Lehrer glauben mir Krankheit nicht, was tun?

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4 Antworten

Hallo Cupcakeysam,

den meisten Migränepatienten geht es so wie dir. Was es bedeutet eine Migräneattacke zu haben, können nur die Menschen nachvollziehen, die selbst unter Migräne leiden oder die, die einen nahe stehenden Menschen kennen, der Migräniker ist.

Das Wichtigste hast du schon gemacht (viel mehr kannst du eigentlich nicht tun):

  • Ein Attest deiner Neurologin bei der Schule vorgelegt.
  • Zusammen mit deinen Eltern mit einem Lehrer (der weiß, was Migräne ist) über deine Krankheit gesprochen.

Ich habe seit 40 Jahren Migräne. Meine Tochter ist leider auch Migränepatientin und hatte ähnliche Probleme in der Schule, wie du.

Leider muss ich dir sagen, dass du von den Menschen, die von Migräne keine Ahnung haben, nur sehr selten Verständnis erwarten kannst.

Deinen engsten Freunden könntest du diesen Link schicken:

http://www.schmerzklinik.de/2014/02/04/was-man-menschen-mit-migraene-lieber-nicht-sagen-sollte/

Vielleicht können sie dich dann etwas besser verstehen…

Den „gewissen Lehrern“, die dir unterstellen, nur die Schule zu schwänzen, könntest du eine fachärztliche Beschreibung der Migräne aus dem Internet ausdrucken, z. B. diese:

http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/einfuehrung/

Menschen mit Migräne haben es im Leben sehr schwer. Zu den vielen Schmerz- und Fehltagen kommt auch noch das Unverständnis vieler anderer Menschen hinzu…

Lasse dich aber davon nicht entmutigen! Meine Tochter und ich haben es – trotz Migräne - auch geschafft, ein (halbwegs) normales Leben zu führen.

Vielleicht hilft es dir auch, dich mit anderen Migränepatienten auszutauschen, z. B. hier:

http://www.headbook.me/

LG Emelina


Danke für den Stern :)

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Ich verstehe das sehr gut, denn ich habe auch Migräne gehabt, seitdem ich 11 war. Die Tage, in denen ich in der Schule gefehlt habe oder mit schmerzendem Kopf in der Ecke gesessen habe, kann ich gar nicht zählen.

Wie reblaus schon sagt, gibt es die sog. Triptane, die, rechtzeitig genommen, oft einen Anfall verhindern können. Aber als Tipp rate ich Dir, Dich mal gründlich hinsichtlich Magen und Darm untersuchen zu lassen. Beide Orghanse sind oft schuld an Migräneanfällen und häufig hilft es, wenn man statt der Schmerztablette so etwas wie Maaloxan einnimmt.

Ich wurde komplett untersucht, ich nehme Magnesium und Vitaminb2 sowie Betablocker zur MIgräneprophylaxe, die Triptane vertrage ich nicht/die Migräne kommt zurück.

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@Cupcakeysam

Ich bin selbst Medizinerin. Auch an der Uni habe ich rumgehockt und in Präp-Kursen gefehlt, weil ich vor Schmerzen Amok gelaufen bin.

Der Vater meines besten Freundes, einer der weltbesten Narkoseärzte und Professor an unserer Uni sagte immer, wenn er mich sah, wenn ich mal am Magen oder Darm operiert würde, wäre das weg. Ich habe mich bald vor Lachen in die Ecke geworfen. Habe ihm gezeigt wo mein Kopf und wo mein Magen waren. Er ließ sich nicht davon abbringen und mein Freund sagte immer "Papa hat immer Recht!".

Ich habe nur noch mit Zäpfchen gelebt, keinen Schritt aus dem Haus gemacht, ohne diese Dinger in der Tasche, weil die Migräne bei mir mit starker Übelkeit verbunden war und ich gar keine Tabletten nehmen konnte. 2006 wurde dann, nachdem ich ansonsten bis auf die Migräne völlig gesund war, Morbus Crohn festgestellt, eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Einige Jahre später wurde ein Stück Darm entfernt. Ich bin in diese OP mit einem Migräneanfall gegangen, daß ich nur noch gebetet habe (was ich sonst nie tue), man möge mir doch endlich die Narkosespritze geben, damit ich ein paar Stunden Ruhe hätte.

Ich bin aufgewacht und habe seitdem nicht einen einzigen Migräneanfall mehr gehabt. Mal Kopfschmerzen wenn das Wetter umschlägt, aber das ist gar kein Vergleich.

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@Negreira

Ich denke, wenn die Migräne vererbt wurde, hat das wenig mit dem zu tun?

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@Cupcakeysam

Die Veranlagung wird vererbt, aber es bekommt sie nicht jeder. Meine Großelztern hatten z. B. nichts, meine Mutter dagegen war schmerzgeplagt. Bei meinen Kindern ist es nur mein Sohn, der Probleme damit hat.

Es sollte auch nur ein Tipp von mir sein. Ich habe es ja auch nicht geglaubt. Auch meine Kollegen in der Uniklinik Kiel, denen ich nach der OP davon erzählte, haben bestimmt gedacht, ich hätte nicht alle beisammen.

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@Negreira

Vielen Dank für Ihren tollen Bericht! "Der Tod sitzt im Darm" , bestätigt sich immer wieder. Ein drastischer Ausdruck, doch wird dem Bauchhirn immer mehr Bedeutung zugewiesen. Danke!

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@Belladonna1971

Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es vermutlich auch nicht glauben. Das war bei uns immer der geflügelte Ratschlag "Haste es im Kopf, haste es im Bauch" und "Papa hat immer Recht". Wir haben so gelacht.

Ich konnte mich gar nicht mehr erinnern, wie es als Kind ohne Migräne war, und bei aller Schwere meiner Erkrankung, leider, bin ich für jeden Tag froh, an dem ich keine Kopfschmerzen habe. LG.

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Rede mal mit deinen Eltern ob die eventuell zur Schulleitung gehen... Die müssen doch da was machen können! Wenn nicht musst du stark sein und  darüber stehen was andere von dir denken.

Ich hatte vor ein paar Wochen ein Gespräch mit meinen Eltern und dem Klassenlehrer, der sich am besten von allen verhalten hat(seine Frau hat auch Migräne), er hat auch gesagt, dass er mit den anderen Lehren reden würde, hat auch genützt, aber nur, bis ich zum nächsten Mal fehlte.

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Das ist ein typisches Problem von Menschen mit Migräne. Obwohl man mir meine Migräne meistens geglaubt hat, weil ich dann auch oft wirklich hohläugig und erbarmungswürdig aussehe.

Hast du dir schon mal von deinem behandelnden Arzt ein Triptan verschreiben lassen? Ich habe damit meine Migräne sehr gut in den Griff bekommen.

Alles Gute für dich!

Ich probiere gerade das 5. oder 6. Triptan aus, hat zwar gewirkt, aber zu wenig und nur mit Nebenwirkungen, ich komme damit nicht klar. Meine engsten Freunde sehen mir das zwar schon auch an, aber sie sagen trotzdem, dass es auffällig wäre, das verletzt mich natürlich.

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