leinenführig?

2 Antworten

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Schwere Frage, wenn man nicht genau sieht was du meinst. Auch kann ich mir jetzt nicht genau den Unterschied zwischen 100% nicht leinenführig und 85 % Leinenführig vorstellen. Kannst du es noch ein bisschen genauer beschreiben? Wenn jetzt mal viel Fantasie walten lasse, könnte ich die "stabile Seitenlage" als Unterwürfigkeit deuten!? Sieht das so aus? Bist du vom Körper her zu ihm oder von ihm weg ausgerichtet, wenn du die Leine stramm hälst? Wie hast du versucht ihn "Leinenführig" zu bekommen? Hast du evtl. mal versucht, dass er Fuß geht und da in irgendeiner Weise die "Hände" eingesetzt? Zum Abblocken z.B., dass er nicht weiter vor geht oder etwas anderes?

Woher weißt du, dass er nicht "in deine Richtung will"!? Was macht er, wenn es zufällig in deiner Richtung gut riecht?

100%ig nicht leinenführig: er wiill nicht folgen. Schmeisst sich auf den Bauch (Bauchklatscher) oder hängt sich in Seitenlage (stabile Seitenlage) in die Leine.

85%ig leinenführig: läuft fast durchgehend locker neben oder hinter mir.

Wenn ich die Leine stramm halte, sehe ich nur in die Richtung, in die ich will. Ich beachte ihn in dem Moment nicht. Ausserdem warte ich, bis er bei mir ist und mich ansieht, erst dann geht es weiter. So haben wir es von "ganz mies" auf "können wir mit leben" geschafft.

Fussgehen kann er - wenn er denn will. Zuhause beim Üben ist er Meisterschüler. Draussen harpert es - da ist er eher Hilfsschüler. :-) Die Hände setze ich fast nie ein - nur um eine Richtung anzuzeigen, da das Flöhle ja äusserst handscheu ist.

Da er sich hinschmeisst, gehe ich davon aus, dass ihm meine Richtung nicht zusagt. An der Leine läuft er nicht vor. Er schnüffelt nur dort, wo ich schon vorbei bin und er noch dran vorbeikommt.

Ich versuche natürlich noch Verbesserungen zu erzielen - obwohl ich auch akzeptieren kann, wenn es so bleibt.

Was mich halt interessiert ist: habe ich die Hände in den Jackentaschen vergraben, habe ich einen anderen Hund. Habe schon über Amputation der Hände nachgedacht. ;-)

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@wotan0000

Dass er draußen "Hilfsschüler" ist, hat m.E. damit zu tun, dass ihm die Konzentration hier nicht reicht, da er mir wohl ziemlich unsicher erscheint.

Wie du schon selbst erkannt hast, vermute ich auch, dass dein Problem tatsächlich in einer extrem negativen Verknüpfung mit der Hand oder mit der Leine/Hand Kombination zu tun hat. Möglicherweise war der "Bauchklatscher" ursprünglich mal als Beschwichtigung gedacht und hat sich als "falsches Kommunikationsmittel" entpuppt. (Sprich es kam bei dir nicht so an, wie es gemeint war!) Ich würde mit Desensibilisierung zuerst das Thema "handscheu" angehen. Dann würde ich mit einer 3 m Leine arbeiten. So wie du es beschreibst, fühlt er sich nicht so 100 % wohl in der unmittelbaren Nähe von Personen. Ich denke tatsächlich, dass es die Nähe ist, die ihm zu schaffen macht. Entweder wurde er in der Vergangenheit zum Fuß gehen gezwungen oder viel korrigiert und gemaßregelt. Ich würde das "Ansehen lassen" weglassen. Stattdessen würde ich bereits "die ersten Schritte" in deine Richtung verstärken (markieren, klickern, loben, was auch immer!). Als Belohnung würde ich dann das Weitergehen/wieder Distanz zum Hund ,geben. Sofort wenn er sich bewegt, nicht erst wenn er da ist. Sieh ihn dabei nicht an, aber lass ihn verbal spüren, dass du dich freust, dass er kommt. Wenn das alles perfekt ist, versuche die Hände ein bisschen aus den Taschen zu ziehen. Bis sie irgendwann komplett da ist. Ggf. kannst du noch üben die Leine neben deinem Körper zu halten, sieht der Chi zur Leinenhand, fällt ein Leckerchen aus der Hand.

Dein Chi hat wohl früher echt schlimmen Druck erleben müssen. :-(

Tröste dich, bei uns war anfangs auch das Nähe Problem sehr groß. Ich habe mit 5 m angefangen und mich so langsam an kürzere Leinendistanzen hingehangelt. Mit dem Unterschied, dass mein "Süßer" beim Unterschreiten seiner Panik/Unwohlsein-Distanz leicht in den Oberarm gezwickt/gebissen hat.

Sorry, ich hab` versucht dir eine Möglichkeit aufzuzeigen. Allerdings kommt es, so wie du es beschreibst, echt auf Details an. Da ist eine Hilfe ohne es zu sehen echt schwierig.

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@NoradieHexe

Ich danke Dir. Manchmal ist es gut eine andere Möglichkeit aufgezeigt zu bekommen.

Wo das Negative herkommt, kann ich nicht wirklich sagen. Du hast es aber gut erkannt - zuviel Nähe mag er nicht.

Unsicherheit / Handscheu = er kannte nichts, als er mit 11 Wo zu uns kam.

Aber an der Leine wurde er bei uns nie grob rangenommen oder gemassregelt.

Aber ich denke, die Ursache ist nach den ganzen Jahren auch nicht mehr wichtig.

Ich werde es mit dem Ansehen lassen und beim ersten in Bewegung setzen super loben und dabei weitergehen.

Vielleicht erreiche ich ja noch eine Verbesserung.

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@wotan0000

Nein, so habe ich das nicht gemeint! Erstens muss es ja auch nicht zwingend am "Umgang" liegen, dass sich der Hund so verhält, es kann sich ja auch um ein Missverständnis handeln. Zweitens sind diese kleinen Hunde recht oft "handscheu". Manchmal liegt es daran, dass sie in der Jugend zu oft oder unangemeldet hoch genommen wurden. Wenn du einen Hund hast, der auf viel Futter reagiert, dann kannst du es mal mit diesen kleinen Fischen probieren, die es auch für Katzen gibt. Oder selbstgekochtes Rinderherz in Miniwürfel geschnitten.

Wenn du also selbst schon festgestellt hast, dass er "zu viel Nähe" nicht mag, dann kannst du dir jetzt sicher auch vorstellen, weshalb er die Allrad-Bremse ausfährt. Indirekt wird er "fürs Kommen" mit "unangenehmer Distanzverringerung" bestraft - also nicht unbedingt motivierend '-) . Manchmal liegt der Teufel im Detail....

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@NoradieHexe

Ich habe es nicht als böse empfunden. ;-) Du hast voll und ganz recht.

Zuhause geht es mit Nähe - allerdings muss man ihm immer sagen, was man machen will.

"auf Schoss. auf Couch, auf Arm, ich setz dich runter usw" - sonst erbt man durchaus mal ein Knurren (selbst verschuldet).

Leckerchen funktioniert leider nicht, da er ein damit blöd stehen lässt und er ja inzwischen nur noch Allergikerfutter bekommt. Das funktioniert nur Zuhause.

Aber ich bin erstmal wieder frisch motiviert. :-) Bei Fortschritten, werde ich Bericht erstatten.

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@wotan0000

Ich finde es extrem interessant, dass "trotz verbaler Ankündigung" noch eine "Rest-Skepsis" besteht. Ich würde meine Schwerpunkte beim Training auf Gerätearbeit setzten, um noch mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Er scheint ziemlich viel Stress außerhalb der Wohnung zu haben. Alles Gute für euch!

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@NoradieHexe

@ NoradieHexe

Ich hatte versprochen mitzuteilen, wenn es Fortschritte gibt.

Es klappt inzwischen viel besser. Er verweigert in erster Linie noch bei der Entscheidung, welche Runde wir gehen. Aber nicht mehr so extrem. Er bleibt meist nur kurz stehen, so dass ich einen Schritt aussetzen muss. Ich lasse meine Körperhaltung sofort wieder in Entspannung fallen und er folgt. OK, er hat mal eine Phase, wo das 20 x kurz hintereinander vorkommt- aber da ist ja wieder nur Geduld gefragt.

Auf jeden Fall läuft er jetzt länger entspannt eine Chi-Länge hinter mir, neben mir oder eine vor mir.

Ich habe Deine Tips etwas abgewandelt. Die Arme hängen locker runter und die Leine liegt locker in meiner Hand.

Loben geht nicht, denn wenn ich lobe habe ich noch nicht ausgesprochen und der "Anfall"
wird vom Floh wiederholt. :-)

Wir üben es jetzt einfach auf Basis gutes oder schlechtes Gefühl.

Ich danke Dir noch einmal, denn Du hast mich wieder motiviert und zwar mich zu kontrollieren und nicht das Zwergel.

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Nunja du schreibst du hast einen Chi. So schwer kann das ja nicht sein. Versuch mal einen 70,2kg schweren Bernhardiner zum Laufen zu kriegen wenn er nicht mag :-) hast du schon versucht ihn mit leckerlie zu animieren? Interessant wäre auch die Ursache. Überforderst du ihn vielleicht? Also gehst du zu weit bzw lange? Mein Bernhardiner mag auch nicht so gerne laufen. Und unsere Dogge läuft auch lieber nur so 15 Minuten, dafür öfter statt lange Spaziergänge. Wie du einen Hund erziehen musst/kannst kommt auch auf den Hund an. Beim einen kommst du mit der Leckerliemethode super durch bei einem anderen kommst du damit gar nicht weiter sondern musst mehr über Dominanz gehen. Ich nenn es gerne "Rütter-Methode" (Leckerlie) und "Milan-Methode" (Dominanz- bzw Rudelführermethode) Das hat übrigens nichts mit der Größe zu tun.

Klar bekomme ich meinen 3 kg Hund zum Laufen.

Die Frage ging dahin, warum ist er recht leinenführig, wenn ich die Hände in den Jackentaschen vergrabe - aber, wenn ich sie vor den Körper halte, nicht. In beiden Fällen sieht er die Hände nicht, da er versetzt hinter mir läuft.

Mit Belohnung geht draussen nichts. Er hat damals draussen auch nichts Besonderes genommen und heute mit Allergikerfutter kann ich es ganz vergessen. Streicheleinheiten sind noch so OK. Zuhause macht er alles fürs Diätfutter.

Im Prinzip ist er eine total artige Knutschkugel, wenn halt keine Leine im Spiel wäre.

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@wotan0000

Wenn du die Hände vor dem Körper hast, hast du eine andere Spannung in den Schultern, als wenn du sie in den Taschen, also eher seitlich, hast. Vll liegt es daran.

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@wotan0000

Wenn du die Hände vor dem Körper hast, hast du eine andere Spannung in den Schultern, als wenn du sie in den Taschen, also eher seitlich, hast. Vll liegt es daran.

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@Tanja28052012

Ja, ich denke, dass er das wahrnimmt. Er ist definitiv ein Hund, der jede Kleinigkeit registriert. Danke Dir.

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