Lehrer sagt Note öffentlich in der Klasse - Wo bleibt da der Datenschutz?

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8 Antworten

Benotete Klassenarbeiten sind Urkunden mit denen man sogar vor dem Verwaltungsgericht klagen kann. Denn die Noten, die der Lehrer drunterschreibt sind etwas so ähnliches wie behördliche Bescheide. Die Note auf dem Zeugnis stellt sogar einen Verwaltungsakt dar.

Natürlich darf ein Lehrer solche Entscheidungen nicht Personen mitteilen, die nichts damit zu tun haben. Das ergibt sich nicht nur aus dem Datenschutzrecht (z. B. dem Bundesdatenschutzgesetz) sondern auch aus den verwaltungsrechtlichen Vorschriften, die auch an staatlichen Schulen eingehalten werden müssen.

Bedauerlicherweise sind sehr viele Lehrer in dieser Hinsicht ahnungslos und/oder haben keine Lust sich mit diesem "staubigen, bürokratischen Kram" rumzuschlagen. Doch das entbindet niemanden von seinen Pflichten, sich an alle Gesetze zu halten.

Beschwere dich beim betreffenden Lehrer, evtl. bei der Schulleitung oder der Schulaufsichtsbehörde. Wenn du noch nicht volljährig bist, musst du deine Eltern einbeziehen.

 

Lisa1408 21.03.2011, 17:39

Vielen Dank. Ja, das ist schon ein sehr alter Lehrer und der weiß das bestimmt nicht, unterrichtet allerdings  Textverarbeitung usw. an einer Berufschule. Da müsste der das doch wissen!

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heinmueck scheint sich da auszukennen, insofern bist Du im Recht. Die Frage ist nun, was Du jetzt im Nachhinein tun willst.

Weiter unten hast Du geschrieben, dass Du Dich schriftlich beim Direktor beschweren willst. Dann tu das. Verlange eine Entschuldigung des Lehrers und behalte Dir vor, den Verstoß zur Anzeige zu bringen, wenn die Entschuldigung nicht kommt oder nicht ernsthaft ist. Nur mit Paragraphen zu winken ohne Konsequenzen anzudrohen, bringt nichts und wird nicht ernst genommen.

Nur wirst Du Dir damit untern den Lehrern keine Freunde machen und niemand kann Dir sagen, ob und wann Dich die Aktion nicht doch irgenwann in den Po kneift. Die Frage ist, ob nicht ein Gespräch mit dem Lehrer die geschicktere Lpösung ist.

Naja eigentlich darf der Lehrer das nicht. Aber viele machen es natürlich irgendwie trotzdem. Die Frage ist, was willst Du dagegen tun. Klar, wenn es Dich tierisch aufregt, dann sprich den Lehrer darauf an. Nach dem Unterricht, wenn alle anderen weg sind und dann sag ihm, dass Dir das total unangenehm gewesen ist. Dafür sollte er eigentlich Verständnis haben, wenn nicht, dann habt Ihr doch sicher einen Vertrauenslehrer, oder?

Ob Du diesen Weg gehen willst, kannst Du nur selbst entscheiden.

Lisa1408 21.03.2011, 17:28

Ich war in der Unterrichtsstunde gar nicht da! Das finde ich so unfair das der voll über mich lästert

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DatSchoof 21.03.2011, 17:30
@Lisa1408

Wie gesagt, Du hast komplett Recht. Das sollte er nicht tun und dürfen darf er es auch nicht. Ich würde ihn ansprechen, dann kannst Du das direkt mit ihm klären. Sag ihm einfach, wie Du Dich gefühlt hast und dann siehst Du wie er reagiert.

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Krass - in Abwesenheit jemanden schlecht machen. Das verstößt gegen den Datenschutz und lässt sich pädagogisch nicht begründen. Geh zum Lehrer und erkläre ausdrücklich, dass Du nicht damit einverstanden bist, dass Dich betreffende persönliche Dinge (und dazu gehören auch Noten) von ihm veröffentlicht oder sonstwie weitergegeben werden. Geh auch zum Direktor und erkläre das auch dort. Wenn der fragt, wie Du drauf kommst, erzähle ihm die Geschichte.

Laut neuesten Gesetzen ist das nicht mehr erlaubt.

 

Was ich persönlich nicht verstehen kann - jahrzehntelang (bei mir auch) wurden die Zensuren in der Klasse vorgelesen und es hat niemanden geschadet. Ihr sagt Euch doch untereinander auch die Zensuren, weil Ihr stolz oder auch traurig seid auf/wegen Eurer Leistung??????


Meiner Meinung nach wird es mit dem sogenannten Datenschutz in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens stark übertrieben - fast schon bis zur Hysterie. Da fehlt mir immer mehr der gesunde Menschenverstand.

Lisa1408 21.03.2011, 17:36

Natürlich sagen wir uns gegenseitig die Noten, aber da entscheiden wir selber. So wussten meine Klassenkameraden ja schon vor mir die Note und das finde ich scheiße und ich möchte mich gerne beschweren bei dem Lehrer und ihm auch zeigen das es gesetzeswiedrig war. Weißt du einen Paragraphen den ich ihm zeigen kann?

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RolfHoegemann 21.03.2011, 17:47
@Lisa1408

Tut mir leid, das weiss ich nicht. habt Ihr eine Schülervertretung an der Schule? Die könnten das wissen.

 

Aber ich an Deiner Stelle würde es nur deinem persönlich sagen, das Du das nicht so gut fandest, das er das gemacht hat. Eine Fünf ist zwar nicht so angenehm - aber sooooo Weltbewegend schlimm ist das doch auch wieder nicht, das man da sich und anderen unnütze Kopfschmerzen wegen des Vorgangs machen müsste.

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heinmueck 21.03.2011, 17:39

Ich kenne eine ganze Reihe von ehemaligen Mitschülern, denen diese Methoden durchaus geschadet haben. Gerade in der Schule wird bedauerlicherweise immer noch mit Instrumenten wie "Demütigung", "Gruppendruck" , "Angsteinjagen" usw. gearbeitet.

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RolfHoegemann 21.03.2011, 17:50
@heinmueck

Ich persönlich kenne niemanden, den das geschadet hat - aber in meiner Schulzeit (60er und 70er Jahre) waren wir alle wahrscheinlich "dickfelliger" (oder selbstbewusster?) als die nächsten Generationen. Wenn ich daran denke, was untereinander so ablief könnte ich mir vorstellen, das das heutige Schüler nicht so einfach damit klarkommen würden.

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Darf er eigentlich nicht machen.

Rede mit dem Lehrer darüber!

Lisa1408 21.03.2011, 17:27

Ich will nicht reden! Ich finde das unverschämt. Ich möchte mich schriftlich beim Direktor darüber beschweren!

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cowboy8 21.03.2011, 18:06
@Lisa1408

Dann tu das. Aber was willst Du damit erreichen?

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Diese Vorgehensweise war bei uns früher üblich, das war aber sehr förderlich für den Leistungswillen der Schüler., das nannte man Notenbesprechung.

Im Datenschutz gibt es keinen Paragraphen darüber, weshalb auch.

Lisa1408 21.03.2011, 17:37

Weißt du das genau? Bist du Rechtsanwalt oder kennst dich damit aus`?

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MarcSu 21.03.2011, 19:03
@Lisa1408

In "BASTAM: Schulrecht 2007" heißt es dazu: "Zur pädagogischen Verantwortung des Lehrers zählt auch der Umgang mit den Noten (Datenschutz!). Die Bekanntgabe von Noten vor der Klasse ist zwar rechtlich möglich, sollte dann aber in pädagogisch angemessener Form begründet werden. [...] Die Mitgabe von Klassenarbeiten an Mitschüler sollte nur in einem verschlossenen Umschlag erfolgen.

Quelle: <a href="http://www.4teachers.de" target="_blank">www.4teachers.de</a>

 
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WiseWolf 23.03.2011, 08:21

"Im Datenschutzgesetz gibt es keinen Paragraphen darüber"

Wie bitte? Das Bundesdatenschutzgesetz besagt, dass Daten, die einer bestimmbaren Person zugeordnet werden können, nur mit dessen Einwilligung verarbeitet werden dürfen (oder auf Basis einer gesetzlichen Grundlage). (BDSG §4 Abs. 1)

Die Note in einer Klassenarbeit stellt absolut ein personenbezogenes Datum dar. Das Vorlesen der Note ist nach BDSG eine unzulässige Datenverarbeitung bzw. -nutzung!

Ich will nicht übertreiben, aber im Grunde hat der Lehrer sich strafbar gemacht. (Ja, auch bei mir wurden früher die Noten vorgelesen, aber rechtens ist es nicht)

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