Legal Verkauf an Minderjährige?

4 Antworten

Es ist tatsächlich problematisch, wenn Hostingverträge mit Minderjährigen geschlossen werden, da sie schwebend sind, wie Isabella ganz richtig dargestellt hat. Widerspricht der Erziehungsberechtigte, dann ist der Vertrag unwirksam. Ob und wie weit der Verkauf der Designs unter die Taschengeldregelung fällt, dürfte strittig sein. Ich persönlich würde auch in diesem Fall eine ablehnende Haltung einnehmen. Es spricht für seine Geschäftstüchtigkeit, wenn er mit 18 Jahren in diesem Geschäftsfeld agiert. Sich allerdings an Minderjährigen zu bereichern ist eben genau das, was der Gesetzgeber verhindern möchte - zu Recht. Zu jackynrw möchte ich anmerken, es mag sicher richtig sein, dass sich viele Hobby-Hoster auf dem Markt tummeln, die in den meisten Fällen mehr schaden als nutzen. Am Alter kann man das jedoch nicht festmachen. Es gibt durchaus 18jährige, die sehr viel von Servern verstehen.

die Käufer (wenn sie über 7 Jahre als sind) sind beschränkt geschäftsfähig, was bedeutet: Erst einmal ist der Vertrag schwebend wirksam, wenn aber ein Erziehungsberechtigter (bei Personen zwischen 7 und 18) später kommt und die Rückgabe des Geldes usw. verlangt, dann wird der Vertrag unwirksam, heisst als: Besser sichergehen, dass die Zustimmung des Erziehungsberechtigten VORHER da ist, sonst läufst du Gefahr, dass es auf deine Kosten rückgängig gemacht wird...brauchst übrigens nur "Geschäftsfähigkeit" googeln ;)

Nur wer volljährig, also 18 Jahre alt ist, ist („Voll“-)geschäftsfähig und kann damit alle geschäftlichen Verpflichtungen eingehen, die er will. Dafür muß er dann selbst geradestehen. Kinder bis zum 7. Geburtstag sind geschäftsunfähig. Minderjährige bis zum 18. Geburtstag sind beschränkt geschäftsfähig.

Was bedeutet das?

Kauft sich die sechsjährige Tochter mit dem Geld, das die Oma ihr geschenkt hat, eine Kassette, so ist der Kaufvertrag nichtig. Die Eltern können die Kassette zurückgeben und das gezahlte Geld verlangen. Schicken die Eltern dagegen das Kind Brötchenholen, so kommt ein Vertrag zwischen Eltern und Verkäufer zustande. Das Kind ist lediglich als Bote (Vertreter) unterwegs.

Nach dem 7. Geburtstag wird es komplizierter. Die sieben- bis 17jährigen sind beschränkt geschäftsfähig. Sie können unter bestimmten Voraussetzungen Verträge abschließen. Die maßgebliche juristische Norm ist dabei der sogenannte Taschengeldparagraph (§110 BGB).

Es kann also sein, dass diese Verträge, die dein freund abgeschlossen hat, wirksam sind. Denn im §110 BGB steht: § 110 Bewirken der Leistung mit eigenen Mitteln Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind. Es muss natürlich geprüft werden und das im Einzelfall, wie das Verhältnis zwischen Mietpreis und Taschengeld genau aussieht.

Dein Freund sollte sich natürlich auch fragen, ob es moralisch vertretbar ist, mit Minderjährigen Schuldverhältnisse einzugehen. Ich würde es nicht tun!

Wie gesagt, es kann sein dass alles in Ordnung ist - es muss aber nicht in Ordnung sein. Hier ist immer der Einzelfall zu beurteilen.

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