Lässt sich das Verhalten von Hunden wirklich immer nur auf den Besitzer zurückführen?

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11 Antworten

Für was ein Hund gezüchtet worden ist, ist im Endeffekt egal, denn man sollte es mal aus der Warte betrachten, das es kein einziges Gen für Aggressivität gibt. Es gibt ein Gen namens Mao-Gen, welches bei Menschen festgestellt worden ist (erforscht ist noch nicht ob es das bei Hunden auch gibt) welches Menschen ein höheres Aggressionspotential zu geben scheint, allerdings spielen da die Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. 

Gehen wir nun einmal davon aus, das ein Hund auch solch ein Gen besitzen würde, dann spricht aber immer noch der Halter das letzte Wort repektive der Züchter, denn das sind ja die Personen die die Umgebung des Hundes nachhaltig beeinflussen. 

Egal also ob nun ein Hund zum kämpfen gezüchtet worden ist oder nicht, Fakt ist das diese Hunde nicht für das kämpfen ansich sondern auf Grund ihrer Ausdauer, ihrer Leistungsfähigkeit, ihrer Wendigkeit, ihrer Schnelligkeit zur Vermehrung ausgewählt worden sind. 

Der Halter spricht immer das letzte Wort es sei denn wir sprechen nun von einer Krankheit die einen Hund aggressiv werden lassen kann, z.B. durch starke Schmerzen. 

Die Erziehung ist ein großer oder um nicht zu sagen der Größte Bestandteil wie ein Hund wird, d.h. Halter die ihre Hunde nach der antiquierten Ansichtweise von Rudelführer Mensch und Hund nix erziehen, initiieren oftmals beim Hund Problemverhalten, denn ein Hund ist von Geburt an niemals aggressiv! 

Es gibt keine Hunde die auf die Welt kommen und sich den oder das nächstbeste zum tot beissen suchen. 

Ist ein Halter der Meinung er wäre ausnahmslos der Rudelführer dann wird das ganze oftmals mit Gewalt durchgesetzt und da spreche ich nicht nur von taktiler sondern auch psychischer Gewalt. Geh ich auf die Strasse und sehe mir Hunde an so lebt der Großteil unserer Hunde in der erlernten Hilflosigkeit. Der Hund hat gelernt egal was er macht, er bekommt immer eins auf den Rüssel und das selbst für natürliches Verhalten wie z.B. pieseln aus Stress oder aber Dinge zerstören auf Grund von Stress usw. 

Eins der besten und bekanntesten Beispiele ist das an der Leine ziehen. Der Hund zieht weil er z.B. zu einem anderem Hund will und der Halter ruckt mal kräftig an der Leine, selbiges beim Menschen. 

Das ganze aus Sicht lerntheoretischer Vorgaben betrachtet, so lernt der Hund das Menschen/Hunde immer Schmerzen also etwas unangenehmes bedeuten. 

...und gerade dieses Most denken, eben der Mensch ist Rudelführer und der Hund hat nichts zu melden, versaut sämtliche Hunde. 

Viel schlimmer ist noch das diese Menschen auch oftmals nicht wissen, das eine Strafe auch gewissen lerntheoretischen Vorgaben unterliegt, somit wirkt eine Strafe nur dann wenn sie zeitlich (Timing) korrekt ist, wenn sie so stark ausgeführt wird das noch nicht einmal mehr eine Intention zum Verhalten gezeigt wird (Intensität der Strafe) und wenn sie keinerlei Fehlassoziationen beinhaltet. Alles 3 ist extrem schwer einzuschätzen, weil wir in einer belebten Umwelt leben und nicht im Labor. 

Auch nachweislich anhand von Studien wurde herausgefunden das Hunde schneller, nachhaltiger und intensiver durch die pos. Verstärkung lernen als mit straflicher Einwirkung. 

Ich kann nicht abschätzen wie stark eine Strafe sein muß um ein Verhalten für IMMER zu unterbinden und diese immer und immer wieder auszuführen zeigt das sie keinerlei Wirkung erlebt. Lenke ich aber Verhalten um und dabei spreche ich auch von Jagdverhalten, Aggressionsverhalten oder von miraus Ressourcenverhalten, so habe ich extrem gute Chancen bei richtiger Anwendung der pos. Verstärkung, ein dauerhaftes dem Hund und mir angepasstes Verhalten zu etablieren. 

...und das ist gerade im Bezug auf Aggressivität soo wichtig, wird aber immer wieder durch falsche Handhabung und falsches Verständnis des Hundes komplett ignoriert. 

Auch ist Stress ein sehr sehr wichtiger Punkt und wie hier schon angemert worden ist, es gibt eben Hunde deren Reizschwelle niedriger ist als die anderer. Schäferhunde tendieren schnell zu Stressverhalten und die Anzeichen dafür werden von Besitzern dieser Rassen rigeros übersehen, als Unfug oder gar Hokus-Pokus abgetan. 

Somit bin auch ich der Meinung, das immer das Ende welches die Leine hält für das Verhalten seines Hundes verantwortlich ist und es wäre schon lange sinnvoll einen Test für Hundehalter einzuführen und auch für Trainer. Aber die Erweiterung des § 11 des TSchG für Trainer hatte nur einen Sinn, nämlich den das die Kassen gefüllt werden und nicht, das weniger Hunde diese barbarischen Erziehungsmethodiken durchleben müssen und auf Grund dessen aggressiv werden! 

Ein Hund ist immer das, was der Mensch daraus macht. Mal von den rassespeziefischen Charakterzügen abgesehen.

Kampfhunde gibt´s nicht, bestenfalls Listenhunde. Und ja, oftmals sind "Kampfhundehalter" recht empfindliche und sensible Persönchen, die ihr nicht vorhandenes Ego mit einem "coolen" Hund kompensieren müssen.

Aus einem Schäferhund oder aus einem Kangal wird man nie einen vernünftigen (und anerkannten) Jagdhund machen können, aus einem Deutsch Drahthaar, einem Münsterländer oder einem Pointer niemals einen Hund, der dir die Herde Schafe zusammen hält, so wie es einst gedacht war.

Die Molosser Typen (Mastiff, Bullterrier, Alano, Pitbull etc) waren zur Saujagd gezüchtet sog Saupacker oder Sauhunde, die ein Wildschwein stellten, niederzogen, erwürgten und gar zerfleischten, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wurde.

Näheres zb hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Sauhund

Dennoch, das Problem scheint eher hinter, als vor der Leine zu sein ;-)

abgesehen von den Instinkten.

Hunde die dafür gezüchtet wurden andere Hunde zu töten. Werden dazu erzogen, das sie unverträglich mit Artgenossen sind. 

Zuchtziel war es kräftige Hunde zu züchten, die wendig sind..kraftvoll zu beißen und sie wurden zum töten erzogen. 

Und Hirtenhunde wurden vielseitig eingesetzt. 

Gibt's in 3 Kategorien. Treib und Hütehunde und die Herdenschutzhunde. 

Treib und Hütehunde wurden eingesetzt, um Weidetiere zusammen zu halten und zu treiben. 

Herdenschutzhunde leben mit der Herde zusammen, werden als Welpen sogar frühzeitig in die Herde gesetzt. sie sehen die Herde als Familie an und die Herde sie ebenso.  Sie vertreiben sogar Bären und Wölfe und wenn nötig , würden sie ihr Leben für sie lassen. 

Deine Quellen sind ungenau. Hunde werden nur in den falschen Händen aggressiv. Jeder Hund hat ein Gebiss, und kann dieses auch einsetzen, wenn man dies nicht richtig Händeln kann. 

Und Kampfhunde wurden nicht dafür gezüchtet Menschen anzugreifen, sondern Hundekämpfe zu bestehen. 

Es gibt allerdings Hunde die sind von Geburt an aggressiv, dies hat aber gesundheitliche Ursachen. Neurologische Störungen. Gehirn oder Nerventumore bspw. 

Oder Hunde die von  Geburt an , schlechte Erfahrungen mit dem Menschen oder nicht Sozialisierten Artgenossen gemacht haben.  Aber auch das kann man durch Erziehung und richtiges Training wieder hinbekommen, das solche traumatisierten Hunde wieder , vertrauen zum Menschen entwickeln können. Oder sie wieder resozialisiert werden mit Artgenossen. 

Kurz und knapp, immer das andere Ende der Leine ist schuld. 

Hallo,

natürlich sind auch Hunde Individualisten und bringen von Geburt schon ganz bestimmte - oft rassespezifische - Charaktermerkmale mit. Auch andere ganz individuelle Charakter-Eigenschaften haben Hunde ebenso wie Menschen.

Der Mensch kann aber viele Eigenschaften durch die Erziehung beeinflussen - positiv oder leider auch negativ. Und je nach Rasse und individuellem Hund ist das mehr oder weniger schwierig.

Natürlich wird es zum Beispiel auch mal einen Windhund geben, der nicht ständig den Blick in die Ferne gerichtet hält - um mögliches jagdbares Wild zu erspähen. Die Regel ist dies nicht. Es liegt sehr stark am Besitzer, diesen hohen Jagdtrieb umzulenken und/oder zu kontrollieren.

Gleiches gilt sicher für Hütehundrassen etc.

Corvo21 04.07.2017, 21:32

Also kann es in der tat sein das bestimmte Hunderassen ein höheres aggressions Potential haben als andere aber es ligt in der Verantwortung vom Halter dieses zu kontrollieren oder habe ich dich falsch verstanden ?

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dsupper 05.07.2017, 07:21
@Corvo21

Ja, so sehe ich das - es handelt sich aber nicht um ein höheres Aggressionspotential, da Aggressivität keine erbliche Eigenschaft wie "blaue Augen" oder "Größenwachstum" ist.

Aber durch die frühere selektive Zucht als "Kampfhund" (denn dafür wurden diese Rassen ja mal kreiert), ist es oft einfacher, die Hunde zur Aggressivität zu erziehen.

Nur menschliches Zutun, wie z.B. die Zuchtauswahl, Erziehung und eine falsche Haltung, kann aus einem Hund eine "Kampfmaschine" machen.

Das geht aber auch mit einem Golden Retriever oder wahrscheinlich sogar einem Chihuahua - wird eben nur etwas schwieriger sein.

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Der Hund spiegelt immer(!) die Erziehung und vor allem die Beziehung zu seinem Halter wieder. Der Wauzi ist also tatsächlich das, was sein Besitzer aus ihm macht. 

Aggressivität ist nicht angeboren und auch welche Rasseeigenschaften dem Tier angezüchtet worden, haben wirklich überhaupt keinen Einfluss darauf, ob ein Hund gefährlich ist oder nicht. 

Gruß

Der Mensch hat von jeher das Zuchtgeschehen in der Hand und es zu seinem jeweiligen Nutzen gemacht. Es wurden Gebrauchstiere zum Hüten, Jagen, Beschützen oder zur Gesellschaft.

Alle Hunde eint Wehrhaftigkeit, feine Instinkte und dem Menschen zu gefallen. Sie hatten sich ursprünglich dem Menschen aus nahrungstechnischen Gründen angeschlossen und Anpassungsfähigkeiten im Gegensatz zum Wolf. Diese Gene sind noch heute in all unseren Hunden vorhanden. Deshalb formt, nutzt und mißbraucht sie der Mensch.

Es ist leider so, dass jahrhunderte lange und sehr bewährte Gebrauchszüchtungen kaum noch ihre Aufgaben haben und in die Zeit gepresst werden. Sie können nichts für ihre Veranlagungen, sollen aber stets gesellschaftfähig sein. Das kann nicht gut ohne Alternativangebote gehen.

Das Ende der Leine ist bei jedem Hund entscheident!

Naja es gibt auf jeden fall rassen die höhere oder niedrigere Hemmschwellen haben :)
Rassetypische Charakterzüge ebenso

Du hast Recht mit der Behauptung, dass Hunderassen auf einen Verwendungszweck hin gezüchtet wurden.

Aber Kämpen und Töten ist niemals eine Dauerbeschäftigung. Hunde, die für die Bärenjagd gezüchtet wurden, mussten kräftig sein und instinktiv den Gegner an die Kehle springen.

Andernfalls wären sie die Beute.

Aber Kampfsituationen sind im Leben eines Hundes eben die Ausnahme. Wenn sein Herrchen im Rudel der Chef ist, muss auch ein kräftiger Hund nicht kämpfen.

Also liegt es sehr wohl am Herrchen, ob so ein Hund eine Gefahr werden kann.

Dazu gehört auch, dass der Hund körperlich und geistig ausgelastet ist. D.h. dass er nicht frustriert ist, weil sein Leben langweilig ist oder er nicht genug Bewegung bekommt.

Hütehunden liegt es eher im Blut, sich auf die Beine zu fixieren. Wenn solch einem Hund langweilig ist, kann es leicht passieren, dass sie anfangen die Familie zu hüten. Und dann muss man sehr auf seine Füße achten... :)

Ja besitzer sind für das verhalten der Hunde verantwortlich, die Erziehung ist das A und O. 

Rottweiler haben auch einen schlechten Ruf, dennoch ist meine Rottweiler Hündin lieb wie ein Lamm.

Ich mein auch Chihuahuas sind manchmal echt gifitg, die werden wie babys behandelt und nicht wie Hunde das liegt alles an der Erziehung jeder Hund kann aggresiv gemacht werden.

Nein nicht ganz. Natürlich sind gewisse Naturinstinkte schon angeboren. Die wesentliche Erziehung und das damit verbundene Verhalten werden aber vom Besitzer beeinflusst.

Du hast insofern recht, dass einige Rassen für gewisse Aufgaben gezüchtet wurden und ihnen somit einiges in den Genen liegt!

ABER: Wenn man diese Dinge nicht von Anfang an trainiert und fördert, wird es bei diesen Hunden auch nicht gemacht! Es ist leichter einen ursprünglich mal vor 100 Jahren zum Kämpfen gezüchten Hund das Beissen beizubringen als zum Beispiel einem Mops. Also liegt es an den Besitzern wie sich die Hunde entwickeln.

sunny0490 04.07.2017, 21:45

Das ist nicht ganz richtig. Ein Bordercollie muss nicht darauf trainiert werden zu hüten, dass liegt in den Genen. Warum sonst fangen sie an, aus Langeweile die Kinder zu hüten? 
Und ein Mops kann genauso beißen wie ein großer Hund, ist nicht so dramatisch aber trotzdem bringt es ärger. Kleine Hunde beißen aus anderen Gründen, beispielsweise aus Angst und das viel öfter als größere Rassen.
Einem Kampfhund das kämpfen beizubringen ist genauso schwierig (oder einfach) wie bei einem Retriever. 
Molosser haben eine extrem hohe Reizschwelle und die Tiere machen viel mit. Den Willen zu brechen, denn nix anderes ist es, wenn man seinen Hund in den Kampf schickt, ist sehr schwer.
Im Endeffekt gebe ich dir aber recht, es liegt allein am Besitzer. :) 

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