Leidet mein Mann unter Schizophrenie?

8 Antworten

Hallo Leylanur,
Kann durchaus sein und hört sich ganz danach an. Bin selbst Schizophren und musste mal Risperidon nehmen wobei dieses Medikament durchaus ein eher schlechtes Präparat ist, also da gibt es deutlich besseres von anderen Herstellern. Kliniken und so setzen anscheinend oft dieses eher billige Medikament ein welches es schon lange als Generica gibt, ist weder ein besonders Wirkungsvolles noch verträgliches Medikament, darunter kann arbeiten schon fast eine Zumutung sein, also es schränkt eher körperlich und geistig sehr ein und man nimmt meistens darunter auch zu, zumindest bei höheren Dosierungen. 
Vielleicht schämt sich dein Mann für diese Erkrankung, ich weis nicht ob man sich im Islam für so etwas schämt, aber ist sehr wichtig das ihr darüber redet was er genau hat, auch damit er die richtige Hilfe findet, denn das ist oft etwas schwierig da erstmal einen guten Psychiater zu finden wo man gute Medikamente bekommt mit denen man gut klarkommt.
Also das hört sich so nach Beobachtungswahn an und ist vermutlich etwas paranoides(paranoide Psychose/Schizophrenie) auch die Stimmungsschwankungen kommen bei dieser Erkrankung vor, kann mir vorstellen das das alles für euch und dir belastend ist.

Das er über gewisse Videos kaum lachen kann liegt vermutlich an seiner Wahrnehmung da man da eher mal etwas falsch oder im negativen Sinne auffassen kann, Missverständnisse etc. oder auch so wahnhaftes kann vorkommen das man sich nur mit bestimmten Themen befasst und das zu sehr und keinen Kopf mehr für anderes hat, gerade am Anfang der Behandlung kann es schwieriger sein, aber das wird alles besser und braucht seine Zeit, da ist es auch sehr wichtig das er dich hat um über seine Probleme zu sprechen da diese Symptome ja auch auf der Arbeit auftreten und die Kollegen ja womöglich auch ähnliches mitbekommen wenn er längere Zeit Akut ist, da er anscheinend relativ wenig einnimmt oder vielleicht erst diese Therapie begonnen hat da man für Risperidon ein Rezept braucht normal von einem Psychiater oder vielleicht gibt es auch Hausärzte.

So eine Erkrankung kann auch den Arbeitsplatz kosten da Symptome und Medikamente sehr belasten können, kommt auch darauf an was für einen Beruf man macht, wie stark die Erkrankung ausgeprägt ist und wie das berufliche Umfeld reagiert, falls es vom Leistungsdruck zu schlimm wird oder Symptome da sind, das kommt ja immer ganz drauf an wo und was man arbeitet. Also auch wie reagiert wird, da so etwas ja anderen auffallen kann selbst wenn man sich als Betroffener bemüht und da muss man ja auch den richtigen Umgang finden, also ob man es ansprechen kann oder verheimlicht, da tun sich ja Betroffene schwer überhaupt erstmal den richtigen Umgang zu finden und darüber reden zu können, da man das was man da so unrealistisches glaubt oder erlebt hat erstmal für sich zu verarbeiten versucht und das einen Zeitraum dauern kann bis es einem besser geht und man sich davon weit genug distanzieren kann. Da findet normal eine Reizüberflutung statt, also viel intensivere Wahrnehmung und man glaubt auch eher unrealistische Dinge die aus deiner Sicht unmöglich erscheinen würden, da können auch andere Sichtweisen helfen da man als Betroffener oft viel ausblendet. Also eine ausgewogene Sichtweise kann helfen und das wenn man sich in irgendetwas zu sehr reinstresst den Fokus auf etwas anderem lenkt, auch Stress und Streit kann da sehr belasten. Vielleicht hat er angst dich zu verlieren oder so, das kann auch Teil seiner Symptome sein und vielleicht ein Grund warum er dir das verschweigt, da oft Angst und Misstrauen und so eine Rolle spielen.

Ich habe übrigens auch keine Stimmen also das haben nur ein Teil der Betroffenen, weil das jemand anderes hier erwähnt hat und er meint damit vermutlich da es Stimmenhörer gibt die befehlende oder beleidigende Stimmen und so haben können. Gibt da anscheinend auch Betroffene die auch Stimmen von Bekannten/Verwandten etc. hören oder vermutlich meist Andere, also das ist eben eine Symptomatik die für den Betroffenen etwa belastend sein kann da die Medikamente auch Restsymptome hinterlassen können. Also nur ein Teil und man kann Schizophrenie auch ohne Stimmen haben.

Scheinbar hat er erst angefangen die Medikamente einzunehmen, vielleicht ist die Erkrankung erst ausgebrochen, da akutere Symptome ja da sind, das kann Wochen zum Teil dauern bis diese richtig anschlagen, vorher sind diese meist eher beruhigend, wobei ich vom Risperdal wenig halte, vielleicht wenn er trotz Medikamente zu sehr zum ausrasten neigt, ansonsten finde ich gibt es viel bessere Medikamente. Kann auch sein das er zu wenig oder unregelmäßig die Medikamente nimmt und von daher die Reizbarkeit kommt, ich kenne das von mir auch, da können auch spezielle Antidepressiva helfen, da die Neuroleptika also Risperdal eher äußerlich ruhig machen aber es oft an innerer Ruhe und Gelassenheit auch fehlt, also auch die Probleme einen aufwühlen können. 

Ich habe ein Selbsthilfeforum, wenn du möchtest kannst du dich dort etwa über die Medikamente informieren.. Aripiprazol(Abilify) ist ein sehr gutes Akutmedikament und wirkt bereits bei Dosierungen von 5-10mg sehr gut und zuverlässiger als das Risperdal welches viele Nebenwirkungen macht und schwach ist obwohl es als hochpotent dargestellt wird. Das Risperidon gibt es lange als Generica ist also billig aber der Hersteller hat Scheininovationen, also teuere Monatsspritzen, die wenig bringen aber viele Nebenwirkungen und Probleme machen.

Gegen Stimmungsschwankungen würde ich ein zusätzliches Antidepressivum empfehlen, also Bupropion(Elontril) ein SNDRI ist ideal, da es sein kann das man es damit ganz ohne Neuroleptika schafft, dieses ist ein Dopamin und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer. Auch SNARIs wie Reboxetin wäre eine Option da wirkt aber nur als Noradrenalinwiederaufnahmehemmer also da ist keine antipsychotische Wirkung zu erwarten aber bei Stimmungsschwankungen sollte es auch helfen.

Hier ein Link wo viele der Wirkstoffe verglichen werden, normal sollte da ein Neuroleptikum(wie z.B Risperdal) und eines dieser Antidepressiva ausreichen. Die meisten Antidepressiva sind problematisch da Serotonin problematisch bei Psychosen ist, da kommen nur wenige in Frage am ehesten das Bupropion. Neuroleptika senken das Dopamin wirken also gegen einen Überschuss der mit den Positivsymtomen in Verbindung gebracht wird(wirken gegen Symptome), die beschriebenen Antidepressiva wirken gegen einen Mangel dieser Botenstoffe wobei das Dopamin und Noradrenalin etwas zusammenhängen, Dopamin eher so das psychotische und Noradrenalin die Stimmung innere Ruhe beeinflusst, diese wirken anders als die Neuroleptika indem sie den Mangel(Mögliche Ursache) der zu den Negativsymptomen führt lösen, da damit dann keine Mangelerscheinung mehr da ist, senkt sich auch der Überschuss und es ist gut möglich das man da mit Bupropion ohne Neuroleptika klar kommt. Zudem hilft dieses Antidepressivum gegen das Rauchen und senkt den Appetit(Heißhunger), ist gut verträglich also eher Gesundheitsfördernt was man von Neuroleptika weniger behaupten kann.
Da muss man auch glück mit dem Arzt haben das man die richtigen und gut verträgliche Medikamente bekommt, ist leider schwierig da im allgemeinen gute Hilfe zu finden. Aripiprazol ist ein Standardmedikament so etwas bekommt man normal wenn man fragt, bei Bupropion SNDRI oder einem SNARI muss man Glück haben, wird eher bei Negativsymptomen eingesetzt Ärzte haben da oft keine oder kaum Ahnung die verschreiben eher das was die Pharmaindustrie ihnen andreht was auch negative Verläufe der Erkrankung zur Folge haben kann von daher sollte man sich da gut Informieren.

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Vielleicht hilft das euch etwas weiter
Gruß

Erstmal vielen Dank für die Mühe die sie sich gemacht haben mit diesem langen ausführlichen Text. Laut der Aussage seiner Mutter nimmt er risperidon seit fast 1 und halb Jahren in der Zeit wo er er auch viel zugenommen hat. Seine Mutter ist so desinteressiert ich konnte nicht viel aus ihr rausholen weil sie nicht wirklich darüber Sprechen möchte. Das einzige was sie sagt ist das mein Mann vor ein und halb Jahren ins Krankenhaus geliefert wurde weil er nachts Atemnot bekommen hätte. Im Krankenhaus hätten die wohl gesagt das er eigentlich nichts hat und das alles psychisch passieren würde und das wäre es wohl. Mehr wisse sie auch nicht. Ich weiß klingt bescheuert ich meine wenn ich als Arzt sehe das jemand krank ist und das auch noch psychisch schicke ich Ihn doch nicht mit einer Packung antipyschotika nachhause. Mein Mann sagt trotz allem das er die Tabletten nimmt wegen seinem Hals und seiner Atemnot. Ich habe ihm versucht zu erklären das die Tabletten keine Halsschmerzen oder so lindern. Sondern das nehmen Menschen ein die psychisch nicht gesund sind. Er wollte das irgendwie nicht verstehen und meinte er hätte keine Ahnung er würde zu seinem Arzt sagen er hätte wieder Atemnot er solle ihm etwas verschreiben und der Arzt würde ihm dann einfach risperidon verschreiben. Das klingt alles so absurd. Ich werde mal mit seiner Arzt darüber sprechen weil wenn das alles wahr ist wie er und seine Mutter sagen kann das ja nicht wahr sein. Ich bin wirklich sehr verwirrt. Nochmals danke für Ihre Antwort :)

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@Leylanur96

1,5 Jahre ist viel wenn er das dir solange verschwiegen hat, kann sich auch wenn es vorher eine Somatische Störung war zu einer handfesten Psychose erst entwickelt haben, also das man vorher vielleicht keine eindeutige Diagnose stellen konnte und das Risperidon könnte sein das eben auch gegen so etwas eingesetzt wird, also wenn man sich den Schmerz nur einbildet. 

Vielleicht hat er auch keine klare Diagnose da die Ärzte eben das Behandeln worüber der Betroffene spricht. Bei Psychose wird also auch Risperidon eingesetzt aber vermutlich höhere Dosierungen als bei etwas somatischen, aber deswegen ist Risperidon auch kaum besser geeignet und fraglich ob man nur wegen körperlichen Missempfindungen zu einem Neuroleptikum greift.

Diese Neuroleptika lassen sich schwer absetzen und bei einer Psychose etwa versuchen viele Betroffene das schnell wieder abzusetzen weil die Nebenwirkungen gerade auch vom Risperidon schon beträchtlich sein können, oft hat man auch Negativsymptome also man kommt da schwer aus den tritt und so etwas, wenn man diese einfach so absetzt kommt es meist zu Absetzpsychosen also die Erkrankung kommt wieder und das kann auch schneller und intensiver sein da die Neuroleptika vor allem die Symptome unterdrücken. Mein Tipp wäre da erstmal auf das Abilify zu wechseln, das ist gut verträglich, wirkt sehr schnell gegen das Akute und macht kaum Gewichtsprobleme. Spätestens wenn man diese Medikamente also das Neuroleptikum absetzen möchte sollte man zusätzlich es mit Bupropion versuchen da das diese Absetzerscheinungen und Stimmungsschwankungen lindert, innerlich ruhig macht und eben auch gegen Positiv- und Negativsymptome der Erkrankung wirkt, meiner Meinung sogar besser aber muss man sehen ob es später ohne Neuroleptikum geht. Wenn man auf ein Neuroleptikum so verzichten kann macht das sehr viel aus vom gesundheitlichen Wohlbefinden und allem, aber schon der unterschied zwischen Risperidon und Abilify sollte enorm sein.

Bitteschön :)

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Der beste Weg wäre herauszufinden, warum er bei manchen Dingen übersorglich ist. Meine Freundin hatte sowas auch. Bei ihr war das Internet das Problem. Sie laß jedesmal gestörte Dinge aus dem Internet. Ich habe ihr das Handy weggenommen und schon ist alles wieder beim alten. Wenn ihr gläubige muslime seid, würde ich "cin mektubu" einrahmen und an die Wand hängen. 

Am besten wäre es aber auch ihn einfach zu fragen warum er diese Tabletten nimmt und das die nicht für Alergien sind usw.. einfach mit ihm darüber reden.

Elhamdullilah wir sind Muslime. Ich glaube das es bei ihm schon etwas ernster ist habe auch viele Dinge nicht erwähnt und ich hoffe das er nicht stark unter dieser Krankheit leidet. Danke für die Antwort

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Zu meiner Qualifikation bin angehender Arzt und hab auch schon in der Psychiatrie gearbeitet wo ich hauptsächlich mit Schizophrenen zu tun hatte. Das Verhalten deines Mannes erinnert in der Tat an eine sehr leichte Form der Schizophrenie. Versuch mehr über seine Gedanken herauszufinden und überprüfe ob formale denkstörungen vorliegen. Besonders interessant ist dass dein Mann risperidon nimmt!! Wo bekommt er das Medikament her? Ist er arzt?

Ich bin sauer auf mich selber weil ich das alles nach einem Jahr ehe erfahre. Hab mit seiner Mutter geredet bin mit ihr eigentlich verstritten. Sie hat das abgelehnt und gemeint er wäre vor paar Jahren aus Beschwerden von wegen er hätte Hals schmerzen und das Gefühl seine Zunge zu schlucken ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt hätte gesagt er bildet sich das ein und hat ihm darauf hin risperidon verschrieben. Die wollte nicht wirklich auf das Thema eingehen und dann wollte ich auch nicht mehr Weiter fragen. Ich glaube auch das er nicht so stark und der Krankheit leidet und hoffe das er gesund wird. Danke  für Ihre Antwort

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@Leylanur96

Das kann ich mir kaum vorstellen! kein Arzt verschreibt einem Patienten über Jahre ambulant Risperidon, welches ein sehr starkes (und übrigens auch ein sehr teures) Neuroleptikum ist und fast ausschließlich bei Schizophrenie angewandt wird wegen ein paar Körpermissemfindungen! Ich habe den Eindruck du bist nicht wirklich gut informiert kläre unbedingt genau ab welche Medis dein mann wie oft in welcher Dosierung und vor allem wofür nimmt!

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Ja informiert bin ich leider null. Habe es vor kurzem erfahren. Er sagt das er die Tabletten nimmt wegen seinem Hals. Und will irgendwie nicht verstehen das diese Tabletten keine halsbonbons sind. Er sagt er würde zu seinem Hausarzt gehen und sagen er bräuchte was gegen seine Atemnot und sein Arzt würde ihm risperidon verschreiben. Das klingt für mich ebenfalls absurd und unlogisch. Ich werde mal mit seinem Arzt sprechen danke.

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