Legale Führung von Böker Magnum Taschenmessern?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Na, dann korrigier ich dich mal:

Ein Messer gilt als Stichwaffe

Das WaffG kennt nur den Begriff der "Hieb- und Stoßwaffe". Definition: "Tragbare Gegenstände, die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, unter unmittelbarer Ausnutzung der Muskelkraft durch Hieb, Stoß, Stich, Schlag oder Wurf Verletzungen beizubringen."

Beispiele: Schwerter, Bajonette oder Dolche sind "ihrem Wesen" nach dazu bestimmt, jemand zu verletzen und gelten damit als Waffen. Mit dem Buttermesser aus dem Besteckkasten, einem Cutter-Messer zum Basteln oder dem ganz einfachen Schweizer Taschenmesser kann man zwar auch jemanden verletzen, diese Messer sind aber NICHT "ihrem Wesen nach" dazu bestimmt und gelten daher als Werkzeuge.

zweiseitig

Ein Messer mit symmetrischer Klinge und beidseitiger Schärfe nennt man Dolch und zählt als Waffe (s.o.)

zählen dazu auch jene Messer, die z.B. an der Oberseite ein gezacktes oder gesägtes Schnittmuster haben?

Nicht generell, es kommt IMMER auf die Zweckbestimmung des Messers an. Bei einem Rettungsmesser sind solche Eigenschaften gewünscht (z.B. zum Durchtrennen von Gurten) und vollkommen legal.

Zu den 3 Modellen 

Böker Magnum Black Boost
Magnum Four
Magnum Drop Point 

läßt sich auf jeden Fall sagen, daß es sich bei allen 3 Messern um einhändig zu öffnende und feststellbare Klingen (Liner Lock) handelt und somit das Führen verboten ist.

Bei dem Magnum Black Boost sehe ich außerdem auch typische Eigenschaften einer Waffe (z.B. Fehlschärfe am Rücken, geschwärzte Klinge), wodurch dieses Messer mMn auch als Waffe einzuordnen ist.

Böker selber schreiben: > " "Einhändig feststellbare" Messer sind ...

Diese Beschreibung ist zwar prinzipiell korrekt, aber a) fallen alle 3 von dir ausgewählten Messer in diese Kategorie (da einhändig zu öffnen und verriegelnd) und b) greift sie zu kurz, da auch Hieb- und Stoßwaffen unter das Führverbot von WaffG §42a fallen.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Wenn ich ein zweihändig zu öffnendes Messer auf einem der Modelle mache, ist die Führung legal, da die Arretierung alleine (nach Böker) nicht gegen das Gesetz verstösst? Böker liefern die Messer wohl mit entsprechendem Werkzeug.

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@TommyDF

Ganz so einfach ist das leider nicht:

- Ist das Messer als Hieb- und Stoßwaffe einzuordnen, ändert der Umbau von Einhand- auf Zweihandbetrieb diese Eigenschaft nicht, das Führverbot bleibt bestehen.

- Auch nach dem Umbau sind Einhandmesser sehr leicht zu öffnen, weswegen bei einer Kontrolle die Polizei oftmals nicht an Hand der Eigenschaften (Flipper, Daumenloch oder Öffnungspin) prüft, sondern den "Schnalztest" macht (Messer in die Hand nehmen, ruckartig aus dem Handgelenk "schnalzen" und schauen, ob die Klinge öffnet).

Rechtlich ist noch nicht abschließend geklärt, ob das wirklich ausreicht, aber das muß der Betroffene dann im Bußgeldverfahren anfechten.

- Je nach Verwendungszweck würde ich also eher ein feststehendes Messer mit einer Klinge < 12 cm, ein ganz normales Taschenmesser (Viktorinox o.ä) oder ein Multitool (Leatherman o.ä.) empfehlen.

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Richtg geschrieben  "Böker schreibt", (leider etwas missverständlich).. 

eine Vorrichtung zum einhändigen Öffnen UND eine Klingenarretierung aufweisen

Wenn es nur ein Merkmal hat , also entweder

NUR einhändig aufzumachen ist aber nicht arretiert

oder

nicht einhändig, also nur mit zwei Händen zuöffnen ist ,dann aber verriegelt 

dann ist es erlaubt, damit herumzulaufen (wenn man denn 18 ist)

So steht es auch im WaffGt:

"..einhändig zu verriegelnde Messer.." - also Messer, die mit einer Hand zu verriegeln sind, ob das nun ein Daumenpin, ein Flipper, ein Loch  oder eine recht große Nagelkerbe ist spielt keine Rolle!

Diese unterliegen dem Führverbot und dürfen "ausserhalb befriedetem Besitztum" (grob gesagt -zuhause ) nur in einem verschlossenen (nicht geschlossenen) Behältnis transportiert werden.

Also wenn du jedes dieser Messer mit einer Hand aufmachen kannst und es verriegelt irgendwie, sei es Backlock, Framelock oder ein anderer Lock, der eben wieder "gelöst" werden muß, damit man es wieder schliessen kann - Dann kannst du damit "draussen" nicht herumlaufen!

Was ist noch unklar?

Messer die nicht dem Führungsverbot unterliegen dürfen OHNE Altersbeschränkung geführt werden!

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@DrCyanide

Richtig War zu versessen, die wirklich unglückliche Definition von Böker allgemeinverständlich zu erklären, daß Ich automatisch wieder in die "Waffen"schiene gerutscht bin..

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Die von dir genannten messer haben alle eine vorrichtung zum einhändigen öffnen, sowie eine arrietierung. In deutschland darfst du also keines davon tragen.

Kein problem :)

Also um als einhandmesser zu gelten muss ein messer eine vorrichtung zum einhändigen öffnen sowie eine arrietierung haben. das messer hat einen daumenpin (dieses runde ding auf der klinge). Das ist eine vorrichtung zum einhändigen öffnen.

Auch hat das messer wie es scheint einen sogenannten linerlock.

Das messer gilt also als einhandmesser und darf somit in deutschland nicht geführt werden.

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Wenn du willst kann ich dir auch gerne ein messer empfehlen.
Dafür müsste ich dein budget kenne und wissen wofür du es brauchst. Als werkzeug, zur selbstverteidigung oder beides.

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@LeBaboon

Als Werkzeug und für den Alltag. Nicht zur Verteidigung. Budget, hmm... So günstig wie möglich, da es mein allererstes Messer wäre und ich wirklich keine Ansprüche stellen kann.

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Dann würde ich eher zu den klassischen modellen greifen wie zum beispiel opinel oder ein otter mercator.

Vielleicht kommt ja auch ein multitool in frage. Da kann ich alle modelle von victorinox und leatherman (vor allem wingman und sidekick) empfehlen.

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