Lebt ihr das alte Frauenbild und was denkt ihr dazu?

25 Antworten

Interessante Fragestellung von einer Frau, daher auch eine Antwort von mir.

In der heutigen Zeit sollte das jede Lebensgemeinschaft unter sich klären, wie sie dieses leben möchten. Zum Glück sind gesetzlich zumindest alle Möglichkeiten erlaubt, solange es in gegenseitiger Absprache passiert.

Ich halte eine gleichberechtigte Partnerschaft in einer Lebensgemeinschaft für die sinnvollste Lösung. Jeder solltes das einbringen, was diese Person am liebsten macht und Dinge, die nicht gemocht werden, werden eben gemeinsam geregelt, wann wer, wie oft, dieses erledigt.

Meine Mutter war technisch und handwerklich besser begabt als Vater, also hatte sie damals diese Aufgaben erfüllt. Da damals Frauen weniger verdienten, hat Mutter meinen Vater von zu Haus aus zu gearbeitet und Vater hat nach Feierabend beim Haushalt geholfen. Als Vater in Frühruhestand ging, hat Mutter für 5 Jahre Geld verdient und sie haben die Rollen getauscht.

Emanzipation bedeutet Gleichberechtigung, also beide haben die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten. Rollenbilder die Frau sollte X machen der Mann hat Y zu tun, sind meines Erachtens überholt und stammen aus der Epoche des Biedermeiers, wo das Familienbild idealisiert einseitig betrachtet wurde.

Viele Historiker sind von diesen veralteten Weltbild beeinflußt. Das es immer starke einflußreiche Frauen gab und schwache Männer wird oft übersehen.

Sucht man nach historischen Biographien z.B. in der Malerei, wird man viel mehr Männer entdecken, dabei waren künstlerische Tätigkeiten gerade zu Beginn der Neuzeit eher in Frauenhänden, doch ihre Werke kennt kaum jemand. Meist malten Frauen der gehobenen Schicht zum eigenen Vergnügen, zum schmücken des eigenen Heims und Männer zum Broterwerb, was sicher mit dazu führt, dass die malenden Frauen unbekannt geblieben sind.

Bei der Musik ist es ähnlich. Ich war erstaunt, als mir auffiel, dass im Hochmittelalter in Okzitannien auch Frauen erwärbsmäßig als Trobairitz https://de.wikipedia.org/wiki/Trobairitz tätig waren. Es also nicht nur männliche Troubadoure gab.

Selbst bedeutende Erfindungen von Frauen sind heute fast vergessen. Dazu gibt es einen, wie ich finde, tollen Song von Ina Deter https://youtu.be/4Obx6JbGQSQ

Woher ich das weiß:Hobby

Mein Partner und ich leben zusammen. Wir verursachen gemeinsam Kosten, Müll und Dreck, jeder von uns produziert Schmutzwäsche und jeder von uns will essen und trinken.

Geteilte Produktion der "Probleme" bedeutet bei uns auch geteilte "Problemlösung".

Wir beide waschen Wäsche, bringen den Müll raus, saugen, wischen, bügeln, kaufen ein, kochen, verdienen Geld und tragen Kosten. Das einzige, was er tatsächlich komplett allein übernimmt, ist das Fensterputzen. Da hat er in Fragen Körpergröße einfach nen Vorteil.

Sexuelles gibt es dann, wenn beide darauf Lust haben, hier steht niemand dem Anderen "zur Verfügung".

Ganz klares Nein. Diese Art der Arbeitsteilung und Unterwerfung zu verlangen wäre für mich ein großes rotes Warnsignal.

Auf freiwilliger Basis ist das natürlich etwas völlig anderes. Wenn es in der jeweiligen Beziehung einfach besser passt, dass ein Partner den Haushalt schmeißt, während der andere arbeiten geht, dann spricht prinzipiell nichts dagegen. Ist natürlich immer für den nicht arbeitenden Part riskant, weil man eine finanzielle Abhängigkeit vom Partner hat und später wohl auch kaum Rente bekommen wird. Aber das muss jeder selbst abwägen.

Der sexuelle Aspekt ist dazu noch einmal komplett separat und sollte wie auch due Arbeitsteilung auf freiwilliger Basis geschehen. Das wäre eine Form von BDSM und sollte von Anfang an ausführlich besprochen werden.

Ich selbst könnte mir niemals vorstellen so zu leben. Ich hab doch kein Abitur und eine Ausbildung gemacht und mache jetzt neben der Arbeiter meinen Techniker, damit ich dann zuhause versauer. Das würde mich höchstwahrscheinlich wieder in tiefe Depressionen reißen. Und da ich sowieso nie Kinder will muss ich mir das zum Glück auch niemals antun.

Mit Sex gehen wir sehr offen und gelassen um und reagieren meist auch spontan darauf wenn der andere Lust hat. Das geht aber auch von beiden Seiten aus.

Bei uns wird das so gehandhabt, dass es keine Zuordnung gibt, wer was macht oder machen muss. Je nachdem wer Zeit hat, erledigt das was ansteht.

Für mich als Mann kein Problem die Waschmaschine oder den Geschirrspüler zu bestücken. Auch mal Staubsaugen, oder nass Aufwischen.

Ich koche gerne und übernehme auch das Kochen manchmal. Da stimmen wir uns ab.

Meine Frau achtet sehr genau darauf, dass ich Immer korrekt gekleidet bin, wenn ich Termine wahrnehme. Ich bin da etwas lockerer wenn es ums Outfit geht. Sie hat da ein besseren Händchen als ich.

Eine Frau muss dem Mann. nicht zur "verfügung" stehen, wenn zum Sex geht. Wie man aufeinander Lust hat, das soll entscheidend sein. Schliesslich leben wir nicht nach den Gesetzen des Korans, wo es in einer Sure heisst, "de Mann hat das Recht seine Frau zu züchtigen, wenn sie ihm nicht Willens ist".

Nein, für mich sind Männer und Frauen gleichwertige Partner. Natürlich bedeutet dies auch, das mal der eine und mal der andere "führt".

In meiner Ausbildung hatte ich eine Kollegin, die sich drüber auslies, wie sie für ihren Heini, so hieß er, die Pantoffeln zurechtstellt, was er zu essen bekam, u.s.w. Ich habe mich immer geschüttelt und konnte diese Einstellung nicht verstehen. Wie kann eine Frau, nach einem 8 Stunden Tag, noch den Einkauf und den Haushalt machen? Alleine, ohne partnerschaftliche Unterstützung? Aber, wenn sie damit zufrieden ist, sollte man es eben akzeptieren.

Für mich kann ich nur sagen, wir leben in einer gleichberechtigten Partnerschaft und so möchte ich es auch. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, die der andere ausgleicht. Unsere Tochter wächst in dieser Atmosphäre auf und ich hoffe, dass sie sie verinnerlicht und nicht zum "Spielball" oder "Abtreter" eines Mannes wird.

Diese Einstellung habe ich auch in sexueller Hinsicht. Wenn beide gleiche Wünsche haben, sollen sie machen was sie wollen. Will einer etwas, was der andere partout nicht will, sollte man es lassen. Über alles andere kann man sprechen. Und dies ist das Zauberwort: sprechen - Kommunikation.

Woher ich das weiß:Beruf – Weiterbildung

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