Leiden Autisten öfter unter Depressionen?

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6 Antworten

Es ist wohl eine durchaus nicht seltene Komorbidität, soweit ich weiß. Eine Studie kenne ich dazu allerdings auch nicht.
Ich denke, es hängt auch vom Charakter ab, aber Autismus hat durchaus das Potential, im Leben eine Menge Frustration zu bringen. Und da kann dann schon auch eine Depression daraus werden. Vielleicht häufiger, wenn der Autist nichts von seinem Autismus weiß. Manchen Autisten hilft es dann sehr, die Diagnose zu bekommen und zu wissen, warum dies und das in ihrem Leben anders ist. Manche reflektieren sich dann neu und bewerten ihre eigenen Wertvorstellungen neu und werden so vielleicht zufriedener oder finden ganz neue Wege oder eine passendere Lebensart für sich.
Aber das alles wird so nicht auf alle Autisten zutreffen.

Was ich auch weiß, ist, dass bei Autisten oft eine Depression diagnostiziert wird, wo gar keine ist.
Ich zum Beispiel habe mitunter einige typische Symptome einer Depression (Erschöpftheit und sowas), aber sie gehören zum Autismus. Was fehlt sind die Depressions-Symptome, die mit innerer Leere, Traurigkeitsgefühl und solcherlei Dingen zu tun haben. So wollte mich ein Hausarzt mal zu einem Psychiater schicken, lang vor meiner Autismus-Diagnose, weil er meinte, ich hätte wahrscheinlich Depressionen. Was ich hatte, war aber Autismus und Liebeskummer. Und das sah dann zusammen durchaus nach Depression aus. Ich wusste aber, trotzdem ich nichts von meinem Autismus wusste, dass es eine Depression nicht war.

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Kommentar von ViceT
28.10.2012, 01:11

Vielen Dank für die Antwort. Ich kann mir das mitlerweile gut Vorstellen.

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Unter depressiven Verstimmungen leiden Autisten verschiedenen Grades (Asperger?) wahrscheinlich schon häufiger als andere Menschen, weil auch heute noch die richtige Diagnose spät kommen kann und der Autismus dann häufig verkannt wird. Ich denke aber nicht, daß es von Haus aus eine angeborene Disposition zu endogenen Depressionen gibt. Jedenfalls habe ich noch nie davon gehört. Gruß, q.

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Kommentar von ViceT
26.10.2012, 20:33

Vielen Dank. Ich denke auch dass Autisten durch Anpassungsschwierigkeiten ab und zu Existenzängste und damit Depressionen haben.

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Die Komorbidität zwischen Autismus und depressiven Störungen ist unklar, weil nicht systematisch untersucht. Einzelstudien ergeben, dass ca. 10% der mit Autismus diagnostizierten Menschen an psychiatrischen Störungen leiden, darunter scheinen depressive Störungen die häufigsten zu sein. Jedoch ist dies weniger, als bei berichteten Komorbiditäten anderer psychischer Störungen, so ist die Komorbidität bei Angststörungen und depressiven Störungen ungleich höher (fast schon Normalität). Insofern dürfte die Erkrankungsrate (und damit der Risiko) für Menschen mit Autismus, auch an einer komorbiden depressiven Störung zu erkranken, vermutlich nicht höher sein, als bei Menschen mit anderen somatischen, neurologischen oder psychiatrischen Krankheiten. Ein Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung exisitert bei Autismus mW nicht, eine Risikobewertung ist damit nicht möglich, von einem leicht erhöhten Risiko würde ich aber aufgrund der Einzelbefunde als Hypothese ausgehen.

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Viele Autisten leiden unter Depressionen, diese wird jedoch oft einfach mit bestimmten Syntonen von Autismus, z.B. Introvertiertheit, verwechselt. Eine Statistik habe ich nicht zur Hand, ich kann es also nicht beantworten. Ich persönlich hatte schon oft Depressionen, habe diese mittlerweile als Teil meines Lebens akzeptiert.

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Kommentar von ViceT
28.10.2012, 01:23

Dankeschön für die Antwort.

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Hallo ViceT,

ich denke, das kommt drauf an, ob der Autist selbst unter seinem "anders sein" sehr zu leiden hat oder nicht .......... auch wie das Umfelt und wie die Umwelt mit diesen Menschen umgeht, spielt eine grosse Rolle!

Da ein "Einsamsgefühl" oder ein "Andersseingefühl" unter Umständen sehr belastend ist, ist es schon möglich, dass ein Autist zudem Depressionen bekommt.

Ich kann mir auch vorstellen, ...... das Gefühl nicht verstanden zu werden tut auch ganz schön weh!

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Kommentar von ViceT
28.10.2012, 01:20

Vielen Dank. Deine Beschreibung kann ich gut nachvollziehen.

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das hat wenn eher etwas mit dem umgang mit ihnen als mit der grundkonstitution zu tun

aber da sie sich teilweise weniger bewegen, ist es wahrscheinlicher, dass sie ihren körper nicht so sehr genießen können

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