Lehrerin werden trotz Borderline?

13 Antworten

Du bist noch sehr jung und wirst im Laufe der Zeit noch nachreifen. Du hast deine Probleme erkannt und nutzt auch gezielt die vorhandenen psychotherapeutischen Angebote, um diesen Entwicklungsprozess zu unterstützen.

Natürlich hat man es als Leher mit vielen Menschen zu tun und vor allem natürlich mit jungen Menschen, die in ihren Gefühlen noch sehr unkontrolliert sind. Die Schüler brauchen also gerade hier einen Gegenpol in Form eines Lehrers, der hier Grenzen setzt. Das kann für dich möglicherweise eine zusätzliche Herausforderung sein, distanziert zu bleiben und dich nicht davon mitreißen zu lassen. Jedoch sind Privat- und Berufsleben immer zwei unterschiedliche Bereiche. Ich kenne selbst einen Lehrer, der privat immens instabil ist, inklusive ständigen Suizidgedanken, Esstörung, einem praktisch nicht vorhandenen Selbstwertgefühl und so weiter. Dennoch ist er in der Schule ein absolut souveräner, engagierter und zuverlässiger Lehrer, der insbesondere von seinen eher leistungsstärkeren Schülern auch geschätzt wird. Die Schule mit seinem klaren Stundenplan und den klaren Rollenverteilungen zwischen Lehrer und Schüler bieten ihm die nötige Sturktur und Sicherheit, sodass seine privaten Schwierigkeiten dann kaum noch eine Rolle spielen. Möglicherweise kann deine eigene Problematik sogar ein Vorteil sein in manchen Situationen, weil du dich auch besser in die emotionalen Konflikte von Kindern und Jugendlichen hineinversetzen kannst als einige deiner Kollegen.

Wenn du voll und ganz zu deinem Berufswunsch stehst, dann, so finde ich zumindest, solltest du dich nicht von deinen psychischen Schwierigkeiten daran hindern lassen, diesem auch nachzugehen. Im Gegenteil: Du solltest es als Herausforderung sehen, es trotz der ungünstigen Voraussetzungen zu schaffen. Genau das kann letztendlich der entscheidende Antrieb sein, an dir selbst zu arbeiten. Jeder hat auf seine ganz eigenen Defizite. Würde man sich deswegen immer gleich jeglicher Lebensaufgabe entziehen, müsste letztendlich so ziemlich jeder Mensch seine Vorhaben aufgeben, bevor er überhaupt damit angefangen hat.

Was die Sache mit dem Amtsarzt betrifft, da kenne ich mich leider nicht so gut aus, jedoch gehe ich davon aus, dass es auch hier Wege gibt. Letztendlich muss man mit seiner Vergangenheit ja nicht überall hausieren gehen. Narben können unterschiedlichster Herkunft sein, man muss sich ja kein "Ich bin Borderliner"-Schild auf die Stirn kleben und offen verkünden, dass man sich früher mal selbst geschnitten hat, um Druck abzulassen oder aus sich aus seinen dissoziativen Zuständen herauszuholen. Man hat auch die Freiheit, seine eigenen Grenzen gegenüber anderen Menschen zu wahren, egal, ob es sich um einen Amtsarzt oder sonstige scheinbare "Autoritäten" handelt. Ich würde dieses Problem zunächst einmal komplett zurückstellen. Damit kannst du dich immer noch beschäftigen, wenn es so weit ist. Zunächst einmal wirst du genug Energie darin investieren müssen, dein Studium zu meistern.

Man muß beim Amtsarzt wahrheitsgemäß antworten und ärztliche Unterlagen vorlegen. Verschweigen von Vorerkrankungen ist ein Entlassungsgrund. Es wird niemand als Beamter zur Probe eingestellt, der Anlaß zu der Vermutung gibt, dass seine Krankheiten den Staat teuer zu stehen kommen.

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@Akka2323

Wie gesagt, ich habe keine persönlichen Erfahrungen damit, deswegen kann ich da keine verlässlichen Empfehlungen geben. Ich habe lediglich nahen Kontakt zu zwei Lehrern, von denen ich ein paar Erfahrungsberichte kenne. Deswegen kann ich da auch keine verlässlichen Informationen bieten.

In keinem Fall aber würde ich mir meinen Berufswunsch von einer irgendwann in mehreren Jahren anstehenden Amtsarztuntersuchung schon im Vorfeld vermiesen lassen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird man dann auch Wege finden. Bis es soweit ist, hast du auch noch einige Zeit, dich mit deiner psychischen Problematik auseinanderzusetzen und insbesondere deine "äußerlichen" Symptome wie Selbstverletzung und Esstörung in den Griff zu bekommen. Wenn man zum Zeitpunkt der Untersuchung eine hinreichende psychische Stabilität vorweisen kann und die Narben dann schon Jahre alt sind, sieht die Sachlage für dich auch wieder besser aus. Ich finde, ein klares (in diesem Fall berufliches) Ziel zu haben, kann ein toller Motor sein, sich auch aktiv mit seiner Symptomatik zu beschäftigen.

Vielleicht kannst du auch schon im Vorfeld den örtlichen Amtsarzt kontaktieren und mal fragen, wie das genau in Fällen mit Vorgeschichten psychischer Erkrankungen gehandhabt wird.

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Dies kann man nicht verallgemeinern! Ein gutes Selbstwertgefühl ist aber definitiv ein Vorteil als Lehrer. Ob Schüler/ Klassen dich fertig machen, liegt nicht nur an deinem Selbstbewusstsein, sondern auch am Unterricht, da sie dich dann mehr respektieren. Ein guter Unterricht kann durchaus ein schlechtes Selbstwertgefühl ausgleichen!

Man darf aber nicht vergessen, dass so manch angehender Lehrer erstmal von den Fachleitern, prüfern im Ref. "fertig gemacht" wird bzw. sich fertig machen lässt- ohne Vorerkrankung.

Zum Thema guter Unterricht als Ausgleich für ein mangelndes Selbstbewußtsein.Das mag für die gymnasiale Oberstufe gelten, in der das pädagogische Arbeiten zurücktritt und man reiferen Schülern gegenübertritt. Jüngere Schüler in der Pubertätsphase zeigen da ein anderes Verhalten. Schüler mit Problemlagen sind auch in der Schule verteten und da bedarf es auf jeden Fall einer starken Persönlichkeit.

Man darf auch die Konflikte unter den Schülern selbst nicht vergessen. Diese werden in der Klasse oder auf dem Schulhof ausgetragen - psychisch oder auch physisch.

Ein Lehrer ist heutzutage nicht nur ein Fachlehrer, sondern auch Pädagoge und Sozialarbeiter.

Stimmungen und Konfliktsituationen müssen ausgehalten werden. Dafür bedarf es einer starken Persönlichkeit, Durchsetzungsvermögen und der Fähigkeit, sich emotional zu distanzieren.

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Die Frage ist wohl vielmehr ob du dir selbst dieser Verantwortung bewusst bist und auch soviel Verantwortung für Kinder übernehmen willst/kannst. Ob du selbst stabil genug bist um adäquat auf Stresssituationen zu reagieren. Offensichtliche Vernarbungen können in der Tat ein Problem darstellen..

Frage: Warum können die Narben ein Problem werden? Ich habe auch Narben am rechten Arm, aber die stammen vom übermütigen Raufen/Spielen mit meiner Katze, als ich 8 Jahre alt war. Und eben diese Narben werden bei mir auch des öfteren "falsch interpretiert", wenn du verstehst was ich meine. Also ich sehe momentan keinen Grund irgendwem seine Narben zum Problem zu machen, daher meine Frage. Hoffe du kannst mir das erklären

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@blue3yed

Ritznarben unterscheiden sich deutlich von Unfallverletzungen. Meine Erfahrungen zeigten bisher das Menschen mit offensichtlichem selbstverletzendem Verhalten bzw. vergangenem selbstverletzendem Verhalten abgelehnt wurden weil eine gewisse Labilität vermutet wird. Das soll nicht entmutigen aber auch das kann eine mögliche Reaktion darauf sein.

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