Lebte ulrich von hutten zur Verfallszeit des Ritterlebens?

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1 Antwort

Was bedeutet "Verfallszeit"?

Hutten lebte in einer Übergangszeit. Es war im Spätmittelalter spätestens seit Einführung von Feuerwaffen deutlich geworden, dass die eigentliche Funktion des Ritterstandes, das militärische Aufgebot der Landesfürsten zu sein, mehr und mehr obsolet wurde. Allenfalls brauchte man den einen oder anderen Adligen als Anführer militärischer Aufgebote von Fußtruppen, Söldnern. Die meisten Ritter mussten sich entweder bescheiden und mit ihren Lehnseinkünften auskommen oder hinzuverdienen. Weil im Zuge der staatlichen Entwicklung der Fürstentümer eine Landesverwaltung aufgebaut wurde, konzentrierten sich die Ritter darauf, in der Landesverwaltung Stellen und Einkünfte zu erhalten. Weil der Staatsaufbau Geld kostete, bildeten die Ritter sog. "Landstände" aus, die dafür, dass sie den Landesfürsten Gelder für militärische Vorhaben oder für Luxusausgaben bewilligten, sich das Recht auf politische Mitsprache sicherten.

Die Blütezeit des Rittertums war das Hochmittelalter, als wegen der Kreuzzüge selbst der Hochadel Ritter sein wollte. Damals waren die Ritter das militärische Rückgrat der christlichen Gesellschaften, sie errangen eine (nieder-)adelsgleiche Stellung.

Das 14. bis 16. Jh. war eine Übergangszeit, in der die Ritter diese Stellung verloren und sich einen neuen Platz in der Gesellschaft suchen mussten. Sie fanden als Militärunternehmer, im Kirchendienst, im Verwaltungsdienst der sich herausbildenden Territorien im Reich neue Einkommensquellen und als Landstände politischen Einfluss. Diese Phase war Mitte des 16. Jh.s abgeschlossen.

Nach dieser Neuorientierung war die Stellung der Ritter bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches mehr oder weniger gesichert. Sie gehörten zu den staatstragenden Schichten in den Reichsterritorien.

MfG

Arnold

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