Lebensmittel mit Farben (Nährwert-Ampel) kennzeichnen?

Das Ergebnis basiert auf 13 Abstimmungen

Ja, ich möchte gekennzeichnete Lebensmittelverpackungen. 53%
Das wird nicht funktionieren. Mein Lösungsansatz ist... 23%
Nein, ich möchte keine gekennzeichnete Lebensmittelverpackungen. 23%
Ist mir egal; weder dafür noch dagegen. 0%

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein, ich möchte keine gekennzeichnete Lebensmittelverpackungen.

Meiner Meinung nach ist die Idee bei weitem nicht so gut, wie sie sich auf den ersten Blick anhört.

Denn die Gesundheit oder Ungesundheit von Lebensmitteln ist eine komplexe An­gelegenheit. Ein Produkt kann eine perfekte Aminosäurezusammensetzung ha­ben und gleichzeitig zu viel Zucker enthalten, oder zu viel Koffein oder einen po­ten­tiell allergenen Farbstoff. Und wirklich schlimm wird es, wenn wir zu den Fetten kom­men, wo Energiegehalt, monoungesättigt, polyungesättigt und ω−3 nicht alle gleich­zeitig optimiert sein können.

Und wie soll die Ampel den Unterschied erfassen zwischen einem gelegentlichen Schoko­puddingesser und einem, der Schokopudding als Grundnahrungsmittel an­sieht?

Dazu kommt, daß sich auch die wissenschaftliche Bewertung der Nahrungsmittel ständigen Schwankungen unterliegt. Auf die Frage, ob Butter gesund ist, kriegt man viele Antworten (und in jedem Jahrzehnt andere).

Alle diese Aspekte können nicht auf eine einfache dreistufige Skala runtergebro­chen werden. Jede Einstufung wäre dann ein Kompromiß zwischen ver­schie­de­nen Ansichten, und sagt damit weitgehend gar nichts aus. Und wer kann erahnen, wie sich Lobby-Arbeit, Interessenkonflikte und simple Korruption auf die Be­wer­tun­gen auswirken mögen?

Dazu kommt das grundsätzliche Argument, daß die Einstufung sich ja nur an den Zu­taten orientieren kann, und die stehen eh schon auf der Packung drauf. Wozu al­so das Ganze?

Wer sich wirklich gesund ernähren will, der achtet auf Abwechslung und ißt viele ver­schie­dene Dinge. Diese elementare Regel ist der Kern zur gesunden Ernäh­rung. Die­se täg­liche Variation wird mit der Ampel aber überhaupt nicht erfaßt. Egal wie grün das Zeug markiert ist, wenn Du es täglich ißt, dann ist es trotzdem ungesund.

Zuletzt muß ich auch noch das fuсkіng Offensichtliche sagen: Wer nicht selbst kocht, sondern gewohnheitsmäßig Tiefkühlpizza in den Ofen schiebt, Packerl­suppe mit heißem Wasser zu Kleister anrührt oder seine Nudeln mit geschmack­loser Sauce aus dem Glas ertränkt, der braucht keine Lebensmittelampel. Son­dern ei­nen Koch­kurs, am besten noch im Teenageralter.

Das wird nicht funktionieren. Mein Lösungsansatz ist...

Das Problem das Foodwatch und Co haben ist, daß sie sich selbst im Weg stehen. Man kann sie eigentlich nur noch mit den Linken im Bundestag vergleichen: die Gedankenansätze sind die richtigen, aber man verteufelt lieber alles andere anstatt konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten.

Der jahrelange Kreuzzug von Foodwatch gegen Geschmacksverstärker ist bereits ein Fanal geworden. Glutamat raus ( gut ), Hefeextrakt raus ( auch gut ), aber was ist die Alternative ? Mittlerweile will der Handel den Salzanteil auch noch reduzieren, aber durch was das Salz ersetzt werden soll sagt einem auch wieder keiner.

Industrielle Produkte funktionieren nun einmal so, und ohne Geschmack wird ein Produkt auch nicht wieder gekauft. Hatte die Ehre dies einmal mit jemandem von Foodwatch zu diskutieren - die Person verstand es überhaupt nicht. Und so einer will Ahnung von seinem Business haben ?

Ähnliches wird beim Zucker passieren, wobei 30-50% Reduzierung bei einigen Produkten durchaus im Bereich des Realisierbaren liegen. Aber die meisten Produkte würden eine rote Kennzeichnung erhalten und auch behalten, es ist der Kern industriell erzeugter Nahrungsmittel.

Die Lösung lautet: Eigenverantwortung. Selber kochen lernen, Ernährung als Pflichtfach an jeder Schule. Damit die Menschen überhaupt ihr Rüstzeug erhalten, um qualifiziert über Lebensmittel mitreden zu können.

Industriell hergestellte Lebensmittel sind immer der stets eingegangene Kompromiss, nicht selber etwas kochen zu können oder zu wollen. Wer nichts anderes kennt, hat eindeutig gepennt.

Eine Ampel wird den Menschen nur ein weiteres Stück Eigenverantwortung nehmen. Ähnlich den Light - Produkten damals, wo sich so mancher ein Übergewicht erst dadurch angefuttert hat.

Das wird nicht funktionieren. Mein Lösungsansatz ist...

Jeder weiß, dass man von einer Portion Pommes oder einer Dose Ice Cream nicht erwarten kann, gesunde Nährstoffe zu erhalten.

Ich wäre für Steuerzahlung pro Kilogramm Übergewicht (wenn man kein ärztliches Attest hat z.B. wegen Hashimoto) und Bildern von übergewichtigen Menschen auf der Verpackung. Ich glaube kaum, dass Nadine (23) aus Berlin-Hohenschönhausen, die ja nur das beste für ihren Sohn Kevin (10) will, noch die Kinderschokolade kauft, wenn ein Bild von einem morbid übergewichtigen Kind drauf ist mit der Aufschrift "Zucker kann zu Kindstod und somit 190 € weniger im Monat führen!"

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Mir gefällt Deine Art, zu denken ;-)

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