Leichte Körperverletzung, Strafmaß?

6 Antworten

Hallo jazon123,

ja das gute Strafmaß. Das ist eine Frage, die lässt sich eigentlich aus der Ferne nicht wirklich beantworten. Das hängt auch etwas von der Arbeitsbelastung des AG und der StA ab, gerade bei solchen "Kleinigkeiten".

Sagen wir mal so, im Extremfall würde es eine Geldstrafe geben. Das würde jedoch bedeuten, dass ein Verfahren angestrebt wurde und man sich gedacht hat: "Hier müssen wir ein Gerichtsverfahren eröffnen." So etwas kostet Geld und Zeit. Sehr unwahrscheinlich.

Nein ich würde davon ausgehen, dass sich die StA den Fall ansieht, den Sachverhalt beider Mütter sieht, die Einlassungen deines Freundes und ggf. der Polizei und sich dabei denkt: "Na das stellen wir mal ein."

Eine Einstellung wird wohl gegen Auflagen, eine kleine Geldauflage, § 153a StPO, erfolgen.

Dein Freund muss ferner bereit sein, bestimmte Auflagen oder Weisungen zu erfüllen, die geeignet sind, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen. Da wird man bei deinen Schilderungen davon ausgehen, dass dies bei einer Geldzahlung erfolgreich ist.

Dabei ist wichtig (!); Es handelt sich nicht um eine Strafe, sondern um eine freiwillige Zahlung. Das mag mitunter etwas "unseriös" sein und an freikaufen erinnern, aber bei einem solchen Fall wird das sicher niemand ernsthaft denken. Hat damit aber auch anderen Charakter als die Geldstrafe aus dem Strafverfahren, auch wenn das Ergebnis von außen nun vielleicht gleich aussehen mag.

So aber dazu bedarf es folgendes: das Gericht, der Beschuldigte und die Mutter des Kindes bzw. das Kind müssen hier "zusammenarbeiten"; Also Sagen, ja das wäre für alle Beteiligten so in Ordnung, wenn es gegen Geldauflage eingestellt wird. Das muss natürlich nicht unbedingt eine Geldzahlung sein, sondern kann ein Ausgleich des Schadens sein (den wir hier kaum haben) oder ähnliches.

Ich gehe also davon aus, dass es nach §§ 153 oder 153a StPO eingestellt wird. Alles andere, also die Eröffnung eines Verfahrens würde einen sehr wundern, ja gar verwundern, aber das hat mich das Recht und Justiz schon oft. Du siehst, es kommt etwas auf das Gericht, die StA und die Mutter bzw. das Kind an, deshalb ist eine: so ist es, das kommt raus. Aussage nicht wirklich machbar.


Schmitt-Kundig


Zuerst einmal, "leichte Körperverletzung" kennt ds Strafrecht nicht als Straftatbestand.

Es gibt die Straftatbestände:

Körperverletzung §223 StGB
gefährliche Körperverletzung §224 StGB
schwere Körperverletzung §226 StGB

In diesem Falle käme die Körperverletzung nach §223 StGB in Betracht da kein Hilfsmittel oder Gegenstand eingesetzt wurde

Somit wäre ein Strafmaß zwischen Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 5 jahren möglich.

Bleibende Schäden sind eigentlich nicht zu erwarten es sei denn ein findiger Staatsanwalt würde mittels Gutachter den Kindern bleibende psychische Schäden durch die Hetzjagd und anschließende Ohrfeigung attestieren lassen.

Dann käme auch schwere Körperverletzung nach §226 StGB in Betracht, das Strafmaß ist ungleich höher, dann gibt es nur noch Freiheitsstrafen zwischen einem bis zu 10 Jahren.

Die Bewertung obliegt der zuständigen Staatsanwaltschaft und der Gerichte.

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Lieber ZuumZuum,

deine Ausführungen sind sehr interessant. Allerdings auch etwas undurchsichtig, da du genau zwischen leichter und einfacher Körperverletzung, Qualifikation usw. unterscheidest, nehme ich dies beim Wort.

[...] Gutachter den Kindern bleibende psychische Schäden durch die Hetzjagd und anschließende Ohrfeigung attestieren lassen.

Dann käme auch schwere Körperverletzung nach §226 StGB in Betracht

Das müsste aber ein lesenswertes Gutachten werden.

Fangen wir einfach an. Die seelische Beeinträchtigung erfüllt den Tatbestand des § 223 Abs. 1 StGB (Körperverletzung) grundsätzlich nicht, eine körperliche Auswirkung muss schon nötig sein. Wie weitgehend dies sein muss ist etwas umstritten. Aber auch ein Gutachten würde ein solches kaum zutage bringen.

Gleichwohl käme dadurch keine schwere Körperverletzung nach §§ 223 Abs. 1, 226 StGB in Betracht. Wir gehen doch davon aus, dass sich ein Schlag auf den Hinterkopf nicht der weise äußert, dass jemand in eine geistige Krankheit oder Behinderung verfällt. Hier sind ganz andere Straftaten umfasst, gleichzeitig ist es eine Strafzumessung kein eigener Straftatbestand.

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Ein solcher Beitrag macht dem Fragesteller doch nur unnötige Angst. Zumal er eher in einen Hollywoodfilm passt und nicht so sehr zu der genannten Frage.

Schmitt-Kundig

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@SchmittKundig

Nichts desto trotz gibt es den Straftabestand "Leichte Körperverletzung" nicht im StGB. Dem oder der FS/rin Angst zu machen liegt mir fern aber das liegt nun mal in der Natur des Strafrechtes begründet und dies soll ja auch eine abschreckende Wirkung erzielen.

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Ich denke nicht dass es mehr als eine kleine Geldstrafe nach sich zieht (wenn überhaupt).

Mal abgesehen davon, wie alt waren die Kinder? Beleidigungen sind ja durchaus auch Straftatbestände. Vielleicht also die Mutter darüber aufklären, die dann zB die Anzeige zurückziehen könnte etc.

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unter 14 leider ..... die Polizei hat das versucht (die waren auch der meinung, es ist übertrieben .....)

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@jazon123

Schade, ich würde vielleicht noch mal versuchen mit der Mutter zu reden (ihr klarmachen wie daneben sich ihr Kind benommen hat).

Ansonsten weiß ich auch nicht, was alles passieren kann, vielleicht wird das Verfahren ja auch eingestellt (mal ehrlich, ne Schelle auf den Hinterkopf ist ja wirklich nichts schlimmes und in diesem Fall meiner Meinung nach verdient), aber aufjedenfall viel Glück!

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