Leiharbeit = Moderne Sklaverei?

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19 Antworten

Leiharbeit ist moderne Sklavenhaltung, auch wenn diese Formulierung unter allerlei Deckmäntelchen vermieden wird.

Es wäre ein einigermaßen faires Geschäft, wenn die Leiharbeiter wenigstens ein gesichertes Beschäftigungsverhältnis mit einem Lohn erhalten würden, der ihnen ein menschenwürdiges Dasein garantieren könnte.

Stattdessen ist man auch für den Verleiher nur eine überflüssige Kostenposition, wenn einzelen Aufträge vom Kunden nicht verlängert werden. Genau dann ist es Aufgabe der Zeitarbeitfirma, adäquaten Ersatz für ihre Arbeitskraft zu finden. Dies machen aber bei weitem nicht alle.

In Deiner Situation wären die drei Monate Leiharbeit bis zum Studium sicherlich erträglich. Allerdings ist man für die Zeitarbeiter "Freiwild", die schreiben alles an was in der Datenbank des Arbeitsamtes auftaucht und dann hört man nichts mehr von denen. Hauptsache der Karteikasten ist voll. Und wenn sie einen doch sofort wollen, dann brennt es sicher schon bei einem ihrer Kunden. Und dann heißt es aufgepaßt, wenn man eine solche Stelle absagt: dem Arbeitsamt wird dies höchstwahrscheinlich mitgeteilt. Dann kann eine Sperrzeit drohen, wenn man "zumutbare Arbeit" ablehnt.

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Keine beweisbare Tatsache, aber meine feste Meinung:

Leiharbeit ist nicht nur alleine moderne Sklaverei, sondern obendrein auch das von den Mächtigen im Lande gewollte Mittel, um die Arbeitslosenquote beständig so auf einer Mindestgröße zu halten, daß Lohndrückerei und Ausbeutung dauerhaft möglich ist.

Jedoch sollte man Leiharbeit nicht isoliert betrachten. Die Wohnungspolitik, die Gesundheitspolitik und noch einige andere sind ebenfalls Teile der Strategie, die Arbeitskraft Masse des Volkes dauerhaft zur Beute derer zu machen, die den Sinn des Lebens alleine darin sehen, ihre Macht und ihren Reichtum ständig zu vergrößern.

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Das Arbeitsamt kann gar nichts vermitteln und ist darüber hinaus keine Tarifpartei.
Die Ausweitung der Zeitarbeit ist ein Bestanteil der Agenda 2010 der SPD und des Architekten Frank Walter Steinmeiner (Bundespräses in Spe).

Der Mindestlohn macht es genau nicht besser, weil heillos zu gering.
Den jedoch die SPD absichtlich vergessen hatte bei der Agenda 2010.

Natürlich ist Zeitarbeit eine Fehlentwicklung, die aber liegt an der Wirtschaftshörigkeit einer neoliberalen Politik.
Wenn lauter Falschspieler an einem Tisch sitzen, funktionieren keine Regeln.

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Ich würde hier sagen, das hängt davon ab. Leiharbeit wird für den einzelnen Arbeitnehmer dann problematisch, wenn er für einen längeren Zeitraum in dem System der Leiharbeit drin ist. 

Für den Arbeitnehmer ist Leiharbeit sehr interessant wenn er auf Jobsuche ist und vorrübergehend als Leiharbeiter tätig ist. Sprich man findet keine entsprechende Stelle, nimmt eine Stelle als Leiharbeiter an um von Anfang an paralell nach einem besseren Job zu suchen. Dies ist durchaus nützlich um zu verhindern dass man zu lange arbeitslos ist. Dass die Praxis leider anders aussieht ist aber natürlich klar. 

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Es gibt Länder, in denen keine Grundsicherung existiert. Es gibt Länder, in denen der dortige Mindestlohn um die 2 € dümpelt. Ein Leiharbeitnehmer mit mittlerweile mindestens 8,50 € (igZ/BAP) Lohnuntergrenze verdient heutzutage mehr, als ich in meinem ersten Vollzeitjob. 

Ein Arbeitsverhältnis ist in meinen Augen generell der Not geschuldet wenn man auf das Geld angewiesen ist. Gäbe es kein ALG II wären die Leute noch mehr im Notstand, denn dann hätten sie  keinen Cent und wären auf jede noch so menschenunwürdigen Arbeitseinsätze angewiesen. Was steht denn dem Arbeitnehmer moralisch zu? Wie will man das einschätzen? 

Zeitarbeit kann eine Chance bedeuten, sie kann jedoch auch negativ sein. Niemand ist gezwungen, eine Arbeit über ein Zeitarbeitsunternehmen aufzunehmen oder sich dem Jobcenter zu unterwerfen. Ich kenne viele, die negative Erfahrungen gesammelt haben. Ich kenne jedoch auch genauso viele, die nur noch über eine Zeitarbeitsfirma Arbeit suchen.

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Wenn ein Arbeitnehmer einen Vertrag unterschreibt und den darin festgelegten Lohn bekommt ist auch eine saumäßige Unterbezahlung moralisch korrekt. Nur mal so am Rande bemerkt. 

Und wem es nicht passt, ein Angestellter zu sein, der darf sich gerne als Existenzgründer versuchen und es besser machen als die anderen bösen Bosse. ;)

Meine Erfahrung mit Langzeitarbeitlosen ist, daß insbesondere die gerne über Sklaverei schwadronieren, wenn es doch letztendlich nur um Arbeit geht, die nunmal naturgemäß kein Freizeitspaß ist.

Im Übrigen jammern auch Schüler gerne über den Zwang, sich Bildung aneignen zu sollen. Schulpflicht ist also auch schon Sklaverei oder sowas. o.O

Aber findige Faulpelze werden schon sich davor bewahren können, sich zu bilden und ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. 

Echt schlau, diese Pelze. ;)

warehouse14

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Kommentar von ImInTheClear
24.11.2016, 19:19

Wenn man selbst mit Job kaum über die Runden kommt und sich trotzdem nicht mehr leisten kann als vorher, und sich auch nicht auf einen festen Job verlassen kann, dann ist das Sklaverei. 

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Hallo.

Also ich finde, dass Leiharbeit eben nur eine Übergangslösung sein darf. Es ist  ja auch so, dass LA nach einer bestimmten Zeit übernommen werden müssen. Die Entlohnung sollte der der qualifizierten Festangestellten in dem aufnehmenden Betrieb entsprechen, damit keine Ausbeutung stattfindet.

Viele findet Leiharbeit o.k. Besser so einen Job, als keinen. Oder sie finden diese Form der Arbeit vielleicht ja auch grundsätzlich gut.

Mit der Benutzung des Begriffs Sklaverei habe ich aber meine Probleme. Das verumglimpft m.E. alle Zwangsarbeiter der Nazi-Zeit. Das war nämlich Sklaverei. Da wurde nicht einmal darauf Wert gelegt, dass es genug zu essen gab. Diese Menschen sollten sterben!!!

Noch ein Tipp: Betriebsräte können Leiharbeit verhindern, oder sie entsprechend dem Betriebsverfassungsgesetz regeln. Also: Gründet Betriebsräte !!!!!!!

Und noch eines: Moral und Kapitalismus passen eh schlecht zueinander. Wir leben hier im Arbeits-Paradies. Das dürfen wir, wenn es auch viele Missstände gibt, nicht vergessen!


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1. Jede unselbständige Arbeit ist eine moderne Form der Sklaverei, nur das heute der "Sklave" nicht nur fürs Essen arbeitet
2. "moralisch zustehendes Geld" ist Quatsch - welche Moral und welche Instanz soll denn hier entscheidend sein?

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Es wird doch niemand gezwungen als Leiharbeiter zu arbeiten.

Man kann aber sagen, dass ein schlechter Job besser ist als gar keiner.

Es hindert dich doch niemand, dich dann trotzdem weiter um eine andere Arbeit zu bewerben.

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Kommentar von voayager
23.11.2016, 01:10

als wenn es da viel Auswahl gäbe!

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Ich kenne Menschen die Leiharbeiter sind und mit Ihrer Situation unzufrieden sind mit der Situation (u.a. Bezahlung). Ich kenne auch Menschen die Angestellte sind in großen Unternehmen und unzufrieden sind mit Ihrer
mit der Situation (u.a. Bezahlung).

Beide verhalten sich identisch. Sie tun nichts um Ihre Situation zu verändern. Beiden steht der Arbeitsmarkt für Veränderungen zur Verfügung. Man bekommt nichts Geschenkt, weder Privat noch im Beruf.

Suche nach Ideen wir du deine Situation verändern kannst. Das kann aber etwas Zeit in Anspruch nehmen.

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Kommentar von voayager
23.11.2016, 01:17

och jo, ein Jeder hat aufeinmal doch den Marschallstab im Tornister und der Tellerwäscher wird gar zum Millionär. Alter Traumtänzer, wann wachst du endlich mal auf?

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Wie viele Leute kennst du, die zufriedenstellend oder überhaupt vernünftig vom Arbeitsamt vermittelt wurden? Ich habe meine Jobs bisher immer nur durch Eigenaufwand bekommen - von vernünftiger Vermittlung konnte da nicht die Rede sein - da wird man eher gedrängt sich irgendwas zu suchen und sich für Jobs zu bewerben, die man garnicht machen möchte oder für die man nichtmal geeignet ist, nur um Quoten zu erfüllen. Also dem so oder so schon überlasteten Arbeitsamt würde ich das nicht auch noch aufbürden. Letztendlich ist das jedem selbst überlassen und wo bitte schön findet man heute noch so etwas wie einen fair bezahlten Job, bei dem man nicht irgendwie mal denkt, das es Versklavung ist?


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Ja, kann man so sehen, weil Arbeitslose und H4-Empfänger zum Arbeiten mit einem extrem niedrigen Arbeitslohn gezwungen werden können.

Das ist nicht nur Ausbeutung, sondern auch herabwürdigend und menschenunwürdig.

LG Lazarius

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Leiharbeit ist nicht gut egal wer dafür verantwortlich ist. Der Arbeiter muss wieder der Herr über seine Arbeitskraft werden,  und dafür müssen Gesetze her, die diese Rechte schützen. D.h. langfristige, sichere Arbeitsverträge, bei ausreichender Bezahlung und Kündigungsschutz.

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Kommentar von Midgarden
22.11.2016, 22:30

Dein Forderungskatalog ist sicher löblich, er hat nur eine Haken: er funktioniert nur, wenn Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften ausgewogen sind. Ich glaube nicht, daß den Arbeitnehmern in Griechenland, Italien, Spanien etc. solche Gesetze helfen würden, sich und ihre Familien zu ernähren

Und von Arbeitnehmern der sog. "3. Welt" will ich erst gar nicht reden .... 

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Leiharbeit ist etwas wunderbares Vorallem wenn man eine sehr stark schwankende Auftragslage hat.
In unserer Abteilung nutzen wir sehr gerne eine Leiharbeitsfirma um einen neuen Angestellten kennen zu lernen bevor wir mit ihm in Verhandlungen treten.

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Kommentar von AalFred2
23.11.2016, 08:20

Warum vereinbart ihr keine Probezeit?

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Kommentar von tabstabs
23.11.2016, 08:24

Wir wollen vorher den Mitarbeiter einschätzen können. Gehaltsverhandlungen können dann deutlich gezielter stattfinden und wir müssen nicht am Ende jemanden der wir Zuviel zugesichert haben in der Probezeit kündigen weil wir Zweifel haben. Seitdem wir es so machen haben wir niemanden mehr in der Probezeit kündigen müssen und die meisten erhalten mehr Gehalt zum Einstieg als noch vor der Umstellung. Außerdem können wir den Mitarbeiter so sehr schnell ersetzen sollten wir mit ihm nicht zu Frieden sein können wir am nächsten Tag schon jemand neues haben.

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Kommentar von tabstabs
23.11.2016, 08:31

Ich kann das nur von meiner Abteilung sagen und da geht es um IT Mitarbeiter. Hauptsächlich im First Level Support. Andere Abteilungen benutzen es für Steuerberater und Buchhalter.

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Kommentar von tabstabs
23.11.2016, 10:45

Dann kennst dich nicht aus. Unsere Support Mitarbeiter verdienen zwischen 2200-4100€. Je nachdem welche Programme sie betreuen Bzw betreuen können.

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Kommentar von tabstabs
23.11.2016, 11:57

Qualifikationen werden abgefragt.
Trotzdem gibt es gravierende Unterschiede. Schulungen Bzw Zertifikate bringen sehr wenig wenn diese Person zwar Schulungen besucht aber das gelernt nicht benutzen kann. Ein guten supporter für Datev kann noch lange kein Datacore, Sophos, Jadox etc. Ebenfalls kann jemand der unsere  Microsoft Office Umgebung betreut noch lange nicht die Open Office Umgebung der Tochter Firma betreuen.

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So kann man die motivierten arbeiter übernehmen und die unmotivierten mitarbeiter wieder zurückschicken. Sehr effektive art gutes personal einzustellen.

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Kommentar von Dxmklvw
23.11.2016, 13:18

Wie praktisch. Und wer nicht ausreichend motiviert ist, als Arbeitsskalve diejenigen immer reicher zu machen, denen nichts fremder ist als Menschlichkeit, der fliegt dann eben raus.

Das ist zwar nicht überall so, denn hier und da gibt es auch Positives zu berichten - ungefähr so, wie es ja gelegentlich als positiv empfunden wird, wenn eine Partei von manchen nur deshalb gewählt wird, weil diese zuvor Luftballons oder Kugelschreiber verschenkt hat.

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Ja, es ist eine moderne Form der Sklaverei. Sie wurde breitflächig von der sPD und den Grünen gefördert und ausgebaut. Es gab Zeiten in der alten BRD wo es so was Fieses garnicht gab.

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Ich finde Leiharbeitsfirmen sogar gut.

Es ist ein einfacher Weg schnell Arbeit zu finden. Hat wohl seine Vor und Nachteile.

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Kommentar von voayager
23.11.2016, 01:12

Das Stammpersonal wird um Einiges besser bezahlt!

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Kommentar von Dxmklvw
23.11.2016, 13:21

Es gibt sogar eine Alternative, mittels der wirklich jeder innerhalb von nur 1 Stunde einen Dauerarbeitsplatz finden kann: Man muß nur anbieten, noch Geld mitzubringen anstatt welches zu kassieren, und schon klappt es.

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Zu einer Leihfirma zu gehen kann ja jeder frei entscheiden. Ist das dann freiwillige Versklavung?

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Kommentar von ImInTheClear
22.11.2016, 22:21

Wenn den Menschen nichts anderes übrig bleibt ist es das nicht, sondern einfach nur Versklavung

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Kommentar von voayager
23.11.2016, 01:12

Die sogenannte Freiwilligkeit ist oftmals einer puren Notwendigkeit geschuldet. Wer nämlich in geldschwierigkeiten steckt kann nicht ewig lange rumsuchen, um das mehr oder minder Passende endlich zu bekommen.

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Schimm ist eigentlich dass die Arbeitsagentur Arbeitssuchende zwingt sich bei diesen "Ausbeutern" zu bewerben anstatt ihnen vernünftige Stellenangebote zu schicken.

Auch das man heute meistens nur befristete Arbeitsverträge bekommt ist schlicht und einfach eine Sauerei.L.G


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Kommentar von AalFred2
23.11.2016, 08:28

Was meinst du denn, was die Arbeitsagentur mit den ganzen vernünftigen Angeboten macht, die sie so herumliegen haben? Sparen die die im Tresor für schlechte Zeiten?

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