Lesung während des Ramadan.

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Das Ergebnis besteht aus 2 Abstimmungen

es werden verschiedene Koranfassungen gelesen 50%
Kairoer Koran 50%
Ḥamza 0%
Al-Kisāʾī 0%
Ibn ʿĀmir 0%
Ibn Kaṯīr 0%
Nāfi 0%

3 Antworten

es werden verschiedene Koranfassungen gelesen

Das kann man nicht verallgemeinern. Ich habe letztens noch eine theologische Ausarbeitung gelesen, das es insgesamt 14 anerkannte Koranversionen gibt. Diese sind in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen des Islam gebräuchlich, womit sich dann auch Deine Frage klärt. Es kommt halt auf die Glaubensrichtung an.


Zum Zeitpunkt des Todes von Mohammed lag der Koran in schriftlicher Form nicht vor. Darüber ist sich die seriöse Koranwissenschaft heute weitgehend einig. Wahrscheinlich ist, dass die Männer, die zu Mohammed in enger Beziehung standen, große Teile des Korans auswendig wussten.

Unter Mohammeds Nachfolger, Abu Bakr (gest. 634), sagten sich einige Stämme wieder vom Islam los. In den sehr blutigen Kämpfen, die gegen die Abtrünnigen geführt wurden, kamen viele dieser Korankenner ums Leben. Abu Bakr war in Sorge, dass das Wissen um den offenbarten Text verloren gehen könnte, und er befahl, den Koran schriftlich festzuhalten.

So wird die Vorgeschichte der ersten Koranredaktion von az-Zuhri, dem bedeutenden Gelehrten (gest. 741), überliefert. Von ihm erfahren wir, dass Zaid b. Tabit (gest. 665), der Mohammed als Sekretär diente, die Aufgabe übernahm, die Texte zu sammeln und aufzuscheiben. Wir erfahren weiters, dass die Textfragmente von gegerbten Häuten, Holzstücken, Palmblättern, weichen Steinen, Knochen, etc. und „von den Herzen der Männer“ stammten.

„Von den Herzen der Männer“, das heißt, ein guter Teil des Textes war schon zur Zeit der ersten schriftlichen Fassung des Korans Überlieferung. Bei den Gelehrten der Zeit nach Mohammed, die sich mit den Worten und Taten des Propheten beschäftigten und diese als Norm für eine gottgefällige Lebensführung ansahen, herrschte recht lange die Meinung vor, dass die mündliche Überlieferung, die möglichst viele Männer auswendig können und weitergeben sollten, der schriftlichen vorzuziehen sei.

Ob die Textsammlung durch Zaid b. Tabit zum Abschluss gekommen war, verrät az-Zuhri nicht. Jedenfalls steht fest, dass zur Herrschaftszeit von Umar (gest. 644) und auch der des Utman (gest. 656) verschiedene Textfassungen vorlagen, z. B. auch jene des ´Abdallah b. Mas´ud, der die Utman’sche Fassung lange nicht anerkennen wollte.

Welcher Herkunft der Text war, den der Kalif als den einzig wahren gelten lassen wollte, steht nicht eindeutig fest, doch es darf angenommen werden, dass es auf Grundlage der Sammlung des Zaid b. Talib zu Textabstimmungen gekommen war und sich Kalif Utman und seine Vertrauten auf einen verbindlichen Textbestand geeinigt hatten.

Schließlich blieb nur des Kalifen Einheitskoran übrig. Alle anderen Textsammlungen mussten auf seinen Befehl vernichtet werden.

Quellen: W. M. Watt, Der Islam, Bd I Tilman Nagel, Der Koran, Einführung – Texte – Erläuterungen

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Folgende Seite hat zwar nicht mit den Lesearten zu tun, wird aber vermutlich interessant für dich sein. Es gibt verschiedene Lesestile, je nach dem, wer gelesen hat. Hier kannst du dir oben einen Rezitierer aussuchen und dir dann anhören, wie es klingt. Da sind schon Unterschiede im Klang, nicht aber in der Bedeutung. Was einem gefällt, ist Geschmacksache.

http://www.quranexplorer.com/quran/

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Kairoer Koran

Es gibt nur einen Mushaf. Was du wahrscheinlich meinst sind die verschiedenen Lesearten.

Der wahre geschichtliche Ablauf:

  1. Es gab bekannte Schreiber unter den Genossen des Propheten, die er selber ausgewählt hatte, um die Koranverse, die er ihnen nach der göttlichen Offenbarung diktierte, schriftlich festzuhalten. Als Schreibmaterial benutzten sie, was vorhanden war, wie z.B. Pergament, Holz, Lederstücke, Steine oder Knochen. Laut islamischen Quellen betrug die Zahl der Offenbarungsschreiber neunundzwanzig. Die bedeutendsten darunter sind die vier Kalifen: Abu Bakr, Omar, Osman und Ali. Moawya, Subeir Ibn El Awam, Saied Ibn El Aas, Amr Ibn El Aas, Obay Ibn Kaab und Zeid Ibn Thabet gehören zu den berühmtesten Koranschreibern.

  2. Neben der Aufschreibung der göttlichen Offenbarung gab es auch zugleich das Auswendiglernen und das Rezitieren des Korans. Diese Tradition blieb bis zu unserer heutigen Zeit lebendig. Die Zahl der Rezitatoren, die zu Lebzeiten des Propheten den Koran auswendig lernten und mündlich vortrugen, betrug mehrere hunderte von seinen Gefährten. Der Prophet erzählte, dass er jedes Jahr während des Monats Ramadan in Anwesenheit des Engels Gabriel eine Revision der bisher offenbarten Koranverse vorgenommen hatte. Im letzten Ramadan vor seinem Tode hat der Engel Gabriel mit ihm den ganzen Koran zweimal wiederholt. Die Schreiber haben auf Instruktion des Propheten den Koran in seiner endgültigen Fassung geschrieben und jeden Vers an seine Stelle im Koran platziert.

  3. Ein Jahr nach dem Tode des Propheten wurden siebzig Koranrezitatoren in der El Yamama Schlacht gegen Mossailama den Lügner getötet. Gleich darauf beauftragte der Kalif Abu Bakr aufgrund des Vorschlags von Omar Ibn El Khattab, Zeid Ibn Thabet, einen der Koranschreiber, die verschiedenen Korandokumente zu sammeln und sie in einer schriftlich fixierten Fassung, die leicht benutzbar ist, aufzuschreiben.

Kriterien für die Authentizität der gesammelten Texte wurden festgelegt: Kein Manuskript wird zugelassen, wenn nicht zwei Zeugen aussagten, dass dieser Text vom Propheten diktiert wurde. Selbstverständlich spielten die Gefährten des Propheten, die den Koran auswendig gelernt hatten, hierbei eine entscheidende Rolle. Nachdem Zeid seine Aufgabe erfüllt hatte, gab er Abu Bakr diese vollständige Fassung des Korans, welcher sie Ibn El Khattab vor seinem Tode übergab. Dieser übergab sie seinerseits vor seinem Tode seiner Tochter Hafsa.

4.Unter der Herrschaft des Kalifen Uthman ibn Affan wurde ein Ausschuss von vier Schreibern gebildet, darunter war auch Zeid Ibn Thabet. Dieser Ausschuss schrieb fünf Kopien des Korans, die dann nach Mekka, Medina, Basra, Kufa, und Damaskus gesandt wurden. Diese Exemplare wurden nach der Fassung, die bei Hafsa, der Mutter der Gläubigen, aufgehoben war, niedergeschrieben. Der Ausschuss hat diese Exemplare mit den auswendig gelernten Koranversen der Rezitatoren aus der Lebzeit des Propheten Mohammed verglichen.

Dies ist der Mushaf, der seitdem in der gesamten islamischen Welt als einheitliche Koranfassung bis heute als mustergültig und unverändert gilt. Kein einziger Muslim hat jemals in vierzehn Jahrhunderten die Gültigkeit dieser überall verbreiteten Koranausgabe bestritten. Viele Orientalisten, darunter Leblois, Muir und der zeitgenössische Orientalist Rudi Paret, haben diese Tatsache bestätigt. Parrt schreibt in der Einleitung seiner Koranübersetzung: "Wir haben keinen Grund, anzunehmen, dass auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Mohammed selber stammt."

Es gibt nur einen Mushaf. Was du wahrscheinlich meinst sind die verschiedenen Lesearten.

`Umar Ibn Al-Khattab, Allahs Segen und Heil auf ihm, berichtete: Ich hörte Hischam Ibn Hakim Ibn Hizaam die Sure von (Al-Furqan) rezitieren, aber in einer anderen Weise als die, in der ich sie rezitiere. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, hatte mich vorher deren Rezitation gelehrt. Ich wollte den Mann gleich unterbrechen, aber ich wartete, bis er fertig mit der Rezitation war. Dann hielt ich ihn an seinem Gewand fest und brachte ihn zum Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm. Ich sagte: O Gesandte Allahs! Ich hörte diesen Mann die Sure von (Al-Furqan) in einer anderen Lesart als die, die du mich gelehrt hast, rezitieren. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil af ihm, sagte: Lass ihn! Und er befahl dem Mann, die Sure ihm vorzulesen. Der Mann rezitierte in derselben Lesart, in der ich ihn rezitieren hörte. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: So wurde sie herabgesandt. Dann sagte er zu mir: Rezitiere! Ich rezitierte und er sagte: So wurde sie herabgesandt. Dieser Koran wurde in sieben Lesarten herabgesandt. So lest vor, was leicht ist davon. [Sahih Muslim Nr. 1354 sinngemäß]

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Kommentar von MASGG
29.06.2013, 18:58

Ibn `Abbas, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Gabriel lehrte mich den Koran in einer Lesart. Ich verlangte aber mehrere Lesarten, (um den Arabern die Rezitation des Koran zu erleichtern) bis sie sieben Lesarten wurden. [Sahih Muslim Nr. 1355 sinngemäß]

Warum gibt es Unterschiede in den Lesearten des Qurans?

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/25097-Warum-gibt-es-Unterschiede-in-den-Lesearten-des-Qurans

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Kommentar von scben
29.06.2013, 21:20

"Der wahre geschichtliche Ablauf" - nach welchen Quellen? Wie kannst du belegen, dass diese Quellen seriöser sind als andere?

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Kommentar von Klaus02
30.06.2013, 12:37

@MASGG

Der Grund, warum Utma eine "eigene" Koranfassung erarbeiten lies war ja ausdrücklich, das die vielen unterschiedlichen Varianten des "einen" Korans als Problem angesehen wurden. Es haben also nicht alle Muslime alle Korane anerkannt.

Mal ganz ehrlich, ob man das jetzt "Lesarten" oder "Koranfassungen" nennt macht eigentlich keinen Unterschied und wenn dir jemand gesagt hat das es nur um Dialekte geht, dann hat er dich belogen. Wir reden hier davon das komplette Textabschnitte komplett verändert sind, je nachdem in welcher Region man lebt fehlen komplette Aussagen oder es befinden sich eigenständige Texte im jeweils gebräuchlichegeren Koran.

Es war nicht leicht, eine Koranübersetzung zu finden, die nicht auf dem Kairoer Koran basiert, aber ich habe eine gefunden. (ISBN 3-86047-455-3) Ich möchte einmal die Sure 4,34 zitieren. "Wer dies in frevelhaftigkeit und Ungerechtigkeit tut, den braten wir einst im Fegefeuer; und leicht ist dies für Gott." Da hat sich wohl mehr verändert als nur der Dialekt. :-/

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