Kann ich die Rentenversicherung aufgrund verletzter Informationspflicht anfechten?

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9 Antworten

 Folgende Situation: Meine Großmutter hat für mich und meine Geschwister im Jahr 2013 je eine Lebensversicherung abgeschlossen.

Meine Geschwister und ich haben erst im Februar erfahren, dass die Verträge bestehen.

Da passt etwas nicht:

Vermutlich hat die Großmutter die Versicherungsverträge auf ihren Namen abgeschlossen und die Enkel nur als Bezugsberechtigte bei Ablauf bzw. im Todesfall eintragen lassen.

Ansonsten, wenn die Enkel als Versicherungsnehmer oder als versicherte Personen im Antrag stehen würden, hätten diese den Vertrag mit unterschreiben müssen.

Bitte informiere dich noch einmal über den abgeschlossenen Vertrag.

Nur der Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit einen Vertrag zu kündigen, bzw. beitragsfrei zu stellen.

Außerdem irritiert mich, dass die Großmutter noch eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, denn ab einem höheren Alter lohnt bzw. lohnte sich dies noch nie.

Oder handelt es sich vielleicht gar nicht um eine Lebensversicherung, sondern um eine Rentenversicherung ?

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Kommentar von FreierBerater
17.03.2016, 13:27

Oder aber eine Term-Fix-Konstellation!

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Du und deine Geschwister sind nicht die Versicherungsnehmer sondern die Begünstigten der LV.

Es herrscht Vertragsfreiheit in Deutschland. Insofern gilt der Vertrag, wenn deine Oma ihn unterschrieben hat.
Und auch nur der/die Geschädigte könnte den Vertrag anfechten und das wäre deine Oma, die ja nun tot ist.
Eine Anfechtung wäre meiner Meinung nach nur möglich, wenn der Vertag sittenwidrig oder betrügerisch wäre.

Daran stellt der Gesetzgeber aber andere Ansprüche als wir Normalverbraucher.

Der Tipp mit der Verbraucherzentrale ist gut, vor allem fast kostenlos. Beim Anwalt würdest du wahrscheinlich mehr Geld los, als du im besten Falle raus bekommen würdest.

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Kommentar von GabiGabsn
17.03.2016, 13:21

Danke, meine Oma ist aber nicht Tod. Sie hat die Lebensversicherung als Altersvorsorge für uns abgeschlossen, ist aber noch quicklebendig. Die Versicherung würde greifen, wenn ich oder eins meiner Geschwister sterben würden.

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UPDATE:

Ich habe mich nun nochmal mit dem VersicherungsMAKLER zusammen gesetzt und ihm dargelegt, weshalb ich den Vertrag für nichtig halte.

Er hat meiner Argumentation auch zugestimmt.

DENN, er hat drei Verträge mit meiner Großmutter abgeschlossen, in denen meine Geschwister und ich als Versicherungsnehmer eingetragen sind. Da wir bei der Vertragsunterzeichnung durch meine Großmutter nicht anwesend waren, konnte er die VN auch nicht ausreichend über Risiko etc. aufklären. Somit hat er seine Informationspflicht verletzt und der Vertrag kann so nicht bestehen.

Jedoch ist mein Vertrauen iin die Kompetenz dieses Maklers natürlich nachhaltig beschädigt.

Er möchte nun dass wir den Vertrag kündigen und eine Verlusterklärung ausfüllen, da wir die Police nicht mehr finden können. Kann er uns dadurch eine Falle stellen, so dass wir durch Kündigung als Versicherungsnehmer die Versicherung anerkennen und die Anfechtung dadurch unwirksam wird?

Danke & Viele Grüße

GabiGabsn

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Lebensversicherungen sind zu 99% Kostenfallen.
Anfechtung deswegen werden schwer, vorausgesetzt Produktinformationen etc. wurden ordnungsgemäß ausgehändigt. Eine Beratungsdokumentation wird Dein Großvater auch unterzeichnet haben.
Möglich wäre eine Anfechtung, wenn (wie derzeit in einigen Fällen) die Widerrufserklärung fehlerhaft wäre. 2013 sollte die aber wohl bereits stimmen.
Im Zweifel müsste das ein spezialisierter Rechtsanwalt prüfen. Allgemein seh ich da aber wenig Chancen. Die Versicherungen sichern sich insbesondere bezüglich der katastrophalen Kostenstruktur zumeist recht ordentlich ab.

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Rethorisch frage ich, was dich die Entscheidung deiner Omi überhaupt insofern angeht, obwohl du überhaupt nicht beschwert bist!?

Weiter frage ich, ob du den Unterschied zwischen Makler und Vertreter sowie zwischen kurzfristigen Anlagen und langfristigem Versicherungssparen kennst? Die Differenz zwischen Garantieverzinsung (1,75%) und dem Rechnungszins auf das Deckungskapital kennst du jedenfalls schon mal nicht.

Ohne Irgendwen verteidigen oder angreifen zu wollen: Ein Bausparvertrag mit 0,75% Zinsen bei hohen Kosten ist auch nicht "das Gelbe vom Ei!"

Die Sinnhaftigkeit einer Kapitalanlage i.d.H.v. knapp 22EUR monatlich ist allerdings grundsätzlich zu hinterfragen...

Die Antwort auf deine Frage lautet natürlich: NEIN - und zwar, weil Versicherungsnehmer ausschließlich deine Omi ist!!!

Ich hoffe, das war konstruktiv genug.

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Kommentar von GabiGabsn
17.03.2016, 13:19

Nun ja, wer lässt ein Familienmitglied schon gerne Geld verbrennen? Aber letztlich geht es eben darum den Abschluss zu machen.

Ich habe mE nirgends einen Bausparer erwähnt. Ich denke aber das die Einzahlung auf ein Tagesgeldkonto in dem Fall mehr Sinn gemacht hätte.

Natürlich weiß ich, dass Garantieverzinsung und Rechnungszins nicht das gleiche sind.

Vielen Dank für deine Antwort, die sehr aufschlussreich war.

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Nein, den kannst Du nicht anfechten.

Der Begünstigte in der Lebensversicherung ist auch unerheblich. Der Vertrag wurde von deiner Großmutter abgeschlossen, also musste sie informiert werden.

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Kommentar von GabiGabsn
17.03.2016, 13:10

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Demzufolge müsste meine Großmutter auch die Kündigung unterschreiben und nicht ich oder?

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habt ihr denn ein Beratungsprotokoll? das solltet ihr euch zunächst erstmal vom Vermittler bzw. Versicherungsanbieter einholen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beratungsprotokoll_(Versicherungsvermittlung)

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Wie alt sind Sie ?
Sind Sie sicher, dass Sie als versicherte Person eingetragen sind? 

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Kommentar von GabiGabsn
17.03.2016, 13:44

Wir sind 28, 27 und 22 und sind definitiv die Versicherte Person. ACHTUNG: Ich habe fälschlicherweise eine Lebensversicherung angegeben. Es handelt sich aber um eine Rentenversicherung. Tut mir leid & Danke für Ihre Antwort.

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also mit dieser sache würde ich zu einer verbraucher-schutz zentrale gehen und mich dort beraten lassen. das ist ein hammer und dagegen kann man doch sicher etwas unternehmen, das sollte aber kompetent eingefädelt sein, wirtschaftsanwalt usw. aber wie gesagt, zuerst würde ich mir von der verbraucherzentrale einen weg aufzeigen lassen.

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Kommentar von wurzlsepp668
17.03.2016, 13:13

ich schätze die Sache ganz anders ein ......

bei einer Lebensversicherung wird nach § 2 VVG-Info-V auf die Kosten hingewiesen ......

ich denke nicht, dass sich die Versicherung die Blöse gibt und die Informationen nicht ausgehändigt hat (welche i.d.R. bei der Police dabei sind .... nur lesen die meisten nur den monatlichen Beitrag .... und hören dann auf zu lesen ...)

Somit dürfte die Lebensversicherung ihren Pflichten nachgekommen sein.

Wenn die Oma hiergegen nicht vorgegangen ist, dürfte der Weg "dicht" sein

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Kommentar von FreierBerater
17.03.2016, 13:16

"das ist ein hammer"   ==>  Was denn eigentlich???

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