Lebenspartnerin ist angestellt und möchte gleichzeitig ein Gewerbe betreiben

5 Antworten

Als Selbständige wird sie den Krankenversicherungsbeitrag für ihr gesamtes Einkommen entrichten müssen. Vom selbständigen Anteil natürlich auch den Arbeitgeberanteil

Meine Lebenspartnerin

Bezieht sich auf eine eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz?

Der Umsatz interessiert die Krankenversicherung nicht. Kalkulatorische Größe für die Beitragsbemessung ist der Gewinn vor Steuern.

Hier rate ich zum Statusfeststellungsverfahren um den Mittelpunkt der Erwerbstätigkeit rechtssicher feststellen zu lassen.

Dies erübrigt sich jedoch, wenn du dort auf mehr als Minijobbasis arbeitest. Selbständige, die versicherungspflichtige Angestellte beschäftigen, sind niemals geringfügig oder nebenberuflich selbständig.

So endet demnach die Pflichtversicherung in der GKV und es schließt sich eine freiwillige Mitgliedschaft an mit folgenden Konsequenzen (Alternative wäre eine private Krankenvollversicherung, ob das sinnvoll ist möchte ich hier nicht erörrtern).

  1. Keine Beteiligung des Arbeitgebers aus dem Angestelltenverhältnis mehr am KV/PV-Beitrag.
  2. Beitrag wird erhoben auf alle Einkünfte (Arbeitslohn, Gewinn der Selbständigkeit, evtl. Kapitalerträge aus Geldanlagen).
  3. Beitragssatz beträgt 14,9% statt 15,5%, dafür fällt aber das Krankengeld ersatzlos weg (wenn man dies nicht will muss man weiterhin den vollen Beitrag zahlen).
  4. Es gibt für hauptberuflich Selbständige eine Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 2.021,25 € ( wird angehoben zum 01.01.2014). Geringere Einkünfte darf die Kasse nicht zu Grunde legen.
  5. Freiwillig Versicherte haben Mitwirkungspflichten. Heißt der Einkommensteuerbescheid muss unaufgefordert jedes Jahr vorgelegt werden. Wird entsprechend geringeres Einkommen nicht nachgewiesen, hat die Kasse von einem Gewinn in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze auszugehen (3.937,50 € p.M.).

Finanzämter prüfen bei im Betrieb angestellten Ehegatten gelegentlich, ob diese dort tatsächlich arbeiten oder ob der Unternehmer hier nur versucht Scheinbeträge als Betriebsausgaben geltend zu machen.

Darum meine eingängliche Frage. Da das BVerfG eine unterschiedliche steuerliche Behandlung von Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern als verfassungswidrig eingestuft hat, sollte es logischerweise auch bei diesen zu Überprüfungen kommen.

Auch sollte beachtet werden, dass die Gewinne der Selbständigkeit der Summe der Einkünfte im Rahmen der Einkommensteuererklärung (die nun verpflichtend wird) zugerechnet werden. Falls der Lohnsteuerabzug nicht reicht die Schuld zu decken, kommen Nachforderungen in Frage.

Umsatzsteuer und Gewerbesteuer würden jetzt den Rahmen sprengen.

Nicht der Gewinn vor Steuern ist maßgeblich, sondern der Einnahmeüberschuss.

Arbeitnehmer zahlen schließlich ihren Beitrag auch vom BRUTTO-Einkommen

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@DerHans

Und dies entspricht dem Gewinn vor Steuern eines Selbständigen, denn nur dieser steht auf dem Einkommensteuerbescheid, den der Fragesteller vorlegen muss, wenn er nicht den Höchstbetrag zahlen möchte.

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Hallo,

wenn sie einen Arbeitnehmer für mehr als 450 Euro monatlich beschäftigt, ist sie hauptberuflich selbständig. Dann entfällt der bisherige Arbeitgeberzuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung (§ 257 SGB V). Es sind dann 14,9 bzw. 15,5% aus allen Einnahmen zur Kranken- und ca. 2% zur Pflegeversicherung an Beiträgen zu zahlen (es gelten auch Mindestbeiträge und die Beitragsbemessungsgrenze). In der Renten- und Arbeitslosenversicherung ändert sich in der bisherigen Arbeitnehmertätigkeit nichts.

Aus der Selbständigkeit sind ggf. auch Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen. Am besten bei einer Rentenberatungsstelle genau beraten lassen.

Der Umsatz aus der Selbständigkeit ist ohne Bedeutung, wichtig sind die Einkünfte bzw. der Gewinn.

Gruß

RHW

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