Leichte Depression aufgrund Homosexualität

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7 Antworten

Hi LucaPristel,

hier aus dem kurzen Beitrag einen Ratschlag zu geben ist schwierig, da nicht ganz klar wird, wo genau das Problem liegt ...

Liegt für dich das Problem darin, dass du diese Grübelphasen hast, die deine Stimmung senken oder darin, dass du schwul bist? Je nachdem müsste man das unterschiedlich betrachten.

Ich fange mal mit zweiterem an: Dass du schwul bist, ist nur so ein großes Problem, wie du dir daraus machst. Prinzipiell kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen: Es gibt weitaus schlimmeres im Leben als schwul zu sein. Du kannst dir das nicht aussuchen, es ist einfach so. Man kann sich seine Körpergröße oder sein Geschlecht auch nicht aussuchen, es gehört einfach dazu. Ich bin auch schwul, und ich habe ein ganz normales, glückliches Leben, ich habe einen tollen Partner, und vermisse es auch nicht, heterosexuell zu sein. Schwul zu sein muss also kein Problem sein. Wenn du deswegen Depressionen hast, dann hilft es vielleicht zu erkennen, dass es normal ist und dass es noch viele andere Schwule gibt, die das gleiche wie du durchgemacht haben. Kontakt zu anderen suchen und einfach mal mit jemandem darüber reden kann da Wunder wirken.

Wenn du aber von den "Grübelphasen" schreibst und "ich kann es halt net ändern, dass ich schwul bin", dann lese ich da raus, dass deine Depressionen, eben damit zusammen hängen. Wenn du darüber grübelst, ob es richtig ist, schwul zu sein, oder ob du irgendwie dich doch einfach dafür entscheiden solltest, ein hetero-Leben zu führen, dann kann ich das gut nachvollziehen - solche Phasen hatte ich auch, ich denke, diese Fragen stellt sich jeder Schwule irgendwann. Mein Ausweg aus der Situation war es damals gewesen: Augen zu und durch. Als ich mir selbst einmal eingestehen konnte, dass ich schwul war, hab ich dann irgendwann aufgehört, mir das Hirn darüber zu zermatern, wie alle reagieren würden. Ich war damals so mies drauf, dass mir damals alles egal war. An dem Punkt hab ich mir dann gedacht - schlimmer kann es nicht mehr werden, also hab ich mich einfach bei den Menschen geoutet, die mir im Leben wichtig waren. Und im Endeffekt war das schlimmste daran die Angst im Vorfeld vor den Reaktionen gewesen, nicht aber die Reaktionen selbst. Ich habe bisher noch nie eine negative oder ablehnende Reaktion darauf bekommen, dass ich schwul bin! Mein Ratschlag wäre es, einfach die Grübelphase überspringen, direkt outen, wenn es dir wichtig ist, und der Rest kommt danach. Du kannst zwar nicht wissen, wie die Reaktionen sein werden, aber sich darüber den Kopf zu zermatern wie sie sein könnten war für mich um vieles schlimmer als das, was dann tatsächlich kam (nämlich keine Ablehnung oder irgendwas dergleichen).

Also ich kann dir eigentlich nur ein paar kurze Ratschläge mit auf den Weg geben:

Nur weil du schwul bist, bist du nicht auf einmal eine andere Person!

Du kannst dir nicht aussuchen, schwul zu sein, aber du kannst selber bestimmen, wie du damit umgehen möchtest. Kleiner Tipp: Hör nicht auf die anderen, sondern nur auf dich!

Hör mit dem Grübeln auf - das zermürbt. Versuche herauszufinden, was dein Kernproblem ist, über das du grübelst und arbeite daran. Ist es das Problem, dass du überhaupt schwul bist, dann kann ich dir nur raten einfach Kontakt zu anderen zu suchen. Ist das Problem, dass du nicht weißt wie dein Umfeld reagiert - dann konfrontier es einfach. Es werden vielleicht nicht alle Reaktionen positiv sein, aber zumindest musst du dir dann keinen Kopf mehr darum machen, wie es sein könnte.

Was mir immer geholfen hat, und auch jetzt noch hilft, wenn ich emotional mal durcheinander bin: Joggen. Eine Stunde durch den Wald, ordentlich den Kreislauf in Gang bringen, den Körper ein wenig Stress abbauen und ein paar endorphine aufbauen lassen und schon sieht die Welt nicht mehr so traurig aus! (und es ist gut für den Körper!)

Liebe Grüße und viel Glück!

Naja... die Grübel-Phase bleibt wohl den wenigsten völlig erspart - also soll heißen: das ist "normal" und kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Du grübelst über die Folgen nach, wenn es jeder wüsste, oder? Also was denken/sagen die Eltern, Verwandtschaft, Klassen-Kumpels, der komplette Freundeskreis? Wer wird dich wohl noch mögen, wer einfach ignorieren und welche Person in deinem Umfeld gehört zu den bescheuerten paar Prozent, die - warum auch immer - nicht einfach die Klappe halten und sich ihren Teil denken können sondern dich dann mobben, dissen, hintenrum-hetzen...? Ich denke, siede oder ähnliche Fragen "quälen" dich, nicht?

Du könntest natürlich solche Ratschläge beherzigen, die dir raten, dich abzulenken und einfach "damit klar zu kommen". Dass das weder langfristig noch überhaupt eine "Möglichkeit der Problembewältigung" ist, dürfte dir hoffentlich klar sein!? Du musst dich also schon damit auseinander setzen - und zwar ruhig auch mal mit "depressivem Grübeln" aber eben auch durch Info-Gewinnung auf guten und objektiven Seiten wie dbna.de oder schwulejungs etc. Da kannst du aus "sicherer Entfernung" die Beiträge von anderen studieren, wie sie damit umgegangen sind, wie erleichte sie nach dem 1. oder 2. Outing bei Familie bzw. besten Freunden waren und wie schnell man sich dann "wieder gut" fühlt - oder zumindest besser.

Natürlich kann und werde ich dir nicht konkret zu einem Outing raten - das musst du dann schon selbst abwägen, ob-wann-wo du das anpacken willst. Und auch wenn du dich - erst mal - nirgends outest... du könntest es wenigstens mal SciFi-mäßig in Gedanken durchspielen und male dabei nicht allzu schwarz: die meisten reagieren schon positiv darauf - zumindest nach dem ersten "ich-muss-das-erst-mal-gedanklich-verarbeiten"-Moment ;-)

Auch könntest du dich mit anderen Schwulen austauschen und so auch mal etwas "tiefer gehende Fragen zum Thema" stellen, ohne - wie hier leider auch oft - dümmliche Beiträge oder gar Anfeindungen zu ernten. Zudem ist dann auch ein persönlicher Kontaktaufbau möglich und egal was die anderen sagen: wenn es dir taugt / gut tut, dann lass dich nicht davon abbringen - auch wenn Kommentare wie "die wollen doch eh nur alle das eine..." kommen. Vlt. findest du so ja gleich deinen ersten "schwulen Freund" oder gar schon den ersten "Mr. Right" ;-)

Also mach dich net verrückt (bzw.: lass dich net verrückt machen) und stöbere einfach mal im Netz, was es vlt. sogar bei dir vor Ort für schwule Jugend-Treffs oder dergl. gibt.

Viel Erfolg

OMG
Ich kann mich voll und ganz mit deiner Frage identifizieren.
Ich habe/hatte genau das gleiche Problem, bloß mit nur 2 Unterschieden:
Ich war depressiv, weil ich keinen festen Freund habe und mich alleine fühlte. Und ich bin 17 :P

Habe es jetzt aber weniger, da ich mir ein Hobby gesucht habe, was meine freie Freizeit (wenn ich nichst mit Freunden mache oder so) voll und ganz ausfüllt.
Somit komme ich auf andere Gedanken.

Und wer weiß, vll hilft es dir auch, wenn du dir ein Hobby suchts, welches du immer dann machst, wenn du merkst, dass du depressiv wirst.

MfG Mike

P.s.: EIns habe ich noch nicht ganz verstanden: Bist du depressiv, weil du Schwul bist oder wegen dem, worüber du dann Grübelst????

homosexualität bietet keienn grund depressiv zu sein ;-) vielleicht der punkt, dass du das gefühl hast dich verstecken zu müssen oder die unerfüllte liebe, aber nur wegen der neigung musst du dich wirklich nicht schlecht fühlen... Versuch einfach das beste daraus zu machen und mit 14 wird sich doch wohl hoffentlich nicht dein ganzer tagesablauf nur um deine sexualität drehen, oder? wenn du jemand siehst, der dir gefällt, schau hinterher... wenn ihr unterwegs seit und du deinen spaß hast udn lachst - genieß es

und wenn du dann abends zu hause bist, denk an solche momente und mach dich nicht selbst fertig... wir leben zwar mittlerweile schon in einer recht toleranten welt, aber die engstirnigkeit ist vielen leuten einfach noch immer auf die stirn geschrieben... deshalb solltest du dich aber nicht schlecht fühlen oder dir gedanken machen... es ist alles in ordnung mit dir - und du bist auch nicht anders oder so... du kannst genauso gefühle einem anderen menschen zukommen lassen wie jeder andere, du kannst verletzt werden und dein herz kann beim anblick einer bestimmten person höher schlagen... alles gaaanz normal, vergiss das nicht ;-)

lg eyesonly

Würdest du denn gerne ändern wollen, dass du schwul bist? Nun, ja, da hast du recht: das kannst du nicht. Und mit dieser Erkenntnis ist ja längst noch nicht alles bei dir fertig. Es beginnt vielmehr ein Prozeß, in dem du für dich entwickelst, wie du mal leben willst/wirst. Das klingt vielleicht etwas hochgestochen, meint aber letzendlich, was das "er-wachsen"-werden ausmacht: deinen Platz zu finden im Leben abseits des Schutzes deiner Eltern. Das ist für niemanden einfach; insofern befindest du dich in bester Fesellschaft! Wenngleich mit ein paar "Besonderheiten" denn unsere "Gesellschaftsschablone" ist und bleibt Heterosexuell. Aber es gibt Gruppen und Einrichtungen, wo du dich mit Gleichaltrigen austauschen kannst. Und die Erfahrung, nicht alleine zu sein, kann ja auch schon hilfreich sein!

Alles Gute für dich und viel Glück!

ablenken ... tu irgendwas was die spaß macht

und, auch wenn du es nicht willst, du solltest zum arzt gehen ... auch wenn du nur grübelst es besteht immer das risiko das es schlimmer wird... glaub mir hab erfahrung mit depression

lern mit deinen gefühlen klar zukommen ;) was anderes bliebt dir nicht übrig als zu lernen mit dir selbst kler zukommen!

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