Warum wird man als Leiharbeiter so furchtbar abgezockt?

11 Antworten

Also ich kenne in meiner Region genügend Firmen, wo die Leiharbeiter in der Überlassung aufgrund der zugrunde liegenden Tarifverträge mehr verdienen als Festangestellte Mitarbeiter. Das Problem ist doch nicht die Leiharbeiter bzw. Arbeitnehmerüberlassung an sich. Dtschl.liegt im internationalen Vergleich meilenweit zurück, was dieses Medium anbelangt. Viele Firmenchefs müssten niemals auf Leiharbeiter zurückgreifen, wenn wir in Dtschl.nicht so "Hinterwäldlerische" Kündigungsschutzbestimmungen hätten. Auch da liegen wir, wenn wir unsere europäischen Nachbarn anschauen, meilenweit zurück. Dtschl. befindet sich im internationalen Wettbewerb u. Firmen können, auch aufgrund von bspw.weltpolitischen Einflüssen, ihre Produktion nicht 5Jahre im voraus planen und damit auch nicht ihren Personalbedarf. Und Leiharbeiter bekommt man nun mal schneller und kostengünstiger los, als Festangestellte. Das klingt zwar hart, aber das ist die Realität. Außerdem liegt in Veränderung des Kündigungsschutzes auch eine riesige Chance. Firmen wûrden es sich nicht erst 3x überlegen, ob sie jemanden fest anstellen. In Nordeuropa sorgt das dafür, das die Leute immer nur sehr kurz arbeitslos sind.

Im Horizontalen Gewerbe spricht man von Zuhälterei. Von unseren Christlichen, Liberalen und sogar Sozialen Parteibonzen wird von Dienstleistern gesprochen, wenn man Ausbeuter, Zuhälter und Sklavenhalter meint.

Pauschal kann man nicht sagen, dass Zeitarbeitsfirmen sehr viel an Zeitarbeitern verdienen. Die großen Zeitarbeitsfirmen (Randstad, Adecco) verdienen in Deutschland zur Zeit fast nichts, die liegen irgendwo zwischen 1% und 2% Gewinn bzw. machen in einigen Quartalen sogar Verlust.

Grundsätzlich:

Wenn der Arbeitnehmer 10 Euro Bruttostundenlohn erhält, dann gibt es an direkten zusätzlichen Kosten für diesen Arbeitnehmer für die Zeitarbeitfirma ersteinmal folgendes (je Arbeitsstunde):

  • ca. 2 Euro Arbeitgeberanteil Sozialversicherung + Krankenkasse
  • ca. 1 Euro Rückstellung für Urlaub des Arbeitnehmers (der vom Kunden nicht bezahlt wird)
  • ca. 0,50 Euro Rückstellung für Krankheit des Arbeitnehmers
  • Berufsgenossenschaftsbeitrag ca. 0,50 Euro
  • Reisekosten des Mitarbeiters 0 - 5 Euro (abhängig vom Einsatzort)

Das heisst: In Summe muss die Zeitarbeitsfirma schon mal zwischen 14 Euro und 19 Euro pro Stunde an den Mitarbeiter bzw. an direkt mit ihm verbundenen Kosten bezahlen. Auch wenn der Mitarbeiter nur ca. 10 Euro pro Arbeitsstunde brutto bekommt.

Damit wären aber noch weder Lohnbuchhaltung noch Disponent bezahlt... Die Allgemeinkosten umfassen:

  • Lohnbuchhaltung
  • Anteil am Gehalt des Disponenten / Niederlassungsleiters
  • Büro / Miete / Strom / Telefon
  • Rücklage für Wartezeiten, einsatzfreie Zeiten
  • Werbung / Akquisitionskosten
  • Umlage Forderungsausfall (z.B. durch Insolvenzen der Kunden)
  • Versicherungen, sonstige Kosten

Bei 10 Euro Stundenlohn würde in der Tat der Verrechnungssatz dem Kunden gegenüber zwischen 18 und 25 Euro betragen. Je nachdem, ob das ein langlaufender oder ein kurzlaufender Kundenauftrag ist, ob Reisekosten anfallen, wie dringend der Bedarf beim Kunden ist. Der wirkliche Gewinn ist dabei gering - je nach Auftrag vielleicht zwischen 0 und 2 Euro...

Ich kann wirklich verstehen, dass einem die 10 Euro (gerade bei Helfertätigkeiten sind es oft noch weniger!) recht wenig vorkommen. Vor allem, da davon ja noch 30% Steuern + Sozialabgaben abgehen... Aber trotzdem muss man sich veranschaulichen, dass der Kunde dafür schon ca. 20 Euro pro Stunde zahlen muss, damit alleine die Kosten wieder drin sind...

...diese Kosten hat der Kunde übrigens auch, wenn er den Mitarbeiter selber einstellt (er muss ja auch Lohnfortzahlung leisten und eine Lohnbuchhaltung unterhalten...) - das einzige, was der Kunde im Prinzip zusätzlich bezahlt, ist die Marge des Unternehmens und Kosten für Disposition / Akquise. Der Trend wird deshalb in Zukunft immer mehr in Richtung Zeitarbeit gehen - und falls dieser Weg verbaut wird (z.B. durch Reglementierung), dann wird eben "outgesourct" was geht und es werden Werkverträge vergeben und die Scheinselbständigkeit blüht wieder...

Na dann frage ich mich schon, wieso es unzählige dieser Firmen überhaupt gibt, wenn sie doch nur 1 - 2 % Gewinn erwirtschaften? Da darf doch wohl gelacht werden.

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@mehrDemokratie

Hinzu kommen noch 19% Umsatzsteuer, die vom Entleiher auf  den Verrechnungssatz zu entrichten sind.

@ mehrDemokratie:

Wenn man der richtigen und einfach dargelegten Argumentation von @mitterer nicht folgen kann, ist das ganz sicher nicht zum Lachen.

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