

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Ich weiß nicht, woher du deine Weißheiten nimmst, aber ich habe lange genug in verantwortlichen Funktionen in verschiedenen Pflegeeinrichtungen gearbeitet, um zu wisssen, dass Pflegeheime die allerletzten sind, die eine Lizenz zum Gelddrucken haben.

Ganz im Gegenteil: fast jeder andere Geschäftsbereich darf seine Preise anpasssen, wenn die eigenen Kosten steigen. Pflegeheime müssen ihre Preise mit den Pflegekassen und Sozialagenturen abstimmen, was regelmäßi dazu führt, dass sie die eigenen Kosten nicht refinanziert bekommen und daher immer mehr einsparen müssen.

Was das Personal anbelangt: hier sind die Einrichtungen in der Regel gezwungen, mehr Hilfskräfte einzusetzen, als beabsichtigt, weil gar nicht ausreichend Fachpersonal zur Verfügung steht. Wer hat denn heute noch Lust dazu, sich zu einem Beruf ausbilden zu lassen, in dem man wenig verdient, 7 Tage die Woche in Wechselschichten und immer härter arbeiten muss und gleichzeitig Vorurteilen wie deinem ausgesetzt zu sein?

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