Leiblicher Vater will halbes Sorgerecht. Obwohl er keinen Unterhalt zahlt. Was kann man da machen?

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6 Antworten

Wenn der Vater das gemeinsame Sorgerecht beantragt, wird er es auch erhalten.

Dass er es nun "plötzlich" will, könnte ggf. damit zusammenhängen, dass es ihm bis "vor Kurzem" noch verwehrt werden konnte.

Bis 2012 bekamen die nicht mit der Kindsmutter verheirateten Väter nur dann das gemeinsame Sorgerecht, wenn die Kindsmutter dem zustimmte. Viele Mütter sahen das Kind leider als ihr "Eigentum" an, machten ihre Zustimmung manchmal sogar von Unterhaltszahlungen o. ä. abhängig....

Dies ist nun nicht mehr möglich. Jeder Vater, der seine Vaterschaft anerkannt hat, hat somit auch einen Anspruch auf das gemeinsame Sorgerecht und dieses darf ihm - auch gegen den Willen der Kindsmutter - nicht verwehrt werden, solange das Wohl des Kindes nicht in Gefahr ist.

Letzteres kann hier wohl ausgeschlossen werden, da der Vater ja regelmäßig Kontakt zu seinem Kind hat.

Das Sorgerecht ist - wie auch das Umgangsrecht - unabhängig von Unterhaltszahlungen. 

Viele Väter, die selbst wenig verdienen und nicht in der Lage sind, ausreichend Unterhalt zu zahlen, sind trotzdem gute Väter.

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Es gibt kein halbes Sorgerecht, nur das gemeinsame.

Das gemeinsame wird er bekommen, ob die Mutter nun will oder nicht.

Die Mutter scheint hier ihrer Pflicht nicht nachzukommen, auf das Kind positiv gegenüber dem Vater zu wirken.

Lange Fahrten sind langweilig, da hat das Kind Recht. Es muß sie aber hinter sich bringen.

Der Unterhalt hat weder mit dem Umgang noch mit dem Unterhalt etwas zu tun.

Wenn der Vater nicht arbeitet, dann kann er nun mal keinen Unterhalt zahlen. Wenn er einfach nur nicht will, dann hätte das Jugendamt ihn schon längst gepfändet.

In wie weit er daran schuld ist, das muß dann das Jugendamt bewerten.

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Kommentar von Sabaa41014
06.01.2016, 12:44

Dass die Mutter Ihrer Pflicht nicht nachgeht. Dies sagt auch immer der leibliche Vater. Das stimmt nicht. Wir reden sogar oft auf den Jungen ein, wie schön es doch auch beim Papa ist und der Papa ihn doch auch mal sehen will und was mit ihm machen möchte. Wir reden also nicht negativ auf den Leibesvater

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dann macht der vater doch alles richtig. er kümmert sich um sein kind und hat regelmäßig umgang mit dem kind. die entfernung ist nicht die welt, immerhin reden wir von max. einer stunde fahrzeit. völlig in ordnung. kind freut sich sicherlich beim kv über den umgang. und natürlich fühlt er sich dort auch wohl. vielleicht lässt du einfach mal das negative denken in der situation. du versuchst das kind zu manipulieren. das steht dir allerdings nicht zu.

der vater hat beste chancen auf das gemeinsame sorgerecht. die frage ist warum er es nicht schon längst hat und die eltern es nicht gemeinsam schon vor jahren gemeinsam erklärt haben.

die mutter sollte hier clever sein und im sinne des kindes agieren. das wäre zum jugendamt zu gehen und gemeinsam einen termin auszumachen für die erklärung des gemeinsamen sorgerechtes. das kostet sie wenigstens kein geld. wenn er erst klagen muss, dann kommen gerichtskosten und anwaltskosten auf die mutter zu. und ein solches gerichtsverfahren wäre sinnfrei abzuwarten, da er definitiv recht bekommt. es stellt die mutter in ein negatives licht, da sie nicht bindungstolerant erscheint.

ich begreife nicht warum IHR darüber irgendwo verzweifelt seit. es ändert sich doch nichts für die mutter. die meisten entscheidungen trifft sie weiter allein, es ist nur 2-3 mal das der vater involviert wird bei entscheidungen. sollte ihr aber etwas zustoßen ist das kind sofort abgesichert und kann zu seinem vater ziehen und dieser kann sofort entscheidungen zum wohl des kindes treffen.

du solltest die km bestärken in dieser entscheidung, das gemeinsame sorgerecht zu bestärken. ansonsten halte dich aus den kommunikation der eltern raus. diese treffen entscheidungen für und über das kind, dich involviert das alles nicht.

ob der vater unterhalt zahlt oder nicht, interessiert in der situation, da es nichts mit sorgerecht oder umgang zu tun hat. wie du das kombinieren kannst, ist unklar.

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Das gemeinsame Sorgerecht hat genau wie der Umgang nichts damit zu tun, ob Unterhalt geleistet wird oder nicht.

Seiner Ansicht nach ist dies nicht möglich, da er zur Zeit keinen Job
hat und er mit den Kosten für den Lebensunterhalt (Auto, Miete,
Lebensmittel etc.) es nicht schafft zu zahlen..

Da hilft letztlich nur, einen Arbeitgeber zu suchen, der ihn einstellen würde. Verweigert er sich, kann der Unterhalt nach den fiktiv möglichen Gehalt berechnet werden.

In mehreren Gerichtsverfahren (sogar beim Oberlandesgericht) hat das
Jugendamt das Geld, das wir als Unterhalt von dem Amt bekamen zurück
verlangt.

Sobald die Mutter heiratet entfällt der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss bzw. Ersatz.

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wenn er berechtigt keinen Unterhalt zahlt (weil nicht leistungsfähig), dann kann man da nichts machen, entscheidet dann das Gericht. Trotzdem hat er ein Anrecht auf das Sorgerecht, wenn er sich regelmäßig kümmert und das scheint ja der Fall zu sein.

Nach neustem Recht kann er das gemeinsame Sorgerecht beim Amt beantragen, das Jugendamt muss dann eine Stellungnahme bei der Mutter einholen und wenn sie keine eindeutigen Argumente vorbringen kann, warum er ein Sorgerecht haben sollte, wird er es wohl bekommen. Und ich sehe in eurem Fall keine Argumente, er kümmert sich ja und es besteht guter Kontakt.

Dass er die Fahrzeit nicht so doll findet, ist ja kein Argument.

Aber es ändert sich mit gemeinsamen Sorgerecht auch nicht so viel, denn er muss nur bei wichtigen Dingen wie weiterbildende Schule zustimmen. Alle Fragen des täglichen Lebens kann die Mutter eh weiter alleine entscheiden, z.B. welcher Verein, welche Freunde, welcher Arzt, da hat er nichts zu sagen.

Nur bei Entscheidungen, die das Leben deutlich beeinflussen. Es geht daher genauso weiter wie bisher.

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Kommentar von blumenkanne
09.01.2016, 17:32

er kann es nicht beim jugendamt beantragen. er kann dort seinen teil der erklärung ausfüllen, die mutter kann er auffordern das zu unterschreiben. das muss sie aber nicht und das jugendamt ist auch nicht berechtigt eine stellungnahme von ihr zu verlangen. das wäre eine weite überschreitung von kompetenzen.

er kann es gerichtlich beantragen, dort wird ein veto der mutter erwartet und dann eine stellungnahme dazu. dann wird erörtert zum wohle des kindes. in der regel ergibt das gsr.

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Wenn der Vater die Unterhaltszahlung verweigert, ist das ein Grund, ihm das (Mit-)Sorgerecht weiterhin vorzuenthalten.

Anders ist das natürlich, wenn er gar nicht in der Lage ist, zu zahlen. Das hat dann mit dem Umgangsrecht nichts zu tun.

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Kommentar von Menuett
06.01.2016, 12:23

Nein, das ist kein Grund, das Sorgerecht vorzuenthalten.

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Kommentar von martinzuhause
06.01.2016, 19:02

in deutschland ist es zum glück so das man das sorgerecht nicht "erkaufen" muss. es ist ein recht. das darf nur eingeschränkt werden wenn der vater dem kind damit schaden würde. das macht er nicht.

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