Lesen Juden den Deuterokanon?

5 Antworten

Das Judentum billigt diesen Schriften nicht die gleiche Autorität zu, wie den Moses-, Propheten- und Weisheitsbüchern. Die Gründe dafür werden bis heute diskutiert: wahrscheinlich war der ungefähre Kanon der Tora bereits fertiggestellt, als die Makkabäerbücher in Umlauf kamen. Die Bücher wären demnach zu "jung" und "modern" gewesen, um noch in die hebräische Bibel aufgenommen zu werden. Diese Theorie gilt allgemein als die naheliegendste.

Ein anderer Grund könnte sein, dass die Makkabäerbücher eher Geschichtswerke sind, die sich aus Sicht der jüdischen Priesterschaft nicht ausreichend mit Gott und dem Glauben beschäftigten. Natürlich enthalten diese Werke auch einiges an Propaganda, sie gelten aber dennoch als zumindest teilweise zuverlässige Dokumente ihrer Zeit.

Trotzdem werden die Apokryphen im Judentum anders behandelt, als es das Christentum mit "seinen" Apokryphen tut. Die Makkabäerbücher werden durchaus gelesen, nicht zuletzt deshalb, weil Judas Makkabäus von manchen noch immer als ein großes Vorbild und Held betrachtet wird. Zu seinen Lebzeiten glaubten einige sogar, in ihm den verheißenen Messias zu erkennen.

Das Judentum erkennt also den literarischen und historischen Wert dieser Schriften an, betrachtet sie aber nicht in demselben Ausmaß als "göttlich legitimiert" wie andere Bücher der Bibel.

Es handelt sich hier um apokryphe Schriften, die nicht zum Bibelkanon gehören, weil sie — inhaltlich nachvollziehbar — als nicht von Gott inspiriert gelten (2. Tim. 3:16).

Wenn sie verschiedene Kirchen dennoch in ihren Bibeln verwenden (kath.), ändert es nichts an der Tatsache, dass sie zu keiner Zeit zum jüdischen inspirierten Kanon gehörten.

Sicher sind den Juden diese Bücher bekannt, so dass sie auch darin gelesen haben. Aber sie betrachteten sie nie als von Gott inspiriert. 

Mancher geschichtliche Inhalt der deuterokanonischen Schriften ist hilfreich.

Gemäß dem jüdischen Historiker Josephus, der im 1. Jahrhundert lebte, wurden allein die Bücher des hebräischen Kanons anerkannt und als heilig betrachtet. 

Er schrieb: „Nicht Zehntausende von Büchern gibt es bei uns, die untereinander nicht übereinstimmen und einander widerstreiten, sondern nur 22 Bücher [die den 39 Büchern der Hebräischen Schriften gemäß der heutigen Einteilung entsprechen], die die Aufzeichnung des ganzen Zeitraums enthalten und mit Recht für glaubwürdig gehalten werden.“ 

Wie aus seinen weiteren Worten deutlich hervorgeht, wußte er, daß apokryphe Bücher existierten, daß sie aber vom hebräischen Kanon ausgeschlossen waren: 

"Seit Artaxerxes bis auf unsere Zeit ist zwar das einzelne aufgezeichnet worden, aber es wird nicht der gleichen Glaubwürdigkeit für wertgeachtet wie das Frühere, weil es an der genauen Aufeinanderfolge der Propheten fehlte“ 

(Gegen Apion, 1. Buch, Abs. 8; zitiert nach Theologischer Realenzyklopädie, Bd. III, 1978, S. 289).

Natürlich werden sie gelesen. Ich kenne sogar Juden, die das Neue Testament gelesen haben. Aber sie gelten bei ihnen nicht als Heilige Schriften.

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